Das Rollenverständnis in der Ehe

Traditionelle Rollenverteilung und islamische Frauenrechtsbewegungen

Konservative muslimische Familien haben die patriarchalische Gestalt des frühen Islam beibehalten: Der Mann ist Vorstand des Haushaltes, Hausvater und Vertreter der Familie im öffentlichen Leben. Ihm obliegt es, die Familie zu ernähren. Falls die Frau Haushaltshilfen gewohnt ist, muss der Mann diese zur Verfügung stellen. Die Frau kann nicht zur Arbeit gezwungen werden, doch im Falle einer Erwerbstätigkeit ist ihr Gehalt ihr persönliches Eigentum und fließt nicht in die Familienkasse.

Koran mit zwei Eheringen
Koran mit zwei Eheringen Quelle: vario images

In Familien, die sich streng nach dem Koran richten, darf der Mann von seiner Frau Gehorsam verlangen. Wenn sie sich auflehnt, darf er sie ermahnen und bestrafen, sie jedoch nicht wie sein Eigentum behandeln.


Soviel zur altarabischen Tradition. Konservative Strömungen und Fundamentalisten setzen sich heute für die Beibehaltung dieser Sitten und Bräuche ein. Dagegen kämpfen nicht nur verschiedene Frauenrechtsbewegungen in der islamischen Welt, sondern auch alle, die eine aktive Rolle der Frau in der Gestaltung des öffentlichen und sozialen Lebens für wichtig halten.

Moderne Muslime fordern Umdenken

Der sehr konservativen Auslegung steht, besonders in Deutschland, ein liberaler Islam gegenüber. Viele muslimische Paare führen völlig gleichberechtigte Ehen, in denen auch die Frauen berufliche Karrieren machen. Diese Familien haben den westlichen Lebensstil angenommen, begreifen sich aber dennoch als gläubige Muslime. Den Koran legen sie nicht wörtlich aus, sondern sehen ihn in seinem geschichtlichen Kontext.

Vor der Hochzeit müssen bei strenggläubigen Muslimen Ehehindernisse ausgeschlossen werden: Zwar dürfen Männer Jüdinnen und Christinnen heiraten, da der Islam auch deren Propheten anerkennt. Muslimische Frauen hingegen dürfen keine Christen oder Juden heiraten.

Wie der Vater, so das Kind

Schließlich wird nach islamischem Recht die Religionszugehörigkeit eines Kindes durch die Religion des Vaters bestimmt. Also würde im Fall eines christlichen oder jüdischen Vaters dem Islam ein Kind verloren gehen.

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