Helle Gewänder, lange Bärte

Salafisten leben nach strengen Regeln

Die Männer fallen durch ihre hellen Gewänder und ihre langen Bärte auf. Die Frauen tragen Ganzkörperbedeckungen. Unter den Muslimen gelten sie eher als Randgruppe - die Salafisten. Sie sehen sich selbst als Muslime, die als einzige Gruppierung den "wahren Islam" leben.

Koranverteilung der Salafisten in Berlin
Koranverteilung der Salafisten in Berlin Quelle: dpa

Der Begriff "Salafismus" kann mit der "Orientierung an den frommen Vorderen" beschrieben werden. Er stammt von dem arabischen Ausdruck "Salafiyya" - "Salaf" bedeutet "die Vorfahren". Ein Anhänger der "Salafiyya" ist ein "Salafi"; die verbreitete Bezeichnung "Salafist" ist aus der zeitgenössischen Bewegung entstanden.

Leben wie Mohammed selbst

Es gilt die Abkehr von der westlichen Welt und dem dort vorherrschenden Menschenbild. Darüber hinaus wird Wert auf Geschlechtertrennung gelegt und Homosexualität als Sünde bezeichnet. Wer die Entstehung der Welt naturwissenschaftlich herleitet, wird als ketzerisch beschrieben. Für die Salafisten steht Gott über allem: Allein der Prophet Mohammed, seine Gefährten sowie deren direkte Nachfahren sind die einzigen anerkannten Autoritäten. Mohammed gilt als Vorbild - seine Taten und Handlungen stellen die Richtlinie für das irdische Leben dar. Die Einhaltung dieser Lebensweise garantiere den Eingang ins Paradies.

Salafisten verteilen den Koran
Salafisten verteilen den Koran Quelle: ZDF


Der Salafismus ist eine von vielen Strömungen innerhalb des Islam. Er kommt aus Saudi-Arabien und ähnelt der dortigen streng konservativen Staatsdoktrin des Wahhabismus. Beide Formen berufen sich auf Ibn Taimya, ein Religionsgelehrter aus dem 13. Jahrhundert. Nachdem sich der Salafismus in den 70er Jahren in der arabischen Welt verbreitet hat, wurde man in Europa in den 90ern auf ihn aufmerksam. Man unterscheidet zwischen dem puristischen Salafismus, der sich auf die Regelung des privaten Lebensbereichs bezieht und dem politischen. Bei der zweiten Form handelt es sich um eine Minderheit der Salafisten, die sich wiederum in zwei Lager spaltet. Die einen verfolgen eine gewaltbereite, dschihadistische Ideologie. Auch die anderen politischen Salafisten wollen die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umbauen, lehnen aber Gewalt dabei ab.

Mission wirbt um junge Christen

Verstärkt junge Deutsche mit christlichem Hintergrund konvertieren zu der radikalen Glaubensrichtung. Dieser Zulauf ist unter anderem damit zu begründen, dass die Salafisten intensive Werbung betreiben und traditionelle muslimische Organisationen altmodisch erscheinen lassen. Der Übertritt stellt generell keine Schwierigkeiten dar; Internetportale bieten diesen sogar per Telefon an.

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