Die Bedeutung Mohammeds für die Muslime

Der "Rasul Allah" - "Gesandter Gottes"

Seit Jahrhunderten wird Mohammed von den Muslimen als der Prophet Gottes verehrt. Man nennt seinen Namen nie, ohne den Satz hinzuzufügen: "Möge Gott ihn segnen und ihm Heil schenken". In erster Linie ist Mohammed für die Muslime der Übermittler der göttlichen Botschaft. Deswegen wird er auch "Rasul Allah" genannt, der "Gesandte Gottes". Damit steht er nach muslimischer Überzeugung in einer Linie mit Moses, der den Juden die Tora brachte, und Jesus, der den Christen das Evangelium offenbarte. Mohammed selbst sah sich als normalen Menschen und Diener Gottes. Aus diesem Grund lehnen die Muslime die Bezeichnung "Mohammedaner" ab, denn im Zentrum ihres Glaubens steht nicht Mohammed, sondern die von ihm überbrachte Schrift des Koran.

Die Himmelfahrt des Propheten Mohammed Quelle: akg

Dennoch galt Mohammed schon zu seinen Lebzeiten und in den nachfolgenden Jahrhunderten bis heute als das ideale Vorbild für die Muslime. Darum richten sie sich in allen Lebensbereichen nach seinem Beispiel: im Umgang mit Freunden und Feinden, beim Essen und Trinken, bei Trauer und Freude.

Überlieferte Worte Mohammeds

Diese Worte und Taten Mohammeds, auf Arabisch "Sunna" genannt, wurden zur Norm für das Gemeinschaftsleben der Muslime. Die Beobachtungen und Erinnerungen an das, was der Prophet sagte und tat, wurden mündlich und schriftlich in den traditionellen Überlieferungen, den so genannten "Hadithen", weitergegeben. Die Hadithe befassen sich mit allen Aspekten von Mohammeds Leben, den sehr persönlichen ebenso wie den religiösen und sozialen. Wenn also Muslime beten oder die Wallfahrt nach Mekka unternehmen, versuchen sie, so zu beten, wie der Prophet betete oder die Wallfahrt vollzog - ohne der überlieferten Art und Weise von Mohammeds Gottesverehrung irgendetwas hinzuzufügen oder zu nehmen.


Die Überlieferungen des Propheten bieten Wegweisung in Angelegenheiten wie persönliche Hygiene, Kleidung, Ernährung, Behandlung der Ehefrauen, Diplomatie und Kriegführung. Für viele Muslime hat die detaillierte Beschreibung von Mohammeds Taten in Krieg und Frieden, von seinem Umgang mit Familie, Freunden und Feinden, von seinen Urteilen in guten wie in schlechten Zeiten und von seinen Entscheidungen in Zeiten der Belagerung oder des Sieges eine große Bedeutung für ihr persönliches Leben.

Geburtstagsfeiern für den Proheten

In neuerer Zeit wird auch der Geburtstag des Propheten feierlich begangen. Man veranstaltet Fackelzüge, verschenkt Süßigkeiten und spendet Mahlzeiten für die Armen. Es werden Gebete gesprochen und Gedichte zur Erinnerung an Mohammed vorgetragen. Die Geistlichen erzählen im Gottesdienst oder im Fernsehen Geschichten aus dem Leben des Propheten, und Kinder rezitieren Gedichte, die zu seinen Ehren im Laufe der Jahrhunderte verfasst wurden.


Einige strenge Muslime wie die Wahhabiten in Saudi-Arabien, des Geburtslandes Mohammeds, oder die Deobandis in Pakistan lehnen diese Feiern jedoch als eine unzulässige Erneuerung ab. Ihre orthodoxen Theologen betonen, dass der Koran das Zentrum des Islam sei, nicht der Prophet, der lediglich die Aufgabe hatte, die Botschaft Gottes weiterzugeben. Zudem sei es eine Nachahmung der Christen, so ihre Argumentation. Andere Muslime wiederum sagen, Mohammed selbst und seine Gefährten hätten bereits seinen Geburtstag auf besondere Weise begangen, allerdings mit Fasten, nicht mit Festlichkeit. Wie dem auch sei: Für die meisten Menschen in der islamischen Welt folgt diese Feier in der Hierarchie des islamischen Festkalenders direkt auf die beiden großen Feste zum Ende des Ramadans sowie der Wallfahrt nach Mekka.

Mohammed in Europa

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