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Wahnsinnswerke: Medea

Film von Catharina Kleber

Kultur | Musik und Theater - Wahnsinnswerke: Medea

Die Klassiker des Theaters sind hochaktuell: "Wahnsinnswerke" zelebriert ihre Zeitlosigkeit. Eines dieser Werke ist "Medea" von Euripides. Der Film ergründet diesen Klassiker.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.12.2018, 20:15

Er vergleicht die prägendsten Inszenierungen und spricht unter anderem mit der Schauspielerin Stefanie Reinsperger, Kabarettistin Idil Baydar und Autorin Stefanie Sargnagel über die zentralen Themen Treue, Heimat und Rache.

Die Figur der Medea entspringt der griechischen Mythologie. Seit der Antike gehört ihre Geschichte zu den bekanntesten Stoffen der Weltliteratur. Die Tragödie des Euripides erzählt das Schicksal einer Frau, die für einen Mann, den gefeierten Helden Jason, alles riskiert, alles aufgibt, selbst vor Mord und Verrat nicht zurückschreckt und ihm in ein fremdes Land folgt. Doch in Korinth angekommen, weiß sich Jason deutlich besser in die neuen Strukturen einzufügen. Er verlässt seine Frau für die Königstochter Glauke. Medea und den beiden Kindern droht die Verbannung. Doch Jason hat nicht mit dem Zorn und der rasenden Wut seiner betrogenen Frau gerechnet.

Gedemütigt und zutiefst verletzt ersinnt sie einen Racheplan, der umfassender und vernichtender nicht sein könnte. Am Ende wird es keine Gewinner in diesem Kampf der Geschlechter geben, sondern nur Geschlagene. Die ultimative Rache: Medea ermordet die gemeinsamen Kinder. Viel diskutiert wurde schon in der Antike Medeas Satz: „Und ich erkenne, was für üble Taten ich begehen will, doch stärker als meine Einsichten ist die Leidenschaft, die ja für die Sterblichen die Ursache der größten Übel ist.“ Medea handelt wider besseres Wissen, aus Leidenschaft in letzter Konsequenz, sie ist ihr nicht ausgeliefert, sondern sie liefert sich ihr bewusst aus und begeht das Unvorstellbare.

Manche Dramen sind zeitlos, allgemeingültig über Jahrhunderte hinweg, und behandeln archaische Konflikte, die sich damals am Königshof ebenso abspielten wie heute in der Konzernzentrale. Diese Dramen verlieren mit der Zeit nicht an Bedeutung, lassen uns nicht los, überraschen uns immer wieder aufs Neue, sind verhaftet in unseren Köpfen, im kulturellen Gedächtnis, Allgemein- und Kulturgut: Wahnsinnswerke eben.

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