Gewaltbereite junge Muslime

Neue Studie zum Zusammenhang zwischen Islam und Gewalt

Eine besorgniserregende Entwicklung unter jungen Muslimen hat eine neue Studie festgestellt: Ihre Gewalttätigkeit wächst mit zunehmender Bindung an den Islam. Dies geht aus dem zweiten Bericht zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesinnenministeriums und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) hervor, das von dem Kriminologen Christian Pfeiffer geleitet wird.

Als Erklärungsansatz ziehen die Autoren Befunde des türkischstämmigen Religionswissenschaftlers Rauf Ceylan heran. Der hatte festgestellt, dass die Mehrheit der Imame in Deutschland, also der muslimischen Geistlichen, den Rückzug in einen konservativen Islam und in die eigene Ethnie fördert.

Interview mit Rauf Ceylan: Fromm und gewalttätig?Die meisten Imame seien nur zeitweise in Deutschland, könnten kein Deutsch und deshalb keine positive Beziehung zur deutschen Kultur aufbauen. Für sie sei die Dominanz der Männer selbstverständlich. Ihre Lehren förderten entsprechende Einstellungen bei muslimischen Jugendlichen.

Pädagogische Maßnahmen gefordert


Deswegen fordert Ceylan dringend pädagogische Maßnahmen: Die religiöse Bildung für muslimische Kinder müsse verbessert werden, jungen Menschen müsse vermittelt werden, dass "Deutschsein und Islam sich nicht ausschließen". Zudem könne die Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft wesentlich zur Identifikation mit der deutschen Rechtsordnung beitragen.

"Der Islam" ist nicht verantwortlich

Auch die Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) hat sich für Verbesserungen bei der Bildung und Ausbildung ausgesprochen. Allerdings seien die jungen Migranten selbst auch gefordert, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten zu nutzen, erklärte sie. Es sei von zentraler Bedeutung, dass junge Muslime frühzeitig eine Perspektive erhalten.Der Leiter des KFN Christian Pfeiffer macht für die beschriebenen Phänomene aber nicht den Islam selbst verantwortlich: "Das ist kein Problem des Islam, sondern der Vermittlung des Islam. "Niedersachsens Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) plädierte für "eine zielgerichtete Weiterbildung der Imame vor Ort in Deutschland" und verwies auf ein Modell in ihrem Bundesland. Grundsätzlich gelte: "Die jungen Menschen der dritten oder vierten Generation der Einwanderer brauchen positive Vorbilder."

Das KFN befragte 2007/2008 bundesweit in 61 Städten und Landkreisen rund 45.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse. Ein Schwerpunkt war die Frage, wie sich die Zugehörigkeit zu einer Religion und die persönliche Religiosität auf die Einstellungen und Verhaltensweisen von 14- bis 16-Jährigen und insbesondere auf die Integration junger Migranten auswirken. Das Ergebnis: Während junge Christen mit steigender Religiosität weniger Gewalttaten begehen, ist bei jungen, männlichen Muslimen das Gegenteil der Fall.

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