Evangelisch-muslimischer Dialog

Treffen zwischen Islam- und Kirchenvertretern

Kultur | Forum am Freitag - Evangelisch-muslimischer Dialog

Das "Forum" widmet sich zwei Themen: zum einen dem Dialog zwischen Muslimen und der evangelischen Kirche, zum anderen der vom Kölner Landgericht als Körperverletzung eingestuften Beschneidung.

Beitragslänge:
14 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.06.2017, 23:55

Erstmals seit langer Zeit haben sich Vertreter des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland (KRM) und der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Gesprächen getroffen. Mit dabei war auch der KRM-Sprecher Ali Kizilkaya. Ihn trifft "Forum am Freitag"-Moderator Abdul-Ahmad Rashid um über Atmosphäre und Ergebnisse des Gespräches zu sprechen. Außerdem im "Forum am Freitag": Streit um die religiöse Beschneidung bei Jungen. Das Kölner Landgericht hat die Beschneidung als Körperverletzung gewertet. Viele Muslime und auch Juden sehen darin einen Eingriff in ihre Religionsfreiheit.

Im Dialog zwischen Muslimen und Vertretern der Evangelischen Kirche war lange Funkstille. Im Juni haben sich zum ersten Mal seit fast fünf Jahren Spitzenvertreter der EKD und des Koordinierungsrates der Muslime in der Duisburger Mevrez-Moschee zu einem Spitzengespräch getroffen.

Neue Herzlichkeit

Die lange Pause hat sich teils ergeben, weil der gleich mehrfache Wechsel im Amt des Ratsvorsitzenden kein früheres Spitzengespräch zuließ, teils, weil die Nachwirkungen des EKD-Textes "Klarheit und gute Nachbarschaft" aus dem Jahr 2006 noch immer spürbar waren. Vor allem die Formulierung "Dialog und Mission schließen sich nicht aus" sorgte damals bei den muslimischen Verbänden für Verärgerung. Heute ist der Text nach Aussage des Vizepräsidenten des EKD-Kirchenamts, Martin Schindehütte, noch immer ein "wichtiger Grundlagentext" der EKD. Pläne, ihn nach den Protesten zu verändern, verschwanden in der Schublade.


Doch beim jüngsten Gespräch zwischen EKD und KRM war "Klarheit und gute Nachbarschaft" kein Thema mehr. Die Gesprächspartner haben den garstigen Graben überbrückt. "Wir sind von der Konfliktklärung zur Wahrnehmung gemeinsamer Verantwortung gelangt", sagt der Islamreferent im Kirchenamt der EKD, Martin Affolderbach. Und auch die Ergebnisse des Treffens zeugten von einem neuen Aufbruch: Künftig soll es eine "verbindliche Struktur" des evangelisch-muslimischen Dialogs in Deutschland geben, kündigten Schneider und der KRM-Sprecher Ali Kizilkaya an.

Feste Strukturen für Dialog

Beide Seiten vereinbarten die Bildung einer festen Gesprächsstruktur mit Arbeitsgruppen für schwierige Themen wie die gemeinsame Trägerschaft von Kindertagesstätten. Wie viele Arbeitsgruppen zu welchen Themen gebildet werden, soll bis zum nächsten Spitzentreffen im Sommer 2013 feststehen. Kizilkaya würdigte die Dialogbereitschaft der EKD: Das Treffen in Duisburg sei ein "Neuanfang für eine bessere Zusammenarbeit, Austausch und Dialog" gewesen. "Künftig werden wir uns besser abstimmen und besser im Dialog zusammenarbeiten."

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