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Tartuffe oder Das Schwein der Weisen

Komödie von Peter Licht nach Molière

Seitlicher Blick auf die Bühne. Sechs Personen sind dem Betrachter zugewandt , in verschiedeneren Positionen stehend und sitzend. Sie tragen helle Korsagen, Pluderhosen, Plüschpantoffeln sowie Papiermasken.

Regisseurin Claudia Bauer bringt Peter Lichts Überschreibung des Molière-Klassikers schrill und temporeich auf die Basler Bühne.

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27.03.2020
Video leider nicht mehr verfügbar

Die Anspannung ist groß im Hause Pernelle. Vom Personal bis zur Hausherrin sind alle ziemlich aufgekratzt, die Hysterie ist immer nur einen Satz entfernt, wobei die Kommunikation insgesamt eher problematisch ist.

Alle versuchen sich aus einer endlosen Sprachschleife zu befreien, verheddern sich aber nur immer mehr, ein Stolpern und Fallen scheint unausweichlich. Und für diese ganze Verwirrung gibt es einen Grund: Tartuffe oder auch Tüffi, wie ihn die Bewohner des Hauses liebevoll nennen. Dieser Scharlatan, der sich als guruhafter Live-Coach ausgibt, hat die Balance des Hauses gewaltig durcheinandergebracht, auch wenn man ahnt, dass hier schon vorher nicht alles im Reinen war. Tartuffe sollte Hilfe bringen, doch jetzt wollen ihn alle nur noch loswerden, bis auf Orgon, der Herr des Hauses. Und dass, obwohl sich Tartuffe sogar an Orgons Frau Elmire heranmacht und es als Teil seines Kursprogramms verkauft.

Das Familienoberhaupt würde alles tun, um dem schmierigen Seelenfänger Tartuffe zu gefallen und ist schließlich sogar bereit, seine Tochter gegen ihren Willen an ihn zu verheiraten. Alle suchen nach Sinn, sind gefangen im Wahn der Selbstoptimierung und Tartuffe verspricht Erleuchtung. Vielleicht ist diese ja doch nur noch einen, zugegeben kostenintensiven, aber verheißungsvollen Fortgeschrittenenkurs entfernt.

In bunten, barockanmutenden Kostümen irren die Figuren durch ihr Kulissenhaus und durch die Sprache und haben am Ende keine Chance gegen den manipulativen und innerlich wie äußerlich widerlichen Tartuffe. Die Musik wurde auch von Autor PeterLicht beigesteuert und untermalt den absurden Kampf um Selbstfindung und –darstellung im sprachlichen Hamsterrad. Performance ist alles, die Leere muss gefüllt werden.

Besetzung und Regie
Herr Frau Pernelle Katja Jung
Orgon Florian von Manteuffel
Elmire Myriam Schröder
Damis Mario Fuchs
Mariane Leonie Merlin Young
Cléante Max Rothbart
Dorine Pia Händler
Tartuffe Nicola Mastroberardino
Filipote/Livemusik Henning Nierstenhöfer
Livekamera Julian Gresenz
Inszenierung Claudia Bauer
Bühne Andreas Auerbach
Licht Cornelius Hunziker
Musik Peter Licht
Arrangement und Musikalische Leitung Henning Nierstenhöfer
Dramaturgie Constanze Kargl
  • Herr Frau Pernelle - Katja Jung
  • Orgon - Florian von Manteuffel
  • Elmire - Myriam Schröder
  • Damis - Mario Fuchs
  • Mariane - Leonie Maerlin Young
  • Cléante - Max Rothbart
  • Corine - Pia Händler
  • Tartuffe - Nicola Mastroberardino
  • u. a. -
  • -

Info

Erstsendung:  04.05.2019
Aufzeichnung 06.04.2019

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