Reinigungsvorschriften im Islam

Von ritueller Reinheit und Körperhygiene

"Reinheit ist der halbe Glauben" sagte schon der Prophet Muhammad, und tatsächlich spielt die körperliche Sauberkeit und Reinigung für Muslime eine große Rolle. Sie ist ein religiöses Gebot. So mahnt der Koran in Sure 2, Vers 222: "Gott liebt diejenigen, die sich immer wieder an Ihn wenden, und Er liebt diejenigen, die sich reinigen".

So müssen Muslime sich vor dem Gebet einer rituellen Reinigung unterziehen. Durch diese wird die rituelle Unreinheit des Gläubigen beseitigt. Diese entsteht durch den Kontakt mit allem, was unrein ist. Darunter fallen die verschiedenen Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen wie Blut, Urin, Kot, Sperma und Eiter. Auch der Kontakt mit unreinen Tieren wie Hunden und Schweinen verursacht rituelle Unreinheit.

Die islamische Pflichtenlehre unterscheidet dabei zwischen einer großen und einer kleinen Unreinheit, von denen man sich auf jeweils unterschiedliche Arten reinigen kann. Die große Unreinheit entsteht in Folge von Geschlechtsverkehr. Bei Frauen kommen die Menstruation und die Niederkunft hinzu; bei Männern reicht auch schon der Samenerguß. Um sich davon zu reinigen, müssen Männer und Frauen ihren ganzen Körper einmal (manche Gelehrte fordern auch dreimal) vollständig einschließlich der Haare mit fließendem Wasser reinigen.

Vorgeschrieben bis ins Detail

Die Beendigung der kleinen Unreinheit bedarf dagegen eines weniger umfangreichen Aufwands. Sie ist Bedingung für das Gebet und wird normalerweise kurz davor ausgeführt. Vor den Moscheen und den Gebetsstätten finden sich oft Anlagen, an denen diese Waschungen vorgenommen werden können. Diese rituelle Waschung ist in allen Einzelheiten vorgeschrieben und geht auf das Vorbild des Propheten Muhammad zurück. Dazu gehören das Ausspülen von Mund und Nase sowie das Waschen von Gesicht, Ohren, Händen und Füßen. Diese Waschung wird ungültig durch Schlaf, Toilettengänge, Abwinde oder Kontakt mit unreinen Dingen. Auch die Kleidung des Gläubigen muss für das Gebet rein sein, damit es gültig ist.

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