Muslime in Deutschland - Teil 2

Die Deutschen und Ihre Meinung zu Moscheen und Minaretten

Moscheen ja, islamischer Religionsunterricht: eher nein. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat im Auftrag des ZDF vom 19. bis 21. Juni 2007 1.306 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland telefonisch
zum Thema "Muslime in Deutschland" befragt.

Kopftücher bei muslimischen Frauen?

29 Prozent aller Deutschen stört es, wenn muslimische Frauen bei uns Kopftuch tragen, die klare Mehrheit von 70 Prozent hat damit aber kein Problem. Erneut sind Frauen und Männer hier einer Meinung; aber auch zwischen den Bildungsgruppen sowie Katholiken und Protestanten gibt es kaum Unterschiede. Selbst der Informationsstand der Deutschen über das Leben der Muslime spielt keine Rolle. Unterschiede in der Bewertung sind mit Blick auf das Alter der Deutschen zu konstatieren, wo die über 50-jährigen Befragten etwas häufiger als die unter 40-Jährigen das Kopftuch als störend empfinden.

Stört es Sie, wenn muslimische Frauen bei uns Kopftuch tragen? (Altersgruppen)

Integration

Und während sich im Osten Deutschlands 23 Prozent an Kopftüchern muslimischer Frauen stören, sind dies im Westen 30 Prozent. Dennoch bleibt auch hier festzuhalten, dass es in der deutschen Bevölkerung keine einzige soziale oder demographische Gruppe gibt, die sich bei den Muslima mehrheitlich am Kopftuch stört. Die Integrationshilfen für Muslime in Deutschland werden höchst ambivalent bewertet: Für 22 Prozent der Befragten wird für die Eingliederung der Muslime in Deutschland "zu viel" und für 27 Prozent "zu wenig" getan, eine relative Mehrheit von 37 Prozent bezeichnet den Status quo als "gerade richtig" und 14 Prozent können oder wollen dies nicht einschätzen. Defizite bei den Integrationshilfen bemängeln jeweils 23 Prozent der Haupt- und Realschulabsolventen, aber schon 41 Prozent der Befragten mit Abitur. Dass zu wenig getan wird, meinen zudem überproportional viele junge Deutsche. Im Westen Deutschlands sagen mit 29 Proezent sichtbar mehr Befragte als im Osten mit 19 Prozent, dass bei der Eingliederung von deutscher Seite zu wenig getan wird. Allerdings erlauben sich im Osten mit anteilig 25 Prozent weit überdurchschnittlich viele Bürger hierzu kein Urteil. Zudem existiert ein Nord-Süd-Gefälle: Im Norden der Republik sprechen 17 Prozent, in der Mitte 21 Prozent und im Süden 27 Prozent von "zu vielen" Hilfen.

Für die Integration von Muslimen wird ... getan? (Parteizugehörigkeit)

Neben regionalen Trends zeigt schließlich auch der Faktor Einwohnerzahl einen deutlichen Effekt: Dass für die Integration von muslimischen Mitbürgern "zu viel" getan werde, glauben in den Kleinstädten rund doppelt so viele Befragte wie in den großen Städten des Landes. Umgekehrt haben in Großstädten überdurchschnittlich viele Befragte den Eindruck, dass auch von deutscher Seite mehr Integrationshilfen nötig sind. Während die Meinungen zu den Integrationshilfen für Muslime weit auseinandergehen, gibt es umgekehrt massive Kritik an den Integrationsbemühungen der Muslime in Deutschland: 79 Prozent der Bundesbürger haben den Eindruck, dass die meisten bei uns lebenden Muslime nicht genug tun, um sich hier einzugliedern. Für nur 10 Prozent gehen die Bemühungen weit genug und 11 Prozent können oder wollen dies nicht einschätzen.

Tun die meisten Muslime für ihre Integration genug?

An der Deutlichkeit dieser Einschätzung besteht in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen hoher Konsens; selbst in den verschiedenen politischen Lagern sind mindestens drei von vier Befragten der Meinung, dass die muslimischen Mitbürger ihrerseits nicht genug zu ihrer Integration in Deutschland beitragen.

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