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Update am Abend - Grüne und FDP: Eine Chance für die Jungen

Datum:
ZDFheute Update

Guten Abend,

was sagen Sie: Wer hat diese Bundestagswahl gewonnen? Und wer verloren?

Bei diesen Fragen schauen wir meistens auf Parteien und Personen. Dabei ist ein anderer Blick viel spannender - nämlich der auf die Wählerinnen und Wähler.

Mein Kollege Michael Hörz hat sich die Daten der Forschungsgruppe Wahlen genau angeschaut. In seiner Analyse zeigt er, wer wie abgestimmt hat und welche Bevölkerungsgruppen diese Wahl entschieden haben.

Ein Ergebnis: Junge Menschen wählen deutlich anders.

Vor allem die Union spielt für junge Wählende nur noch eine geringe Rolle. Die meisten Jungen haben Grüne oder FDP gewählt. Doch weil die über 60-Jährigen fast 40 Prozent der Wahlberechtigten stellen und die Wahlbeteiligung unter Älteren höher ist als unter Jungen, spiegelt sich das im Endergebnis kaum wieder.

"Sind es also die Baby-Boomer und ältere Generationen, die bei der Wahl die Weichen für die kommenden Jahre stellen?", fragt Michael Hörz in seiner Analyse. Sind die Jungen also die Wahlverlierer?

Auch wenn die Daten das befürchten lassen: FDP und Grüne haben in den kommenden Wochen die Chance, die Interessen ihrer jungen Wählerinnen und Wähler in Koalitionsverhandlungen einzubringen.

Sowohl die SPD als auch die Union, die ihre Größe noch immer den Älteren verdanken, werden Zugeständnisse machen müssen, wenn sie regieren wollen.

Was Sie sonst noch zur Wahl interessieren könnte

Fünf Fragen nach der Bundestagswahl: Warum sitzt die Linke trotz 4,9 Prozent im Bundestag? Wer ist der SSW? Und wie geht es jetzt weiter? Katia Rathsfeld und Dominik Rzepka mit den Antworten.

Wichtige Fragen beantwortet ab 19:30 Uhr auch live ein ZDF spezial zur Bundestagswahl - etwa, wie der politische Prozess nun weitergeht und was das Ergebnis für die Regierungsbildung bedeutet.

Die wichtigsten Reaktionen der Parteien

Weitere Analysen und Hintergründe

Noch zwei Zahlen zur Wahl in Grafiken

Da ist zum einen die Größe des Parlaments: Weil der alte Bundestag an einer echten Wahlreform gescheitert ist, hat der neue Bundestag nun 735 statt der eigentlich vorgesehenen 598 Sitze. Nur China leistet sich ein größeres Parlament.

Abgeordnete Bundestag

Und dann ist da noch die Wahlbeteiligung. Nur 76,6 Prozent der Wahlberechtigten haben von ihrem Privileg Gebrauch gemacht. Die Wahlbeteiligung war zwar schon einmal schlechter. Aber dass es für fast jeden Vierten kein politisches Angebot gibt, für das der Gang zu Briefkasten oder Wahllokal lohnt, ist ausbaufähig.

Sharepic: Wahlbeteiligung

[Noch mehr Daten und Grafiken zur Wahl haben wir hier für Sie zusammengefasst: Alle Ergebnisse aus Bund und Wahlkreisen.]

Was sonst noch wichtig ist

Berlin stimmt für Enteignung von Wohnungskonzernen: Beim Volksentscheid hat eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner für die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne gestimmt. Rechtlich bindend ist das für die Politik aber nicht.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut meldet heute 3.022 Neuinfektionen, die Inzidenz liegt bei 61,7. Unsere Karte zeigt, wie es in Ihrem Landkreis aussieht.

In Deutschland sind bisher 67,7 Prozent mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. 64 Prozent sind vollständig geimpft. Hier erfahren Sie, wie es in Ihrem Bundesland aussieht.

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Weitere Schlagzeilen

Good News

Der neue Bundestag wird diverser. Zum Beispiel durch Tessa Ganserer und Nyke Slawik von den Grünen. Die beiden Politikerinnen sind die ersten offen lebenden Trans-Personen im Parlament.

Grafik: Erstmals Transpersonen im Bundestag
Quelle: ZDF/Bundeswahlleiter

"Wahnsinn! Ich kann es noch gar nicht so recht fassen", twitterte Slawik am Sonntagabend. "Ich hoffe, dass wir heute ein neues Kapitel der Selbstbestimmung in der Politik aufschlagen und die jahrelange Bevormundung queerer Menschen beenden können."

Zahl des Tages

Wenn die Koalitionsverhandlungen länger als 83 Tage dauern, knackt Angela Merkel die Rekordzeit von Helmut Kohl im Kanzleramt. Stand heute ist Merkel, die bis zur Wahl ihres Nachfolgers Kanzlerin bleibt, 5.788 Tage im Amt. Helmut Kohl war 5.870 Tage im Amt.

Die Chancen für einen neuen Rekord stehen gut. Sowohl Olaf Scholz als auch Armin Laschet gaben als Ziel aus, Koalitionsverhandlungen bis Weihnachten abgeschlossen zu haben. Am 18. Dezember hätte Merkel Kohls Rekord eingestellt.

Streaming-Tipps für den Feierabend

Die Zeitschrift "Cinema" nannte "Red Sparrow - Der Lockvogel" einen "raffinierten Spionagethriller, der bis zum Ende fesselt". Die Handlung: Die russische Ballerina Dominika, gespielt von Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, wird zur Agentin ausgebildet, um einen CIA-Agenten zu verführen. Zu sehen im Montagskino, um 22:15 Uhr im ZDF.

Genießen Sie Ihren Abend!

Kevin Schubert und das gesamte ZDFheute-Team

Kevin Schubert ist Redakteur und Reporter bei ZDFheute.

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