Platini gibt auf

- Platini gibt auf

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes hat gegen FIFA-Chef Blatter und UEFA-Präsident Platini acht Jahre Sperre und eine Geldstrafe verhängt. Blatter will jetzt gegen das Urteil vorgehen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.12.2016, 21:45

Michel Platini hat seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zurückgezogen. Der Fußball-Funktionär war im Dezember 2015 von der FIFA-Ethik-Kommission für acht Jahre gesperrt worden, hatte aber bis zuletzt betont, dass er um die Chance aufs Präsidentenamt kämpfen wolle.


Seinen Rückzieher hat er nun in der französischen Sporttageszeitung "L‘Equipe" bekanntgegeben: "Ich ziehe meine Kandidatur zurück. Mir fehlt einfach die Zeit, Wahlkampf zu betreiben, gegen andere Kandidaten anzutreten. Wie soll ich dann eine Wahl gewinnen?"

Die Präsidentschaftswahlen, auf denen ein Nachfolger von Joseph S. Blatter gekürt wird, finden am 26. Februar statt

Millionen-Zahlung

Michel Platini (de jure noch UEFA-Präsident) wurde im Jahr 2011 eine Zahlung von umgerechnet 1,84 Millionen Euro, die er von FIFA-Präsident Sepp Blatter erhalten hatte, zum Verhängnis. Platini habe das Geld angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten erhalten. Die FIFA-Richter sahen allerdings keine rechtliche Grundlage für die Zahlung und vermuteten vielmehr, es sei Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer 2011 gewesen.

Die Ethikkommission sperrte Platini und Blatter zunächst provisorisch für 90 Tage und verlängerte später den Bann auf acht Jahre.

"Schlag ins Gesicht"

Das Ethik-Urteil sei "ein Schlag ins Gesicht" gewesen, sagte Platini danach und kündigte einen harten Kampf für seine Kandidatur bei der FIFA-Präsidentenwahl an. "Ich werde gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen - von Instanz zu Instanz. Ich wurde mit Joseph S. Blatter in einen Sack gesteckt", sagte Platini und drohte mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS: "Da beginnt das Spiel erst richtig".

Für seine Unschuld will der 60-Jährige auch weiterhin kämpfen - auch vor dem CAS. "Mit diesem Rückzug widme ich mich nun ganz meiner Verteidigung", erklärte er im "L'Equipe"-Interview. Für sein Ziel, an die Spitze des Weltverbandes aufzusteigen, kommen diese Bemühungen aber zu spät.

Fünf Kandidaten

Fünf Kandidaten wollen damit Nachfolger des Schweizers Blatter werden. Die FIFA-Wahlkommission hat Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain), den Jordanier Prinz Ali bin Al Hussein, den Franzosen Jerome Champagne, UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (Schweiz) sowie den Südafrikaner Tokyo Sexwale zugelassen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet