Abdelwahab Meddeb

Französisch-tunesischer Autor

Abdelwahab Meddeb, geboren 1946 in Tunis, ist ein französischer Schriftsteller tunesischer Herkunft. Meddeb, der in Paris und Spanien lebt, ist Sohn eines hohen Theologen und wanderte in jungen Jahren von Tunesien nach Frankreich ein.

Abdelwahab Meddeb Quelle: ZDF

Meddeb studierte Literatur- und Kunstgeschichte an den Universitäten von Paris und Aix-Marseille. Danach fand er Beschäftigung als Lektor im Verlag "Editions du Seuil". Später gründete er eine internationale Zeitschrift namens "Dédale" (Dädalus).

Die Krankheit des Islam

Heute ist er Literaturprofessor und Gastdozent an verschiedenen Universitäten, u.a. von Yale und Genf tätig. In seinen Arbeiten greift Meddeb zurück auf die vorsokratische Philosophie, auf den Sufismus, auf arabische, persische wie europäische Dichter des Mittelalters und der Renaissance sowie auf Klassiker aus China und Japan. Einen besonderen Stellenwert haben für ihn die Schriften von Averroes, Dante, Nietzsche und Thomas Mann. Nach dem 11. September 2001 vertiefte sich Meddeb in Fragen des Multikulturalismus, der Integration und des Islamismus.

Ausfluss dessen ist sein Buch "Die Krankheit des Islam", in dem er den modernen islamischen Fundamentalismus als die "Krankheit" des Islam diagnostiziert. Dafür erhielt er den Literaturpreis "Francois Mauriac" und löste innerhalb der islamischen Welt, aber auch in Europa heftige Debatten aus. Meddeb wird auf Grund seiner kritischen Haltung gegenüber dem orthodoxen Islam bedroht und muss sich daher vor der Öffentlichkeit verbergen.

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