Hilfe, wo sie sonst niemand gibt

Grünhelme - ein christlich-muslimisches Hilfscorps

Fünf Jahre lang trug Rupert Neudeck die Idee für die Grünhelme mit sich herum. Der Theologe, Journalist und "Cap Anamur"-Gründer war es nach eigener Aussage leid, den Dialog zwischen den Religionen nur über Konferenzen, Predigten und Vorlesungen zu führen. Darum gründete er im Jahre 2003, kurz nach Kriegsbeginn im Irak, zusammen mit Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland die "Grünhelme".

Schild der Grünhelme
Schild der Grünhelme Quelle: ZDF

Dienst im Krisengebiet

Vorbild für die neue Organisation war das Friedenscorps der USA. Diese auf Anregung des früheren amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy gegründete unabhängige US-amerikanische Behörde setzt sich für die Verständigung zwischen den Völkern ein. Neudeck und Mazyek wollten durch die Gründung der Grünhelme ein deutsches Friedenscorps schaffen. Dabei sollen junge Menschen für eine Zeit von drei Monaten in einem Krisengebiet Dienst leisten und zerstörte Ortschaften wieder aufbauen. Das Besondere dabei: Die Jugendlichen sind Christen und Muslime.


Absicht der Grünhelme ist es, den Dialog zwischen den Religionen durch praktische Arbeit mit Leben zu erfüllen. Gesucht werden Menschen, die Berufe ausüben wie Ingenieure, Zimmerleute, Maurer und andere Handwerker. Sie leisten für drei Monate in einem Krisengebiet Aufbauhilfe. Ihre Einsatzorte sind jedoch nicht die Hauptstädte, in denen sich die Hilfsorganisationen drängeln.

"Radikale Hilfe"

Die Grünhelme gehen in die Rangebiete der Region, in denen die Menschen von dem großen Fluss der Hilfsgüter und Helfer oft vergessen werden. Sie bekommen dafür Flug und Unterkunft gestellt, außerdem ein bescheidenes Taschengeld, aber keinen Lohn. Neudeck nennt diese Hilfe "radikal": "Radikale Hilfe bedeutet für uns, drei Monate unentgeltlich bei den Grünhelmen zu arbeiten und das als Auszeichnung zu empfinden." Die Gelder stellt ein Förderkreis von Sympathisanten und Unterstützern bereit, der sich momentan, so Neudeck, auf zehntausend Personen beziffert. "Das ist noch viel zu wenig", so der Friedensaktivist, "aber wir können damit schon einige Projekte auf die Beine stellen".

So bauen die Grünhelme vor allem Schulen und Krankenhäuser auf. Tätig sind sie dabei hauptsächlich im Irak und in Afghanistan, aber auch in einigen afrikanischen Ländern. Der Name "Grünhelme" ist eine Anlehnung an die UN-Blauhelme, wobei Grün als die Farbe der Hoffnung und des Neuanfangs, aber auch des Islams gilt.

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