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Der letzte Da Vinci – Das teuerste Kunstwerk der Welt

Das Gemälde "Salvator Mundi" wurde 2017 als original Leonardo da Vinci für 450 Mio. Dollar versteigert. Seine Zuschreibung: umstritten. Wie ein Werk zum Mythos wird.

Videolänge:
95 min
Datum:
27.11.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.01.2022, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Kulturdokus

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18.12.2021
Videolänge
37 min Kultur

Packend wie ein Kunstkrimi erzählt der französische Autor Antoine Vitkine die Geschichte des teuersten Gemäldes der Welt. Er folgt den Spuren von Geld, Macht, Betrug und diplomatischen Verwicklungen bis in höchste Regierungskreise und entlarvt einen Kunsthandel ohne jegliche kunsthistorische Seriosität.

"Salvator Mundi", der Erlöser der Welt – ein blau gekleideter Christus mit einer Kristallkugel und zum Segensgruß erhobenen Hand. Das Bild soll vom berühmten Renaissance-Künstler Leonardo da Vinci gemalt worden sein – eine umstrittene Zuschreibung, deren Folgen die Dokumentation Schritt für Schritt aufdeckt.

Hype um eine Ikone

Das Gemälde befand sich in einem ruinösen Zustand, als es im Jahr 2005 auf einer Provinzauktion für rund 1200 Dollar den Besitzer wechselte. Nach einer aufwendigen Restaurierung präsentierte man es sechs Jahre später als authentischen Leonardo da Vinci in einer Ausstellung der Londoner National Gallery – der Beginn eines wahren Hypes um den "letzten Da Vinci", das angeblich letzte noch verkäufliche Werk des Malers. In einer perfekt inszenierten PR-Kampagne zeigte das Auktionshaus Christie‘s Filme von Menschen, die bei der Betrachtung des Weltenretters in Tränen ausbrachen und ließ ihn endgültig zur Ikone werden.

Im Jahr 2017 folgte der Höhepunkt seines kometenhaften Aufstiegs: Bei der Auktion in New York wurde das Gemälde für unglaubliche 450 Millionen Dollar versteigert – und verschwand. Nach langem Rätselraten wurde der Käufer bekannt: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Seither wird gerätselt, was mit dem Bild geschehen ist. Es war nicht wie erwartet zwei Jahre später in der Jubiläumsausstellung des Pariser Louvre zum 500. Todestag Leonardos zu sehen, im Katalog fehlt eine Nummer. Nach ausgiebigen Analysen waren die Experten des Louvre zu dem Ergebnis gekommen, dass das Gemälde nicht von Leonardo selbst, sondern von einem Schüler oder Zeitgenossen stamme. Mohammed bin Salman aber wollte seine Trophäe als Original-Leonardo neben der Mona Lisa ausgestellt sehen – oder gar nicht. Vor dem Hintergrund eines milliardenschweren Wirtschaftsprojektes zwischen Frankreich und Saudi-Arabien wurde der Weltenretter zum Politikum. Die Weigerung des Präsidenten Emmanuel Macron, sich dem Druck des saudischen Prinzen zu beugen, weitete sich zur Staatskrise zwischen den Ländern aus.

Ein Bild wird zum Phantom

Der französische Filmemacher Antoine Vitkine rollt die ganze Erfolgsgeschichte des "Salvator" auf und schafft es, fast alle Beteiligten und Profiteure vor die Kamera zu bringen. Ein russischer Oligarch aus Monaco, der den Erlöser über einen dubiosen Mittelsmann erwarb, Kunstexperten, die ihre Expertise rein "nach dem Urteil des geschulten Auges" erstellten, Staatsbeamte des Elyssée-Palastes in Paris, die anonym bleiben wollen – in zahlreichen Interviews bringt er Menschen zum Reden, die sich selbst in ihrer Hybris und Geltungssucht entlarven. Es geht um Geld und Macht, wissenschaftlichen Ehrgeiz, Staatsräson und Gesichtsverlust.

Wo ist das Bild heute? Immer noch auf der Yacht des saudischen Kronprinzen oder in einem Zollfreilager in Singapur? Die Dokumentation lässt bewusst viele Fragen offen – und der Weltenretter "Salvator Mundi" wird immer mehr zum Phantom.

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