Pilgerbesuch als heilige Pflicht

Wer die Wallfahrt nach Mekka auf sich nimmt, genießt bei anderen Muslimen großen Respekt

Die Wallfahrt nach Mekka ist neben dem Glaubensbekenntnis, dem fünfmal täglich zu verrichtenden Gebet, der Armensteuer und dem Fasten im Monat Ramadan eine der fünf Säulen des Islam. Für jede Muslimin und jeden Muslim ist sie einmal im Leben Pflicht, so wie es der Koran in Sure 2, Vers 195 vorschreibt: "Und vollzieht die Wallfahrt und den Pilgerbesuch für Gott."

Pilger um die Kaaba
Pilger um die Kaaba Quelle: ZDF

Die Wallfahrt darf aber nur vollziehen, wer gesund und in der Lage ist, die Kosten dafür aufzubringen, ohne Schulden zu machen. Wer zu alt oder zu schwach ist, darf eine andere Person beauftragen, für ihn auf Pilgerfahrt zu gehen.

Pilgern im Weihezustand

Hat die oder der Gläubige den Entschluss zur Pilgerfahrt gefasst, so müssen sie sich in einen Weihezustand begeben. Dazu ziehen sich die Männer zu Beginn der Hadsch zwei weiße ungenähte Tücher an; die Frauen können weiter ihre muslimische Kleidung tragen. Mit dieser Tracht soll die Gleichheit aller Menschen vor Gott zum Ausdruck gebracht werden. Danach sprechen die Pilger laut ihre Absicht zur Pilgerfahrt aus und begeben sich somit unmittelbar in den Weihezustand, auf Arabisch "ihram" genannt. In dieser Zeit ist es ihnen untersagt, Geschlechtsverkehr zu haben, schlecht zu reden oder zu streiten, Tiere zu jagen oder zu töten und Parfüme zu benutzen. Übertretungen können mit einem Tieropfer vor Ort gesühnt werden, ansonsten gilt die Pilgerfahrt als ungültig. Der Weihezustand endet mit dem Ende der Pilgerfahrt.

Die Zeit für die Hadsch ist festgelegt auf den zwölften Monat des islamischen Mondkalenders, der auf Arabisch "Dhu al-hiddscha" heißt. Die Kerntage der Pilgerfahrt sind der achte, neunte und zehnte Tag dieses Monats. Die Pilger begrüßen zunächst die Kaaba und vollführen dort den Tawaf, das siebenmalige Umschreiten der Kaaba gegen den Uhrzeigersinn.

Höhepunkt in der Ebene Arafat

Der Höhepunkt ist der neunte Tag, an dem die Pilger von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in der Ebene von Arafat, 20 Kilometer von Mekka entfernt, verweilen und Gottes gedenken. Nach islamischer Überzeugung werden denjenigen, die an diesem Tag aufrichtig ihre bisherigen Sünden bereuen, diese von Gott vergeben. Am zehnten Tag begeben sich die Pilger zu drei Säulen in der Nähe von Mekka, die den Teufel symbolisieren, und vollziehen dort mit jeweils sieben Steinen die symbolische Steinigung des Teufels.

An diesem Tag beginnt gleichzeitig das viertägige Opferfest, an dem die Muslime in Mekka und in aller Welt mit einem Tieropfer daran erinnern, dass Abraham einst seinen Sohn Ismail für Gott opfern wollte. Die Tiere werden geschlachtet, das Fleisch eingefroren und in Länder mit hohem Anteil an armer Bevölkerung verschickt. Im Anschluss an dieses Opfer rasieren sich die Pilger das Haupthaar. Mit einer nochmaligen siebenfachen Umrundung der Kaaba sowie dem siebenmaligen Hin- und Herlaufen zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa in der Nähe der Kaaba beenden die Pilger die Hadsch. Die Männer dürfen sich fortan Hadschis und die Frauen Hadschas nennen. Wegen der großen Mühen und Anstrengungen, die sie durch den Besuch der heiligen Stätten des Islam hinter sich gebracht haben, genießen sie bei den anderen Muslimen großen Respekt.

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