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Achtung: Triggerwarnung!

Auf Buchcovern, vor Filmen und Theaterabenden wird vor rassistischen, gewaltsamen und traumatisierenden Inhalten gewarnt. Führt diese nie dagewesene Vorsicht zu einer sinnvollen Eindämmung diffamierender Inhalte? Oder zu einer beklagenswerten Einschränk...

Videolänge:
36 min
Datum:
23.04.2022
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.04.2023

Kulturdokus

Ein Film von Tom Fugmann

Es wirkt paradox: Ringsum fällt die Welt in Stücke. Ein brutaler Krieg konfrontiert uns täglich mit neuem Leid. Gleichzeitig aber boomt im Kulturbereich eine neue Sensibilität: Triggerwarnungen, wo man nur hinschaut.

Der Trend, potenziell Anstößiges zu brandmarken, stammt aus den USA.  Schon 2014 forderten dort Studierende ihre Lehrkräfte auf, Triggerwarnungen verpflichtend einzuführen, wenn Inhalte "den Ausbruch von Symptomen einer posttraumatischen Stressstörung auslösen können". Ihr Wunsch wurde erhört. So wird jetzt in Seminaren vor der Lektüre der "Metamorphosen" des römischen Dichters Ovid auf die sexuellen Inhalte verwiesen, ebenso auf das problematische Frauenbild in F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" oder den rassistisch geprägten Alltag in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn".

Sind Triggerwarnungen das Ende der Kunstfreiheit?

Auch in Europa stellen Verlage zunehmend sogenannte "Sensitivity Reader" ein, die Manuskripte vor der Veröffentlichung auf diskriminierende und problematische Inhalte durchforsten. Selbst "Peter Pan" und "Romeo und Julia" bekommen Warnhinweise. Ist da eine Sitten- und Sprachpolizei am Werk?

"Alles anstößige soll gebrandmarkt und getilgt werden", fürchtet der Leiter des Hamburger Literaturhaus, Rainer Moritz, und sieht in Triggerwarnungen die "Totengräber der Kunstfreiheit". Auch die Philosophin Svenja Flaßpöhler beklagt eine Überempfindlichkeit, welche die politische Debatte erschwere, da dadurch die Bereitschaft schwinde, Widersprüche und Ambivalenzen auszuhalten.

Die Liedermacherin Sarah Lesch dagegen hat ihr neues Album gleich "Triggerwarnungen" genannt. Sie verarbeitet darin verschiedenste Formen der Gewalt und möchte Menschen die  traumatische Erfahrungen erlebt haben, die Chance geben, selbst "zu entscheiden, ob sie in die Situation reingehen oder nicht".  Die Politologin und Autorin Emilia Roig meint darüber hinaus, es gehe nicht nur darum, die Reaktivierung persönlicher Traumata zu vermeiden, sondern um die Systematik an sich. Manche Inhalte hätten allein sprachlich zur Entmenschlichung beigetragen: "Das heißt, wenn das N-Wort überall genutzt wird oder bestimmte Darstellungen von Schwarzen Menschen immer wieder benutzt wurden, dann hat es eben zu der kollektiven Konstruktion von Schwarzen Menschen als unterlegen geführt."

Der Film lässt "zum Welttag des Buches" am 23.4. Befürwortende und Kritiker*innen der neuen Sensibilität im Kunstbereich zu Wort kommen und zeigt, wie die Grenzen zwischen Zumutung und Aushaltbarkeit mit Verve neu definiert werden. Und das verändert jetzt schon die Art und Weise, wie wir schreiben und lesen.

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