Der Anti-Sarrazin

Porträt der Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan

Kultur | Forum am Freitag - Der Anti-Sarrazin

Nach dem Integrationsgipfel im Kanzleramt hat Kamran Safiarian die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan getroffen, um mit ihr über die Ergebnisse und "hybride Identitäten" zu sprechen.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.02.2017, 23:55

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Naika Foroutan 2010 bekannt, als sie Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" scharf kritisiert. Ihr Anliegen war es zu zeigen, dass viele seiner Thesen falsch sind.

Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin
Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin Quelle: ZDF

Naika Foroutan kommt als Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters 1971 im Iran zur Welt. Als Naika zwölf ist, verlässt die Familie nach den Wirren der Islamischen Revolution den Iran.

Beschäftigt mit Fragen der HEYMAT

Naika Foroutan wächst in Boppard am Rhein auf und studiert später an der Universität Köln Politikwissenschaften, Romanistik und Islamwissenschaft. In den Jahren 2000 bis 2004 promoviert sie an der Georg-August-Universität Göttingen bei Prof. Bassam Tibi im Themenbereich "Interzivilisatorische Kulturdialoge zwischen dem Westen und der islamischen Welt". Zwischen 2006 und 2009 lehrt Foroutan an der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und wechselt 2009 an das Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin.

Von Sarrazins Thesen bleibt nicht viel

Seit 2008 leitet sie dort das Forschungsprojekt "Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)". Daneben organisiert Foroutan für die Humboldt-Universität in Kooperation mit der Stiftung Mercator die "Junge Islam Konferenz - Berlin 2011", den jugendlichen Ableger der Deutschen Islamkonferenz.Einer breiteren Öffentlichkeit wird Foroutan 2010 bekannt, als sie Thilo Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" scharf kritisiert. Sie wirft Sarrrazin fehlerhafte Quellenlektüre vor und die Tatsache, mit falschen Zahlen argumentiert zu haben. Ihr "Fakten-Check endete mit dem Ergebnis, dass von den in "550 Fußnoten" ausgewiesenen Tatsachenbehauptungen Sarrazins nicht viel bleibt. Vor allem Sarrazins These zur Jugendgewalt bei Migranten hat sie entkräftet.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Migrationsforschung, sie befasst sich mit Identitätsbildungsprozessen von Muslimen und Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund in Deutschland. Hybride Identitäten nennt sie die Menschen, die die Werte von Morgenland und Abendland in sich vereinen - trotz aller Widersprüche, und oft nicht bruchlos.

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