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Starke Stücke: Woyzeck

von Georg Büchner

Kultur | Musik und Theater - Starke Stücke: Woyzeck

Im schwarzen Bühnenraum dreht sich eine Scheibe - unaufhörlich. Mit jeder Umdrehung scheint die Verzweiflung Franz Woyzecks unerträglicher zu werden. Immer angespannter und wütender wird er.

Beitragslänge:
150 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.08.2018, 00:00

Von Anfang an ist klar, dass er zum Mörder werden muss. Woyzeck ist ein kleiner Soldat, der sich mit Gelegenheitsarbeit über Wasser hält. Mit Marie hat er einen unehelichen Sohn, doch die begibt sich lieber in die Arme des schneidigen Tambourmajors.

Von seinem Hauptmann und dem Doktor, der ihn für medizinische Versuche missbraucht, wird er gedemütigt, bis die Stimmen in seinem Kopf immer lauter werden. Woyzeck ist ein Wahnsinniger, ein von Eifersucht getriebener, verzweifelter Mensch, der nie eine wirkliche Chance hatte.

Regisseur Ulrich Rasche, bekannt für seine spektakulären Bühnenbilder, lässt sein Ensemble auf einer riesigen, dreh- und kippbaren Scheibe marschieren: Das Leben als Maschine - einmal angeworfen, schreitet es unaufhörlich voran. Wie das Erdenrund dreht sich die Scheibe - und damit auch Woyzecks Schicksal dem tragischen, aber unausweichlichen Ende entgegen. Büchners Sprache wird gedehnt, geradezu seziert, gelegentlich auch chorisch zum eindrücklichen Rhythmus der Musik gesprochen. Ulrich Rasche macht aus Büchners eigentümlichem Fragment ein Sprachkunstwerk. Ein gnadenloser und konsequenter Woyzeck. Ein Woyzeck, der nachhallt.

Darsteller

  • Franz Woyzeck - Nicola Mastroberardino
  • Marie - Franziska Hackl
  • Hauptmann - Thiemo Strutzenberger
  • Doktor - Florian von Manteuffel
  • Tambourmajor - Michael Wächter
  • Andres - Max Rothbart
  • Margreth/Ausrufer/Der Jude - Barbara Horvath
  • Ausrufer/Handwerksbursche - Toni Jessen/Justus Pfankuch
  • u. a. -

Die Kurzfilme im Überblick

Aus den Inszenierungen, die beim Theatertreffen gastieren, werden Schauspieler eingeladen, einen kurzen Film mit Marcus Gaab zu drehen. Sie können sich auf ihre Art sichtbar machen, die mit der zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierung verbunden ist - ein Einakter, ein Kunstmoment, ein zeitlich begrenztes, freies, anarchisches Spiel mit der Kamera.

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