Muslime bedrohen Muslime

Fundamentalisten gegen Liberale

In einem vergangene Woche veröffentlichten Video bauen muslimische Extremisten ein Bedrohungsszenario auf. Der Film der "Globalen Islamischen Medienfront" wurde am Mittwoch im Internet eingestellt. Dabei werfen die Verfasser vor allem dem Zentralrat der Muslime in Deutschland und der DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, vor, Organisationen zu sein, die dem Islam nicht folgten. Ein Bild zeigt unter anderem auch den Generalsekretär des Zentralrates, Aiman Mazyek. Im dazugehörigen Text wird er als "Feind des Islams" bezeichnet. Er sei "ein Freund der Juden und Christen" und vertrete "die Religion der Demokratie".

Aiman Mazyek


Forum am Freitag: Herr Mayzek, in einem neuen Drohvideo der "Globalen Islamischen Medienfront" werden Sie als "Feind des Islams" bezeichnet. Wie reagieren Sie auf diese Vorwürfe?



Aiman Mazyek: Es ist nicht das erste Mal, dass wir Hassmails von vermeintlichen Muslimen erhalten. Von dieser Gruppierung ist es jedoch das erste Mal. Diese Leute sind Feinde des Islams und der Demokratie.



Forum am Freitag: Haben Sie Angst, dass man Ihnen Gewalt antun könnte?



Mazyek: Ich persönlich fürchte mich nicht so sehr, Angst habe ich aber um meine Familie. Dennoch erwarte ich, dass die Sicherheitsbehörden da eine deutlichere Rolle spielen und nicht mit lauwarmen Worten diese konkrete Bedrohungslage abtun. Ich frage mich: Wer steckt hinter der Gruppe, ein weltweit operierendes Netzwerk, oder eine lose Gruppe? Die Tatsache, dass das Video weltweit im Internet gesehen werden kann, potenziert die davon ausgehende Gefahr erheblich.


Forum am Freitag: Bislang wurde von muslimischen Extremisten vor allem Terror gegen Ungläubige und Nichtmuslime ausgeübt. Nun sind auch Muslime in die Zielscheibe dieser Personen geraten. Entwickelt sich hier eine neue Dimension der Auseinandersetzung?



Mazyek: Diesen Leuten - ob sie Muslime sind, sei dahingestellt - geht es darum, den Hass und die Zwietracht unter den verschiedenen Religionen in Deutschland zu säen. Sie wollen den Clash, sie wollen den Zusammenprall der Kulturen, der Religionen. Das friedliche Zusammenleben der Kulturen ist ihnen ein Dorn im Auge. Dazu sind ihnen alle Mittel recht, auch, den Islam selber zu pervertieren und für ihren Kampf zu instrumentalisieren.


Forum am Freitag: Was kann man auf muslimischer Seite tun, um dieser Bedrohung zu begegnen und die gewaltbereiten Extremisten auszugrenzen?



Mazyek: Mit ihrer Botschaft wollen sie versuchen, am extremistischen Rand der muslimischen Community zu fischen. Ich bin der Überzeugung, dass das ohne Erfolg bleibt, weil sich alle friedliebenden, demokratischen Kräfte - also die überwältigende Mehrheit der Muslime - zusammentun und sich ganz klar davon jeden Tag durch Wort und Tat abgrenzen.

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