Für Sie von uns vorgelesen

Literaturtipps und News aus der Redaktion im Oktober

Gefülltes Bücherregal

Kultur | Das literarische Quartett - Für Sie von uns vorgelesen

Der "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" ist der bedeutendste Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland. Der diesjährige Preisträger ist der Schriftsteller Navid Kermani.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 18.10.2015, 11:00 - 12:45
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

Bei mehr als 40.000 Neuerscheinungen ist es nicht so einfach, die Perlen im Dschungel der Veröffentlichungen zu finden. Wir zeigen Ihnen, welche Bücher uns besonders aufgefallen sind und welche Neuigkeiten uns aus der Literaturszene erreicht haben.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an Navid Kermani. Das ZDF überträgt die Verleihung in der Frankfurter Paulskirche am Sonntag, 18. Oktober 2015 ab 11:00 Uhr live, auch im Internet über die PLACEHOLDERZDF-Mediathek.

Navid Kermani
Navid Kermani Quelle: dpa

Die Begründung der Jury: "Der deutsche Schriftsteller, Orientalist und Essayist ist eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, die sich mehr denn je den Erfahrungswelten von Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft stellen muss, um ein friedliches, an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben zu ermöglichen.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten, in denen er Fragen der Mystik, der Ästhetik und der Theodizee insbesondere im Raum des Islam nachgeht, weisen Navid Kermani als Autoren aus, der mit großer Sachkenntnis in die theologischen und gesellschaftlichen Diskurse einzugreifen vermag.

Die Romane und Essays von Navid Kermani, insbesondere aber auch seine Reportagen aus Krisengebieten zeigen, wie sehr er sich der Würde des einzelnen Menschen und dem Respekt für die verschiedenen Kulturen und Religionen verpflichtet weiß, und wie sehr er sich für eine offene europäische Gesellschaft einsetzt, die Flüchtlingen Schutz bietet und der Menschlichkeit Raum gibt.“


Literaturnobelpreis 2015 für Swetlana Alexijewitsch

Swetlana Alexijewitsch
Swetlana Alexijewitsch gewinnt Nobelpreis für Literatur Quelle: reuters

Die höchste literarische Auszeichnung erhält die 67jährige, weißrussische Schriftstellerin und gelernte Journalistin Swetlana Alexijewitsch. Ihre sehr eigene Erzählform, die sie selbst „Roman in Stimmen“ nennt, ist die des dokumentarischen Interviews mit Zeitzeugen.

Zu den bekanntesten zählen: „Zinkjungen“ (2014) über den Krieg der Sowjetunion in Afghanistan, „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ (2013) mit Zeitzeuginnen des Zweiten Weltkriegs, „Secondhand-Zeit: Leben auf den Trümmern des Sozialismus“ (2013) und ihr Antikriegsbuch „Die letzten Zeugen“ (2014), Erinnerungen von Menschen, die im Zweiten Weltkrieg Kinder waren. Ihr dokumentarisches Schreiben führte zu zahlreichen staatlichen Konflikten.

2013 hat Swetlana Alexijewitsch bereits den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.





Gastland auf der Frankfurter Buchmesse 2015 ist Indonesien. Die beiden Autoren Laksmi Pamuntja und Leila Chudori sind uns mit ihren Bücher besonders aufgefallen:

Buchcover - Alle Farben Rot
"Alle Farben Rot"

Laksmi Pamuntjak
"Alle Farben Rot“

Ullstein, 2015

Der Roman „Alle Farben Rot“ der indonesischen Vorzeige-Autorin, der die Zeit der Massenmorde 1965 zum Thema hat, als sich der junge General Suharto an

die Macht putschte, versucht literarisch dieses nationale Trauma Indonesiens aufzuarbeiten. Bis 1965 waren die Kommunisten die "Stärkste der Parteien".

Suharto verfolgte die Kommunisten gnadenlos, kam dadurch selbst an die Macht und ließ Millionen Kommunisten und Verdächtige töten, foltern

oder einsperren. Genaue Zahlen und Untersuchungen gibt es nicht. Das Thema blieb lange ein Tabu.







"Pulang - Rückkehr nach Jakarta"

Leila Chudori
„Pulang - Rückkehr nach Jakarta“

Weidle, 2015

Chudori schreibt über die Exilanten, die die nach 1965 fliehen mussten und die Auswirkungen bis heute. "Nur Suharto und seine Familie wurden entfernt. Aber der Rest ist immer noch da. Aber auch das System und das Dekret, dass der Marxismus nicht erlaubt ist.

Alle Lehren oder Bücher oder Filme über Marxismus, wie auch immer man es nennen mag, Marxismus, Kommunismus, Sozialismus, alles Linke ist nicht erlaubt. Diesen Erlass gibt es immer noch. Er ist nicht aufgehoben worden. Er sollte aufgehoben werden", forderte die Autorin.

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