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Guardiola geht als Unvollendeter

- Guardiola geht als Unvollendeter

Adiós Triple, adiós FC Bayern. Der CL-Halbfinalfluch des deutschen Meisters unter Trainer Pep Guardiola hat sich fortgesetzt. Trotz eines 2:1 (1:0)-Siegs gegen Atletico Madrid schied der FCB aus.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.05.2017, 19:40

Nach dem erneut verpassten Finale der Champions League hat Pep Guardiola das wichtigste Ziel in seinen drei Amtsjahren beim FC Bayern München zum dritten Mal verfehlt. Der Katalane prognostiziert dem Verein aber eine große Zukunft mit Nachfolger Carlo Ancelotti - auf Basis seiner geleisteten Arbeit.

Pep Guardiola sprach ruhig, ganz anders als kurz zuvor Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern hatte sich am späten Dienstagabend über den Schiedsrichter erregt, der seiner Meinung nach maßgeblich zum Aus der Münchner im Halbfinale der Champions League beigetragen hatte.

"Wir fühlen uns ein bisschen betrogen", sagte Rummenigge und verwies unter anderem auf Antoine Griezmanns zwischenzeitlichen Ausgleich (54.) aus zumindest abseitsverdächtiger Position. Selbst der UEFA-Delegierte habe ihm gesagt: "It’s a shame, what he did", berichtete Rummenigge, es sei also eine Schande, was der Unparteiische Cüneyt Cakir gepfiffen habe.

Zum dritten Mal gescheitert

Pep Guardiola hat sich nach dem 2:1 (1:0) gegen Atlético Madrid nicht aufgeregt, jedenfalls nicht nach außen. Der im Sommer aus München scheidende Trainer rang vielmehr mit seiner Enttäuschung, es wie 2014 gegen Real Madrid und 2015 gegen den FC Barcelona wieder nicht geschafft zu haben - trotz des Sieges über Atlético durch die beiden Tore von Xabi Alonso (31.) und Robert Lewandowski (74.).

Doch das nötige 3:1 fiel trotz großer Überlegenheit seiner Mannschaft nicht. Zum dramatischen Verlauf passte, dass Thomas Müller zwischenzeitlich noch mit einem Foulelfmeter an Torwart Jan Oblak gescheitert war und das mögliche 2:0 vergeben hatte. Doch auch Atléticos Fernando Torres hatte ja später einen Foulelfmeter gegen Manuel Neuer vergeben.

"Habe mein Leben gegeben"

Und Guardiola? Wollte sich Rummenigges Nebendebatte nicht anschließen. Vielmehr ging es ihm nach dem Aus um eine Abschiedsbotschaft, zweieinhalb Wochen vor seinem letzten Pflichtspiel mit dem FC Bayern.

"Ich war glücklich hier. Ich habe den Spielern geholfen, vielleicht war das nicht genug. Aber ich habe mein Bestes getan, ich habe mein Leben gegeben für diesen Verein, für diese Spieler", sagte Guardiola. Und gewiss, vielleicht sei es für "die Leute" nicht genug, was er erreicht habe, aber: "Ich bedaure nichts."

Gescheitert?

2013 hatte der Katalane die Nachfolge des Triple-Trainers Jupp Heynckes angetreten und war in München mit einem Pomp vorgestellt worden, als erscheine dem deutschen Fußball der Messias. Drei Jahre später sind die internationalen Erfolge, die sich der Verein von Guardiola erhofft hatte, ausgeblieben. Doch ist der 45-Jährige deswegen gescheitert?

Als Unvollendeter wird er München in jedem Fall verlassen, nach bisher zwei deutschen Meistertiteln und einem Pokaltriumph. Daran würden auch der am Samstag beim FC Ingolstadt in Aussicht stehende Gewinn der dritten Schale und der mögliche zweite Pokaltitel am 21. Mai in Berlin gegen Borussia Dortmund nichts ändern. Denn für Erfolge in der Champions League war Guardiola ja vor allem geholt worden, nicht nur für die Lehre des schönes Spiels.

Basis für Großes

Das weiß auch der Trainer, wenngleich er am Dienstagabend wieder einmal befand: "Titel sind Nummern", also nicht so wichtig. Und doch hatte auch er sich den Henkelpott und bestenfalls das Triple zum Abschied gewünscht, ehe er im Juli sein nächstes Projekt Manchester City übernimmt, um dort seinen Ballbesitzstil zu lehren.

"Natürlich bin ich traurig", sagte Guardiola und verfiel in seinen typischen Sprachmix, "aber in the same time ich bin stolz". Nicht nur, weil sich seine Mannschaft diesmal eigentlich nichts vorwerfen konnte, wie auch Kapitän Philipp Lahm befand. Sondern vor allem, weil Guardiola fest daran glaubt, mit seiner Lehre die Basis für Großes gelegt zu haben. Wenn nicht jetzt, dann eben nach seiner Zeit.

"Perfekte Zukunft"

"Ich hoffe, Carlo Ancelotti kann dieses Niveau", hob Guardiola an, suchte nach Worten und vollendete schließlich: "Dieser Verein hat eine große Zukunft. Die Zukunft des FC Bayern wird perfekt." Guardiola wird als Unvollendeter gehen, aber sein Nachfolger Ancelotti, vielleicht behält er da ja Recht, könnte mit der geschaffenen Basis womöglich viel erreichen.

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