Die streitbaren Moderatoren

Erben des fuchtelnden Zeigefingers

Das Entscheidende am Literarischen Quartett ist die Leidenschaft, mit der im Namen der Literatur über Bücher gestritten wird. Dazu benötigt man unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlicher Perspektive auf die Literatur, die aber eines eint: nämlich der Wille, den anderen Quartett-Teilnehmern die eigene Überzeugung unbedingt und nachhaltig nahezubringen. Und diese Eigenschaft verbindet Christine Westermann, Maxim Biller und Volker Weidermann.

Das Quartett funktioniert wie ein Theaterstück. Jede Figur verkörpert einen anderen Charakter. Biller, Weidermann, Westermann sind die ideale Besetzung, weil sie gar keine Rolle spielen müssen. Sie müssen nur so sein, wie sie sind.

Volker Weidermann
Volker Weidermann


Volker Weidermann

Der Gastgeber der Literatursendung "Das Literarische Quartett", geboren 1969 in Darmstadt, war von 2003 bis 2015 Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 2012 Gastprofessur an der Washington University St. Louis und ist seit Mai 2015 verantwortlicher Redakteur und Reporter für die Literaturberichterstattung beim Spiegel.

Christine Westermann
Christine Westermann Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Ausgezeichnet wurde Weidermann 2009 mit dem Kurt Tucholsky-Preis für Literarische Publizistik für das "Buch der verbrannten Bücher" (2008). Veröffentlicht hat er "Lichtjahre. Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute" (2006), "Das Buch der verbrannten Bücher" (2008), "Max Frisch. Sein Leben, seine Bücher" (2010), Herausgeber des ersten Bandes der Werkausgabe von Armin T. Wegner (2012), "Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft" (2014), "Maluluka" Ein Kinderrätselkrimi. Mit Bildern von Kat Menschik (2015).



Christine Westermann

Christine Westermann gehört neben Maxim Biller zum festen Stamm der Sendung. 1948 in Erfurt geboren, war sie u.a. 1990 bis 2000 als freie Fernseh- und Hörfunk-Korrespondentin von San Francisco aus tätig, unter anderem für WDR Fernsehen "Aktuelle Stunde“, Moderation mit Frank Plasberg, "Zimmer frei“, Moderation mit Götz Alsmann, und Hörfunk "Montalk“, "Buchtipps“ und "Bücher – das Literaturmagazin“.

Veröffentlicht hat Westermann unter anderem: "Baby, wann heiratest Du mich“ (1999), "Ich glaube, er hat Schluss gemacht" (2000), "Aufforderung zum Tanz" (2008), "Karneval - Bilder und Geschichten" (2009), "Da geht noch was - mit 65 in die Kurve" (2013). Ausgezeichnet wurde die ehemalige Kolumnistin bei "buchjournal“ (2012) u.a. 2000 mit dem Adolf-Grimme-Preis (Sparte Unterhaltung). Und war Jury-Mitglied Deutscher Buchpreis 2011, "Deutscher Reporterpreis" 2013, 2014, 2015 (Berlin) und 2015 Mitglied der Jury "Unwort des Jahres 2014" (Darmstadt).

Maxim Biller
Maxim Biller


Maxim Biller

Maxim Biller, geboren 1960 in Prag, lebt seit 1970 in Deutschland. Von ihm sind bisher unter anderem erschienen: der Roman "Die Tochter", die Erzählbände "Wenn ich einmal reich und tot bin" sowie "Land der Väter und Verräter und Bernsteintage". Sein Roman "Esra" wurde gerichtlich verboten und ist deshalb zurzeit nicht lieferbar.

Über sein letztes Theaterstück "Kanalratten" schrieb die Literarische Welt, es sei "so komisch, aufregend und sexy", als hätten Woody Allen und Philipp Roth es zusammen geschrieben. Biller ist Kolumnist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der ZEIT. Sein im Jahr 2007 erschienener Short-Story-Band "Liebe heute" wurde unter dem Titel "Love Today in den USA" veröffentlicht. 2009 erschien sein Selbstporträt "Der gebrauchte Jude", 2013 die Novelle "Im Kopf von Bruno Schulz".


Der prominente Gast:

In der Oktober-Sendung freuen sich die drei Literatur-Streiter diesmal auf Thomas Glavinic.

Thomas Glavinic
Thomas Glavinic Quelle: imago


Thomas Glavinic, geboren 1972 in Graz, schreibt seit 1991 Romane, Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen. Sein Kriminalroman "Der Kameramörder" wurde 2002 mit dem Friedrich-Glauser-Krimipreis ausgezeichnet. 2004 gelang ihm mit dem satirischen Entwicklungsroman "Wie man leben soll“ der Sprung auf Platz 1 der Bestsellerliste in Österreich. 2010 wurde er verfilmt. "Die Arbeit der Nacht“ (2006) schaffte es auf Platz 1 der ORF-Bestenliste.

"Das bin ich“ war auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2007, der Roman "Das Leben der Wünsche“ auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009. Seinem jüngsten Werk "Der Jonas-Komplex“ (2016) attestierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung exzessiven "Hang zu Rausch und Entgrenzung“. Glavinic lebt mit seiner Familie in Wien.

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