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30 Jahre Missverständnis, 30 Jahre Zuversicht

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Update am Morgen - 30 Jahre Missverständnis, 30 Jahre Zuversicht

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Susanne Biedenkopf

Guten Morgen,

heute vor 30 Jahren löste sich die erste frei gewählte DDR-Volkskammer nach nur 181 Tagen selbst auf und ebnete damit den Weg für die Deutsche Einheit. Es war ein feierlicher Moment - aber ich spürte damals auch die Verantwortung, die auf den Handelnden lastete: "Mit der Einheit in unseren Köpfen und Herzen stehen wir noch am Anfang unseres Vereinigungsprozesses," sagte Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl in ihrer Abschiedsrede.

"Viel Geduld und Einfühlungsvermögen auf beiden Seiten werden notwendig sein, damit keine Seite Schaden nimmt." Wie recht sie hatte, habe ich erst in der Rückschau begriffen. Geduld war damals Mangelware. Wahnsinn war das Wort der Stunde. Wenige Wochen später wurde ich Korrespondentin in Thüringen und durfte die Entstehung eines Bundeslandes begleiten. Dass diese Jahre die bis heute wichtigste Erfahrung meines journalistischen Lebens geblieben sind, hat mit den Menschen zu tun, die die gewaltigen Folgen der Wende geschultert haben.

Der 3. Oktober ist der deutsche Nationalfeiertag, er erinnert an die Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Was hält Ost und West zusammen? Was entzweit Ost und West? Sind wir ein Land? Zwei Reporter - geboren im Osten und im Westen - gehen diesen Fragen nach

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Gespräche, nicht Schlagworte haben mir damals die Leistung vermittelt, die die komplette Umstellung auf ein neues Gesellschaftssystem verlangte, das über Nacht alle gewohnten Gesetze und Verordnungen ersetzte. Eines jedoch fand ich als Journalistin besonders schwierig: Das war die Vermittlung der Leistung, die den Menschen aus der ehemaligen DDR in diesem Prozess abverlangt wurde.

Denn der Aufholmarathon im "Zeitraffer" war aus Westsicht eine überfällige Anpassung an die Normalität. Ich glaube, hier haben viele Missverständnisse und Verletzungen ihren Anfang genommen, die uns bis heute beschäftigen. Vielleicht haben wir zu lange über notwendige Anpassungen gesprochen und zu wenig über die Notwendigkeit der Unterschiede.

Vielleicht sollten wir einfach mehr Geduld miteinander haben - und nach allem, was uns in den letzten 30 Jahren gelungen ist, auch mehr Zuversicht.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Susanne Biedenkopf, Leiterin der ZDF-Redaktion für Wirtschaft, Recht, Service, Soziales und Umwelt

Was heute noch wichtig ist

Bundestag debattiert über Deutsche Einheit: Der Bundestag widmet sich am Freitag in einer zweistündigen Debatte der Deutschen Einheit vor 30 Jahren. Die Abgeordneten erinnern an die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 und die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten. Die Debatte können Sie um 9 Uhr bei uns live verfolgen.

Die zentralen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit finden am Samstag in Potsdam statt, zu denen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet werden.

Der Osten bietet viele Vorteile für junge Start-ups: günstige Produktionsbedingungen sowie geringere Löhne und Lebenshaltungskosten, so eine Studie im Auftrag von ZDFzeit.

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EU-Gipfel in Brüssel endet: Im Streit mit der Türkei über Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer rangen die EU-Staaten am Donnerstag stundenlang um eine gemeinsame Linie. Damit verbunden: Sanktionen gegen das Regime in Belarus. Darauf immerhin hat sich der Gipfel verständigt. Heute geht das Treffen weiter.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 295.539 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.980 dazu. Insgesamt sind 9.509 Menschen gestorben. (Stand: 2.10.2020 5:32 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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maybrit illner: Wahl, Wut, Verschwörung – was, wenn Trump bliebe? (67 Minuten)

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Ich mag Trump.
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ZDF-Reporterin Alica Jung hat mit einem jungen Konservativen in den USA darüber gesprochen, warum er Donald Trump wählen will.

Kappe mit der Aufschrift: Make Amerika Great Again, junge Hände, die danach greifen.

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Warum junge Konservative Trump wählen
 

Für Rob Hager verkörpert Donald Trump die Mittelschicht, deshalb will er für ihn bei der US-Wahl wählen. In dieser Story, erklärt er seine Entscheidung.

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2: Vor zwei Jahren wurde der saudische Journalist Jamal Khashoggi auf grausame Weise in der Botschaft seines Landes in Istanbul ermordet. Hinter dem Mord soll das saudische Königshaus stecken. In Berlin erinnert heute die Organisation "Reporter ohne Grenzen" bei einer Mahnwache an Khashoggi.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Freitag ist es entlang des Rheins und im Nordosten wolkig oder stark bewölkt und es kann etwas regnen. Sonst ist es oft freundlich und meist trocken. An den Alpen gibt es Föhn, in Gipfellagen mit schweren Sturm- und orkanartigen Böen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 15 und 22 Grad, in Föhntälern können 24 Grad erreicht werden.

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Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Katja Belousova

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