Halal-Tourismus

Wenn Muslime reisen

Millionen Muslime fliegen jetzt in die Ferien. Wie genau aber reisen sie? Auf was müssen die Reiseveranstalter achten? Welche Bedürfnisse haben strenggläubige Muslime beim Reisen? Was bedeutet Halal-Tourismus und was versteht man unter Ramadantourismus?

Reiseveranstalter Feyruz Dursun
Reiseveranstalter Feyruz Dursun Quelle: ZDF

Auch in ihrem Urlaub achten streng gläubige muslimische Reisende darauf, islamische Regeln einzuhalten. Ort und Atmosphäre für das täglich fünfmal stattfindende Gebet muss ebenso gegeben sein, wie das nach islamischem Recht zubereitete Essen, bei dem auf Schweinefleisch, Alkohol und den Verzehr von Blut verzichtet wird.

Mekka statt Ibiza

Urlaub im Ramadan

Im Arabischen bezeichnet man Verhaltensweisen, die mit der Religion in Einklang stehen, als "halal". Viele Reiseanbieter haben sich auf den Halal-Tourismus eingestellt. Zum Service gehören gesonderte Pools für Männer und Frauen und Strände für weibliche Gäste. Sie baden in manchen Halal-Hotels sogar an eigenen Stränden und sind am ganzen Körper bekleidet. Sie baden im sogenannten Hashema, einem Ganzkörperanzug. Vor allem im Nahen Osten entstehen zurzeit immer mehr Anlagen, die sich auch baulich an den islamischen Regeln orientieren.

In Deutschland gibt es über 4 Millionen Muslime, für die ebenfalls die Fastenzeit begonnen hat. Schätzungsweise die Hälfte der Muslime in Deutschland fasten. Viele verbringen den Fastenmonat in ihrer Heimat mit ihren Familien, machen Urlaub in muslimischen Ländern - Stichwort "Ramadantourismus" - oder pilgern zum Beispiel nach Mekka. Einmal im Leben nach Mekka zu pilgern - das ist laut Koran der Höhepunkt des muslimischen Daseins. Jedes Jahr treten um die drei Millionen Muslime zur so genannten Hadsch an.

Interesse an muslimischer Kultur

"Die jährliche Standardreise in die Heimat der Eltern ist normal," erklärt Hasan Balcok, Mitarbeiter im Essener Reisebüro Balcok, "es gibt aber ein immer größer werdendes Interesse an Besuchen muslimischer Kulturstätten." In Europanähe zählten hierzu die Türkei, Bosnien, aber auch das spanische Andalusien. Aber auch England, Thailand und Dubai haben das Potenzial hinter dem muslimischen Tourismus erkannt:

Mit speziellen "Ramadanpaketen" möchte die nationale Tourismusagentur in Thailand muslimische Touristen locken. "Besucher aus dem Nahen Osten kommen in steigendem Maße nach Thailand. Es ist ermutigend für uns, dass viele thailändische Hotels und die Tourismusindustrie im Allgemeinen diese Gäste willkommen heißen", sagt Pramoth Supyen, Leiter des Nahostbüros der thailändischen Tourismusagentur, "alle Thais freuen sich auf die Gäste aus dem Nahen Osten und hoffen, dass diese in Thailand einen unvergesslichen Ramadan verbringen werden."

Hotels nach islamischen Regeln

Nach Angaben des libanesischen Tourismusexperten Naji Marcos geben arabische Reisende jährlich mehr als zwölf Milliarden US-Dollar für den Tourismus aus. Eine von MiddleEast.com durchgeführte Studie zeigt zudem, dass 88 Prozent der arabischen Touristen ihren Sommerurlaub am liebsten in einem islamischen Hotel verbringen würden.

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