Schiiten gründen eigenen Verband

Positives Echo bei anderen muslimischen Vereinigungen

Anfang März haben sich in Hamburg 110 schiitische Moscheegemeinden in einem eigenen Dachverband "Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands" vereinigt. Die schiitischen Gemeinden in Deutschland setzen sich laut Dachverband mehrheitlich aus türkisch-, afghanisch-, iranisch-, libanesisch-, irakisch- und pakistanischstämmigen Gemeindemitgliedern zusammen. Weltweit sind die Schiiten neben den Sunniten die kleinere der beiden Hauptgruppen des Islam mit zwischen 10 und 25 Prozent aller Muslime.

Der Vorsitzende der "Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands", Ayatollah Hosseini Ghaemmaghami, hatte bei der Gründung des Dachverbandes erklärt, die Vereinigung sei in keiner Weise abhängig von besonderen politischen Spektren oder bestimmten religiösen Autoritäten. Er werde "als unabhängige Institution im Rahmen der demokratischen Gesellschaftsordnung und deutschen Grundgesetzordnung" aktiv werden.

Muslime begrüßen neuen Dachverband

Aiman Mazyek Quelle: ZDF


Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) begrüßt den Zusammenschluss der schiitischen Gemeinden in Deutschland. Der Sprecher des KRM Erol Pürlü sagte: "Der Zusammenschluss der schiitischen Gemeinden in Deutschland zu einem Dachverband ist ein wichtiger Schritt, um die Interessen der schiitischen Glaubensgemeinschaft in dieser Gesellschaft zu vertreten. Ich wünsche dem neugegründeten Dachverband viel Erfolg."


Auch der Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek, der den sunnitischen Islam vertritt, begrüßt die Gründung des neuen Verbandes. Eine Spaltung des Islam in Deutschland entlang der Konfessionen befürchtet er nicht. Den Vorsitzenden des schiitischen Dachverbandes schätzt Mazyek: "Ayatollah Hosseini Ghaemmaghami ist eine gewissenhafter und besonnener Gelehrter, der in den Wirren und außenpolitischen Verwerfungen mit seinen Aussagen zum gegenseitigen Respekt und zur Versöhnung beigetragen hat - ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Aussagen zum Antisemitismus. Das rechne ich ihm hoch an."

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet