"Ali zum Dessert"

Hatice Akyüns zweites Buch

Mit Witz und Temperament erzählte Hatice Akyün in ihrem ersten Buch "Einmal Hans mit scharfer Soße" von ihrem Leben zwischen Berlin und dem Bosporus - und von den Irrungen und Wirrungen auf dem Weg, einen deutschen Traummann, ihren "Hans", zu finden. Jetzt legt sie ihr zweites Buch "Ali zum Dessert" vor.

Akyüns Erstlingswerk trägt den Titel "Leben in zwei Welten". Hatice Akyün legt großen Wert darauf, dass es ein Leben "in" und nicht "zwischen" zwei Welten heißt. Denn sie sieht ihren Platz nicht zwischen zwei Stühlen, sondern auf beiden gleichzeitig. "Wenn ich am Wochenende bei meinen Eltern in Duisburg zu Besuch bin, ist es normal für mich, morgens aufzustehen und zum Frühstückstee Schafskäse mit Oliven zu essen. Ein ganz normales türkisches Frühstück also. Wenn ich dann montags morgens wieder in Berlin bin, stehe ich auf, schlurfe zum 'Starbucks' runter und hole mir einen Latte Machiatto."

Zwischen Marxloh und Mitte

Bei ihren Besuchen in Duisburg geht es sehr laut und familiär zu, denn es kommt immer viel Besuch. Ihre Eltern haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass sie alleine und ohne eigene Familie wohnt: sie müsse sich doch sehr einsam vorkommen. Doch Hatice Akyün liebt dieses Leben in zwei Welten und fühlt sich dabei sehr wohl.

Dennoch hat sie auch Schwierigkeiten mit beiden Mentalitäten. Stellvertretend dafür stehen die Männer. Die türkischen Männer sind ihr zu machohaft und angeberisch, machen dafür aber die schöneren Komplimente und wissen, wie man das Herz einer Frau im Sturm erobert. Die deutschen Männer sind dagegen zuverlässig und korrekt, haben aber keinerlei Sinn für Romantik. Sie zahlen nach dem gemeinsamen Essen lieber getrennt und holen dafür am nächsten Morgen die Brötchen.

Ein Herz für Blonde

Als junges Mädchen hat Hatice sich einmal in einen deutschen Jungen verliebt: Er hieß Swen und war blond und blauäugig. Seitdem schlägt ihr Herz für blonde deutsche Männer, doch sie hat noch nicht den richtigen getroffen. Und da es den anscheinend nicht gibt, ist sie sehr zum Leidwesen ihrer Eltern mit fünfunddreißig Jahren noch unverheiratet. Auf ihr erstes Buch hin gab es keine Heiratsanträge. "Ein Sender hat bei einer Talk-Show, bei der ich zu Gast war, meine Postfachadresse eingeblendet. Als ich ein paar Tage meine Post abgeholt habe, quoll das Fach fast über. Doch es waren alles nur Autogrammwünsche", sagt Hatice etwas resigniert. "Nach einer Lesung hat mir einer immerhin eine Flasche Prosecco geschenkt, mein Lieblingsgetränk".

Aber dann kommt alles ganz anders, denn als Hatice dem charmanten Ali begegnet "einem türkischen Hans", gibt es kein Zurück mehr. Von nun an steht ihre Welt Kopf, denn Familienzusammenführung auf Türkisch ist eine turbulente Angelegenheit, bei der kein Auge trocken bleibt! Humorvoll und pointiert rückt die Autorin den Eigenarten ihrer türkischen und deutschen Landsleute zu Leibe und lässt den Leser teilhaben an dem wundervollen Abenteuer, in zwei Familien zu Hause zu sein.

Die Autorin

Hatice Akyün wurde 1969 in Akpinar Köyü in Zentralanatolien geboren. 1972 kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie seither lebt. Hatice Akyün schreibt als freie Journalistin unter anderem für den "Spiegel", "Emma" und den "Tagesspiegel". Sie lebt in Berlin.

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