Bekenntnis zur säkularen Werteordnung

Die dritte Islamkonferenz tritt zusammen

Die deutsche Islamkonferenz wurde Ende September 2006 von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ins Leben gerufen, um die Integration der muslimischen Bevölkerung in Deutschland zu verbessern. Ziel ist es, einen institutionalisierten, dauerhaften Dialog zwischen Vertretern des deutschen Staates und den Muslimen in Deutschland zu begründen. In drei Arbeitsgruppen und einem Gesprächskreis stehen Themen wie "Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis" oder "Wirtschaft und Medien als Brücke" zur Debatte. Darüber hinaus erörtern die Teilnehmer Fragen der inneren Sicherheit und des Islamismus.

Moschee neben Kirche Quelle: epd

Als die Islamkonferenz erstmals zusammen kam, wirkte ein "Zauber des Anfangs". Doch schon beim zweiten Treffen wurde darüber gestritten, wer den Islam angemessen vertreten darf. Hintergrund dieser Debatte ist, dass nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent der in Deutschland lebenden Muslime in Moscheevereinen und Organisationen zusammengeschlossen sind.

Die Teilnehmer

Bei der Besetzung der Islamkonferenz ist Parität das Motto: Fünfzehn staatlichen Vertretern sitzen fünfzehn muslimische Vertreter gegenüber. Die Zusammensetzung auf beiden Seiten ist heterogen: Die teilnehmenden Politiker repräsentieren die unterschiedlichen Positionen zu strittigen Fragen - wie etwa dem Umgang mit religiösen Symbolen. Dieses Muster lässt sich auf muslimischer Seite genauso erkennen: Orthodoxe und säkulare Muslime stehen in der Runde in fortwährendem Diskurs.


So haben vier der fünf in Deutschland präsenten Verbände, die in ihrer Ausrichtung konservativ sind, einen Koordinationsrat gebildet und sind seitdem bemüht, mit einer Stimme zu sprechen. Dies wird auch als erster Schritt gewertet, um als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt zu werden. Doch es besteht die Schwierigkeit, ob der Koordinationsrat alle Muslime in Deutschland vertreten kann. Der fünfte Verband vertritt die schätzungsweise 500.000 in Deutschland lebenden Aleviten. Diese sind mittlerweile in Deutschland als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt und haben somit auch das Recht, eigenen Religionsunterricht in den Schulen durchzuführen.

Innerislamische Differenzen

Zehn der muslimischen Teilnehmer an der Islamkonferenz sind nicht in Verbänden organisiert. Einige davon treten für eine klare laizistische Position ein; andere kritisieren scharf den organisierten Islam in Deutschland. In diesem Gesprächsprozess wird daran gearbeitet, eine Übereinkunft zwischen der deutschen Gesellschaft und der muslimischen Bevölkerung in Deutschland zu finden, in der sich beide Seiten zur Einhaltung gesellschafts- und religionspolitischer Grundsätze verpflichten.


Seit der Eröffnungsveranstaltung im September 2006 in Berlin haben sich die Arbeitsgruppen regelmäßig getroffen. Die Resultate der Beratungen in den Arbeitsgruppen werden vom Plenum der Konferenz evaluiert.

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