Sie sind hier:

Ingmar Bergman - Herr der Dämonen

Film von Henrike Sandner

Kultur | Musik und Theater - Ingmar Bergman - Herr der Dämonen

Der Regisseur Ingmar Bergman hat das Kino nicht nur einer Generation entscheidend geprägt. 2018 wäre der bedeutendste schwedische Künstler des 20. Jahrhunderts 100 Jahre alt geworden.

Beitragslänge:
59 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.08.2018, 20:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland , Schweden 2018

Der Film lässt Weggefährten und Freunde wie die Schauspielerin Liv Ullmann zu Wort kommen. Außerdem werden seine wichtigsten Arbeiten in Ausschnitten gezeigt, denn der in Cannes als "Bester Regisseur aller Zeiten" Geehrte ist nur über sein Werk zu begreifen.

Unvergessliche Gesichter und Blicke, stolze, verletzliche Frauenfiguren und an sich selbst leidende Männer – das zeichnet Ingmar Bergmans Film aus. Er war besessen von seiner Arbeit, ein Perfektionist mit unendlichem Schöpfungsdrang. Ingmar Bergman - eine Jahrhundertfigur.

Nach seinem Studium in Stockholm arbeitet Bergman ab 1944 als Film- und Theaterregisseur. Er ist Schwedens jüngster Theaterchef und später Intendant des Königlichen Schauspielhauses in Stockholm. Der internationale Durchbruch gelingt ihm 1957 mit "Das siebente Siegel".

Stabile Beziehungen sind selten in Ingmar Bergmans Leben und meist von kurzer Dauer, das gilt für seine Frauen wie seine Kinder. Bergman ist fünf Mal verheiratet und hat neun Kinder von sechs Frauen. Als Vater ist er abwesend, egoistisch und rücksichtlos. Er spürt diese Schuld immer und kann ihr doch nichts entgegnen als die Flucht in die Fantasie. "Ich war ständig geplagt von Begierde, Furcht, Angst und schlechtem Gewissen", sagt Bergman über sich selbst. Nachts, wenn ihn seine Ängste wachhalten, wandert er auf und ab, grübelt darüber nach, wie er Herr seiner Dämonen werden kann.

Ein Stück weit gelingt ihm das mit seinen Filmen und Theaterinszenierungen. Darin interessieren ihn nicht Politik und Gesellschaft, sondern das Individuum. Er erschafft einsame Frauen- und Männerfiguren, deren Träume, Ängste und Triumphe existenzielle Bedeutung haben, die sich selbst und andere zerstören, deren Schmerzen und Verzweiflung grenzenlos sind.

Ingmar Bergman begeistert Kritik und Publikum. Und doch: Eitelkeit und die Gier nach Ruhm waren Bergmans Sache nicht. "Unser kleines Leben ist umhüllt von Schlaf", sagt Prospero in Shakespeare "Sturm". Ingmar Bergman hat sein kleines Leben kompromisslos dem Theater und seinen Filmen gewidmet. Der schwedische Prospero lebte bis zu seinem Tod zurückgezogen auf der Insel Fårö.

Corinna Harfouch, die in einer Adaption von "Herbstsonate" 2015 im Deutschen Theater Berlin und im Schauspiel Stuttgart zu sehen war, ist eine große Verehrerin des Regisseurs und leiht dem Film als Sprecherin ihre Stimme.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.