Argumente der Kopftuchgegnerin

Emel Zeynelabidin hat das Kopftuch abgelegt. Warum?

Kultur | Forum am Freitag - Argumente der Kopftuchgegnerin

Die deutsch-türkische Autorin Emel Zeynelabidin ist die Tochter eines Milli-Görus-Gründers. Abdul-Ahmad Rashid hat sie getroffen und nach den Gründen gefragt, wegen der sie ihr Kopftuch abgelegt hat.

Beitragslänge:
14 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.03.2018, 23:55

Die deutsch-türkische Autorin und Kopftuch-Gegnerin Emel Zeynelabidin hat den Islam gegen Kritik aus dem Westen verteidigt. "Nicht der Islam ist das Problem, sondern die Muslime", sagte Zeynelabidin bei der Vorstellung ihres Buches "Erwachsen wird man nur im Diesseits" in Berlin. "Forum am Freitag"-Moderator Abdul-Ahmad Rashid hat die Autorin getroffen und sie nach den Gründen gefragt, wegen der sie das Kopftuch abgelegt hat.

Zeynelabidin ist die Tochter des Gründers der islamischen Organisation Milli Görüs in Deutschland. Diese Gemeinschaft, die als größte, nicht vom türkischen Staat beeinflusste islamische Gemeinschaft in Europa gilt, wird in der Bundesrepublik vom Verfassungsschutz beobachtet.

Das Kopftuch hat nichts mit dem Islam zu tun

Kritik am Islam sei nicht produktiv. Kritisiert werden müsse vielmehr die Art und Weise, wie Muslime den Islam kulturell und politisch auslegen, sagte die Autorin. So habe das Kopftuch nichts mit dem Islam zu tun, sagte Zeynelabidin, die 2005 "nach mehr als 30 Jahren verhüllt" ihr Kopftuch öffentlich abgelegt hat.

"Ich unterstelle den meisten Frauen, die Kopftuch tragen, dass sie nicht wissen, warum sie das tun", sagte die Autorin. Ein Kopftuch zu tragen sei keine religiöse Notwendigkeit, sondern ein identitätsstiftendes Merkmal und signalisiere Gruppenzugehörigkeit. "Es geht um Abgrenzung", betonte Zeynelabidin, die 2007 mit dem Preis "Das unerschrockene Wort" der Lutherstädte ausgezeichnet wurde.

Gläubige sollten sich an die Zeit anpassen

Die sechsfache Mutter warnte vor der blinden Befolgung von Gewohntem. Zu Lebzeiten des Propheten Mohammed im siebten Jahrhundert sollten Frauen sich verhüllen, weil sie sonst verstärkt Begehrlichkeiten der Männer ausgesetzt waren, sagte Zeynelabidin. Sie fordert, dass sich die Gläubigen den Zeiten anpassen sollen. "In die moderne Zeit passt das Kopftuch nicht mehr, sondern bringt nur unnötige Probleme." Nach ihrer eigenen "Enthüllung" hätten sich viele Menschen von ihr abgewendet, andere hätten unterstellt, sie sei vom Teufel besessen oder vom Glauben abgefallen. "Ich bin gläubige Muslin geblieben", betonte Zeynelabidin. Durch den Schritt habe sie die Zugehörigkeit zu ihrer Gemeinschaft verloren. "Das ist etwas ganz heftiges. Dazu sollte man keine Frau zwingen."

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