Ehe - die angemessene Lebensform

Alles über Heirat und Ehe im Islam

"Wer heiratet, hat eine Hälfte seiner Gläubigkeit gesichert, dann soll er für die zweite Hälfte Gott fürchten." (Sure26/ Vers 32)
Dieses Zitat aus dem Koran zeigt die große Bedeutung der Ehe für den Islam. Heirat ja oder nein, die Frage stellt sich demnach so nicht.

Ehering anstecken Quelle: dpa

Allen Menschen, die hierzu geistig, körperlich und finanziell in der Lage sind, wird die Ehe mit dem Ziel der Familiengründung als angemessene Lebensform empfohlen. Noch in der heutigen gesellschaftlichen Praxis ist ein Single-Leben außerhalb der Familie nur schwer denkbar.

Ehe: Rücksicht und Fürsorge

Im Mittelpunkt der islamischen Ehe steht die Fortpflanzung. Die Beziehung soll von Rahma, was soviel bedeutet wie Barmherzigkeit, gegenseitiger Rücksicht und Fürsorge geprägt sein. Denn nach den Vorstellungen des Koran gründet die islamische Familie auf der gegenseitigen Zuneigung und Liebe von Mann und Frau. Da vor- und außereheliche Beziehungen islamischen Moralvorstellungen zufolge verboten sind, dient die Ehe auch der Befriedigung und Kanalisierung des Geschlechtstriebs. Dieser wird durchaus als positives Element der Schöpfung bewertet. Sexualität kann sogar als Vorgeschmack auf paradiesische Wonnen betrachtet werden, solange sie innerhalb der Ehe stattfindet. Um also keine Sünde zu begehen, ermahnen islamische Gelehrte die Muslime, sich möglichst bald nach Eintreten der Geschlechtsreife zu verheiraten. Daraus resultiert dann auch das häufig sehr junge Heiratsalter der Eheleute.


Die Scharia begreift die Ehe als einen zivilrechtlichen Vertrag, den die Partner miteinander schließen. Ein Großteil der Ehen in den traditionell islamischen Gesellschaften ist auch heute noch arrangiert, was dort nicht grundsätzlich als schlecht empfunden wird. Viele Paare vertrauen auf das Urteil ihrer Eltern, fühlen sich sicherer, den Bund fürs Leben einzugehen, wenn der Partner vorher gründlich geprüft wurde.

Riskante Liebesheirat?

Reine Liebesheiraten, wie sie seit dem 20. Jahrhundert in westlichen Gesellschaften üblich sind, werden von Muslimen oft als zu zufällig, risikobeladen und unmoralisch empfunden. Ein religiöser Richter, der so genannte Qadi, beglaubigt die Eheschließung und registriert den Ehevertrag. Vertragspartner sind der Bräutigam und ein Vertreter der Braut. Allerdings sollte das Einverständnis der Braut eingeholt werden, da eine junge Frau nicht gegen ihren ausdrücklichen Willen verheiratet werden darf. Leider wird dieses Gebot in der Praxis zum Teil dadurch unterlaufen, dass das Schweigen der Braut als Zustimmung gewertet wird.


Die Trauung wird in der Moschee oder Zuhause in Anwesenheit von Zeugen von einem Imam vollzogen. Anschließend wird sie durch die Heimholung der Braut besiegelt und in einem darauf folgenden öffentlichen Fest gefeiert.Lesen Sie mehr zum Rollenverständnis in der Ehe

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