Vom Hauptschüler zum Sternekoch

Die Karriere von Ali Güngörmüs

Ali Güngörmüs zählt zu den Shootingstars der deutschen Gourmetszene. Als er als Zehnjähriger nach Deutschland kommt, kennt er weder das Land noch die Sprache. Er versucht fieberhaft, sein Deutsch zu verbessern und den Hauptschulabschluss zu schaffen. Dabei muss er immer wieder mit Vorurteilen leben, als zum Beispiel eine Lehrerin ihm unmissverständlich sagt: "So einer wie Du gehört auf die Sonderschule". Darüber kann der heutige Sternekoch Ali Güngörmüs nur lachen. Inzwischen zählt gar der Bundespräsident den gebürtigen Türken zu Deutschlands wichtigsten "100 Köpfen von morgen".

Hummer in Ali Güngörmüs Küche
Hummer in Ali Güngörmüs Küche Quelle: ZDF

Türkischer Traum

Als Kind hätte sich Ali nie erträumt, ein bekannter Starkoch zu werden. Er wächst mit seinen sechs Geschwistern im ostanatolischen Tunceli auf. Mit zehn Jahren kommt er mit seinen sechs Geschwistern nach München.Als dreizehnjähriger verdient er sich als Tänzer in einer Hip-Hop-Band sein erstes Geld. Dann macht er eine Kochlehre und hat schon früh ein großes Ziel. "Mit 17 wollte ich ausgelernt haben, mit 25 Jahren Küchenchef sein und mit 30 meinen eigenen Laden haben", sagt er. Heute lebt er fürs Kochen und arbeitet täglich 12 Stunden - auch an Wochenenden. Zu Hause dagegen, so verrät er uns, kocht er nie.

Die Erfolgsgeschichte des Sternekochs ist indes keine Seltenheit. Eine Studie des Wirtschafts-prüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers zeigt, daß die Karriere des Ali Güngörmüs unter den türkischstämmigen Unternehmern in Deutsch-land eher die Regel ist. Es gibt mehr als 70 000 türkische Unternehmen im Land mit insgesamt 350 000 Beschäftigten. Türkischstämmige Unternehmer sind nach den Ergebnissen der Studie in der Regel überdurchschnittlich motiviert, gut integriert und sehr erfolgreich. In einigen Fällen übertreffen sie sogar ihre deutschen Kollegen, denn sie vereinen oft die Stärken aus zwei Kulturkreisen. Türkische Unternehmen sind längst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland geworden. Sie setzen schon jetzt jährlich 36 Milliarden Euro um.

Le Canard

Ali Güngörmüs ist seit 2005 Inhaber und Küchenchef des Nobelrestaurants "Le Canard" an der Hamburger Elbchaussee. Er ist der weltweit einzige türkische Koch mit einem Michelin-Stern und hat jetzt ein ganz privates Kochbuch geschrieben: "Ali Güngörmüs". "Ein Kochbuch war mein Traum. Aber ich wollte eins, bei dem man auch erfährt, wie ich aufgewachsen bin." Zwischen den Rezepten hat er seine Kindheitserinnerungen aufgeschrieben. "Schon auf dem Schulweg durch mein Dorf konnte ich den sanften oder scharfen Geruch von Gewürzen unterscheiden, der aus den Küchenfenstern auf die Straße kroch."

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