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Think Big! Die Künstlerin Katharina Grosse

Die Grenzen sprengende Künstlerin Katharina Grosse: Eine Malerin, die sich nicht vom Format der Leinwand einengen lässt und die Rolle der Frau in der abstrakten Malerei neu definiert.

44 min
44 min
19.12.2020
19.12.2020
Video verfügbar bis 19.12.2021, in Deutschland, Österreich, Schweiz

Bewaffnet mit Spraypistole und kräftigen Acrylfarben verwandelt sie Innen- und Außenräume in begehbare Farblandschaften. In begehbare Welten, in denen sie die Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität sprengt und die Betrachter*innen auffordert, ihre Seh- und Denkgewohnheiten zu revidieren.

Aufsichtiger Blick auf verschiedene Industriehallen und Bürogebäude. In der Mitte eine Grünfläche mit kleinen Birken, drum herum ist der Boden großflächig bunt bemalt, ebenso wie die Außenwand einer Halle am rechten Bildrand.
Bei ihrer Ausstellung „It Wasn’t Us“ im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin 2020 bezog Künstlerin Katharina Grosse den Außenbereich mit ein.
Quelle: Claudia Müller/Phlox Films

Die 1961 in Freiburg geborene Malerin ist in Bochum aufgewachsen und hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Katharina Grosse gehört nicht zu einer Generation unterschätzter Frauen, die lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. Sie wurde gefördert und hat davon profitiert, was die vorherige Generation feministischer Künstlerinnen bereits geleistet hat. Dennoch hat sie einen schwierigen Weg gewählt: die Malerei. Kein anderes Feld in der bildenden Kunst ist so sehr mit dem Geniegedanken verknüpft - den „Malerfürsten“.

Kunst? Vandalismus?

Katharina Grosses Werk liefert neue Ansätze und Perspektiven auf das, was Malerei sein kann: ein unbegrenztes Feld von Möglichkeiten. Sind das noch Gemälde oder Vandalismus? Wo beginnen und wo enden sie? Malerei kann infizieren und irritieren und unseren Blick auf die Welt in Frage stellen. Genau dort setzt ihre Kunst an. Ihre Werke sind ein Angriff auf unsere Wahrnehmung von Begrenzungen, die wir als gegeben hinnehmen. Ihre Bilder und Installationen haben eine visuelle Kraft, die sich aus dem Zusammenspiel von greller Farbigkeit und Hindernissen speist, die von der Bewegung ihrer Spraypistole einfach verschluckt werden. In mehr als 20 Jahren schuf sie ein Œuvre, das im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen hat.

Ein dunkelgekleideter Mann mit kurzen weißen Haaren und eine Frau mit hellem Mantel, Sonnenbrille und Schal stehen leicht erhöht auf einer grasbewachsenen Düne am Strand, im Hintergrund das Skelett eines verlassenen Hauses, das vollständig rot und weiß bemalt wurde.
Künstlerin Katharina Grosse mit Kurator Klaus Biesenbach vor ihrer Installation „Rockaway!“ im Jahr 2016.
Quelle: Claudia Müller/Phlox Films

Die Autorin Claudia Müller begleitet die Künstlerin bereits seit sechs Jahren. Im Mittelpunkt stehen der Schaffensprozess und Grosses immer neue Herangehensweise an Räume, freie Flächen im Außenraum oder die Leinwand. Die Auseinandersetzung mit der Malerei an sich. Als roter Faden zieht sich die Einrichtung von Grosses Installation im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin durch den Film, ergänzt durch Material, das bei der Entstehung von Projekten in den USA, Dänemark und Italien entstand. Arbeiten, die zum Teil zu großen Kontroversen und Anfeindungen aus der Bevölkerung geführt haben.

Die Malerei von Katharina Grosse ist ein sinnlich visualisierter Denkprozess, der dazu auffordert, keine Vergleiche zu etwas schon mal Gesehenem anzustellen, sondern eigene Denkräume zu öffnen: Think Big! Größe ist kein Maßstab, sondern ein Anspruch, der sich durch ihr ganzes Werk zieht.

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