Wolfsburg scheitert an Ronaldo

- Wolfsburg scheitert an Ronaldo

VfL-Manager Klaus Allofs ist trotz des Ausscheidens in der Champions League stolz auf das Wolfsburger Team. Allofs hadert aber auch mit den Fehlern, die zur 0:3-Niederlage in Madrid geführt haben.

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1 min
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Video verfügbar bis 13.04.2017, 07:31

Der VfL Wolfsburg hat den erstmaligen Einzug ins Halbfinale der Champions League verpasst. Das Zwei-Tore-Polster aus dem Hinspiel übertrumpfte Real Madrids Superstar Cristiano Ronaldo mit seinem Dreierpack zum 3:0 (2:0)-Sieg im Bernabeu.

Ronaldo besiegelte mit seinen drei Toren in der 16., 17. und 77. Minute das unglückliche Aus der "Wölfe". Gegen ein letztlich übermächtiges Real Madrid war für Wolfsburg durch das 0:3 (0:2) somit Endstation im Viertelfinale der Champions League. "Das ist ganz bitter. Wir haben nach dem 2:0 nicht schlecht reagiert. Wenn man sieht wie groß die Erleichterung bei Real war, wir waren kurz davor die Sensation zu schaffen", sagte VfL-Torwart Diego Benaglio. Nach dem sensationellen 2:0 im Hinspiel kämpften die Wolfsburger vor 80.000 euphorischen Zuschauern vergeblich gegen den zehnfachen Königsklassen-Sieger mit Weltmeister Toni Kroos. Erschöpft sanken Luiz Gustavo, Naldo und André Schürrle am Ende zu Boden.

Erinnerung an das magische Hinspiel

Real steht zum sechsten Mal in Serie im Halbfinale der Champions League. Für Wolfsburg ist zum dritten Mal nach 2010 und 2015 Schluss im Viertelfinale eines Europapokals. Was bleibt, ist die Erinnerung an die magische Hinspielnacht und der als Bundesliga-Achter schwierige Kampf um ein erneutes internationales Ticket in der kommenden Saison.

Bitter für Wolfsburg war, dass Ronaldos entscheidendem Freistoß ein fragwürdiger Pfiff nach angeblichen Foul von Luiz Gustavo vorausging und der Ball dann durch die VfL-Mauer flog. "Das sollte eigentlich nicht passieren", ärgerte sich Benaglio.

Die Wucht des Bernabeu

Die mythische Wucht des Bernabeu bekamen die Wolfsburger sofort zu spüren. Vor der Arena hatten euphorische Real-Fans den Teambus bei der Ankunft des Starensembles in dichte Rauchschwaden gehüllt. In der Choreographie auf der Tribüne zielten Pfeile schon auf den Henkelpokal - Finalziel Mailand war die Forderung der Real-Anhänger. Um die unerwartete Hürde Wolfsburg erstmal zu schaffen, hatte Real sogar das Spielfeld verbreitert, ein legaler Trick für mehr Raum für die schnellen Stürmer Gareth Bale, Karim Benzema und Ronaldo.

Auch Wolfsburg versuchte sich in Mätzchen. Der Trainingsabbruch von Naldo am Vorabend war wohl ein Bluff von Coach Dieter Hecking. Der Abwehrchef - in Hinspiel beim Comeback nach wochenlanger Schulterblessur eine elementare Stütze - war von Anfang an dabei und gleich gefordert. Real schnürte Wolfsburg wie befürchtet ein. Der Bundesligist stand zwar kompakt, konnte aber überhaupt nicht für Entlastung sorgen. Es blieben nur lange Bälle nach vorn als unpassendes Stilmittel. Die Cleverness des Hinspiels fehlte.

Ronaldo vom Feinsten

Sergio Ramos (6.) köpfte auf die Latte. Und gerade war die Anfangsviertelstunde vorbei, war Zeit für die Ronaldo-Show. Eine Hereingabe des Ex-Leverkuseners Daniel Carvajal ließen Dante und Naldo passieren. Der Superstar hatte keine Mühe einzuschieben. Sekunden später rettete Vierinha gerade noch so, doch nach der nächsten Flanke war Ronaldo per Kopfball da - die Hinspielschmach war für die Spanier zumindest ergebnistechnisch aufgearbeitet. Ronaldo hatte nun 20 Tore in diesem Jahr erzielt, so viele wie der VfL insgesamt. Dann verletzte sich auch noch Julian Draxler. Der linke Oberschenkel zwickte. Max Kruse kam im Tausch der Nationalspieler.

Wolfsburg traute sich jetzt mehr, löste sich häufiger aus der Umklammerung. Luiz Gustavo (34.) nötigte Keylor Navas per Distanzschuss zu einer ersten Parade. Vier Minuten später hätte Bruno Henrique das so ersehnte Auswärtstor erzielen müssen, doch Ramos blockte den zu zaghaften Versuch.

Tor durch die Mauer

Auch in der zweiten Halbzeit war Real weiter tonangebend. Doch Wolfsburg ließ sich nicht mehr komplett beherrschen. Wieder hatte Ramos (48.) per Kopfball die erste Chance. Nach genau einer Stunde verhinderte Torwart Diego Benaglio per Reflex ein Eigentor von Josuha Guilavogui. Glück hatte der Schlussmann auch bei einem Kopfball von Ramos, der ihm vom Innenpfosten von hinten in die Arme fiel. Die Verlängerung war in Sicht, da schlug Ronaldo mit seinem 16. Champions-League-Tor der Saison zum dritten Mal zu. Naldo und Guilavogui öffneten im Sprung die Mauer. Genau dort flog der Ball hindurch.

ManCity besiegt Paris

Adrien Rabiot spielt durch die Beine von Fernando (r)
Adrien Rabiot (li.) spielt durch die Beine von Fernando

Manchester City steht erstmals im Halbfinale der Champions League und beendete die Titelträume von Paris Saint-Germain und Zlatan Ibrahimovic. Durch einen Treffer des früheren Wolfsburgers Kevin De Bruyne (76. Min.) gewannen die Citizens nach dem 2:2 aus dem Hinspiel das zweite Duell mit dem Team um Torwart Kevin Trapp 1:0 (0:0). Trapp verursachte einen Foulelfmeter, den jedoch Sergio Agüero verschoss (29.). ManCity könnte damit in der Königsklasse weiter auf den FC Bayern und seinen nächsten Coach Pep Guardiola treffen, die Münchner wollen am Mittwoch bei Benfica Lissabon ins Halbfinale einziehen.

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