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Mit Kunst gegen Lukaschenko

Der friedliche Protest in Belarus wird zunehmend zu einem kulturellen Aufstand. Diktator Lukaschenko kämpft mit brutaler Gewalt gegen die Symbole der belarussischen Protestbewegung. Wie lange wird sie noch durchhalten?

37 min
37 min
20.02.2021
20.02.2021
Video verfügbar bis 20.02.2022, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Er lässt Bilder zerstören und übersprühen, protestierende Chöre verfolgen und verhaften, schürt Angst und Gewalt. In den 26 Jahren seiner Herrschaft hat Alexander Lukaschenko einen riesigen Sicherheitsapparat aufgebaut, der ihm auch bei brutalen Befehlen gegen die Demonstranten treu ergeben scheint.

Schnell verschwinden, bevor die Polizei kommt

Galina ist freie Dirigentin und wurde bereits verhaftet - wegen Teilnahme an einer nicht genehmigten Kundgebung. Sie dirigiert ehrenamtlich den Freien Chor Minsk, der aus etwa 300 professionelle Musiker*innen besteht, die eine geschlossene Gruppe in sozialen Netzwerken gegründet haben. Sie versammeln sich spontan an verschiedenen Orten von Minsk (in den Innenhöfen oder in Einkaufszentren), um aus Protest gegen Diktatur, Polizeigewalt und Wahlbetrug zu singen. Zwei Songs - dann ist Schluss. Die Künstler*innen verschwinden schnell, bevor die Polizei kommt. Denn sobald man verhaftet wird, bringt man seine gesamte Familie in Gefahr.

Nicht nur Künstler und Intellektuelle treiben die Proteste voran, auch die einfache Bevölkerung veranstaltet zahlreiche Flashmobs und Performances. Hauptsache, sie lassen sich schnell auflösen. Und auch wenn Lukaschenko Bilder und Parolen immer wieder beseitigen lässt, erschaffen Aktivist*innen ständig neue Werke. Max protestiert seit August 2020 gegen Lukaschenko. Jede Woche sprüht er nachts die Parolen der Opposition in der Stadt und geht dabei große Risiken ein. Für das, was er tut, drohen in Belarus 15 Tage Haft, Prügel und Geldstrafe. Aus Sicherheitsgründen ist Max extra umgezogen und lässt sich nur unter Pseudonym interviewen.

Unerwünschte Bilder in weiß-rot-weiß

Andere gehen mit ihrem Namen und ihrer Prominenz noch größere Risiken ein: So der bekannte, belarussische Maler Ales Puschkin (56). Seine Karriere begann im Jahr 1989 als er mit seinem eigenen Blut ein Bild malte. Dieses Bild reproduziert er nun immer wieder mit Farbe in Minsk. Und immer wieder wird es von den Behörden übersprüht. In seinem Heimatdorf hat er in einer Kirche den Diktator Lukaschenko vor dem Gericht Gottes ins Bild gesetzt. Das Bild wurde übermalt und die Kirche später in Brand gesetzt. Ales Puschkin nahm Filmautor Roman Schell mit in sein Dorf und zeigte ihm, wie elend es der Bevölkerung von Belarus außerhalb von Minsk geht. Die wirtschaftliche Lage könnte zumindest das ihre Tun, dass Lukaschenko sich nicht mehr ewig halten kann.

Indem der Film komplett auf Nachrichtenbilder verzichtet und ganz nah an seinen Protagonist*innen bleibt, vermittelt er einen bleiben Eindruck von dem Leben in Belarus, den Gefahren, Hoffnungen und dem unglaublichen Mut der Bevölkerung.

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