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Überlastete Helden: Pflege im Seniorenheim

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Update am Morgen - Überlastete Helden: Pflege im Seniorenheim

Datum:
Ilka Brecht

Guten Morgen,

sie wurden als Helden gefeiert - die Pflegekräfte in den Seniorenheimen. Schon unter normalen Bedingungen stehen sie stark unter Druck, aber mit Corona gingen viele Pflegerinnen und Pfleger weit über ihre Kräfte hinaus - und tun es noch. Dennoch ist es still um sie geworden, so als wären der anfängliche Applaus und die angekündigten Sonderzahlungen Dank genug.

Dabei geht es vor allem darum, dass Versäumnisse nicht wiederholt werden. In den ersten Monaten der Pandemie war die Lage oft dramatisch. Die Hälfte aller etwa 9.400 Toten in Deutschland im Zusammenhang mit Covid-19 kommt aus dem Umfeld von Altenheimen. Die Pflegekräfte mussten überdies mit ansehen, wie einsam viele Menschen starben. Jedes Schicksal eine stille Katastrophe, still jedenfalls für die Welt da draußen. Und drinnen gab es in so manchem Heim auch Pflegemissstände, weil das Personal vollkommen überlastet war und die Angehörigen nicht wie ansonsten helfen konnten.

Eine Besucherin unterhält sich im Besuchsraum des Elisabeth-Roock-Haus mit ihrer Angehörigen.

Corona in Pflegeheimen -
Zu wenig Tests, zu wenig Kontrolle
 

Viele Bewohner von Altenheimen leiden unter Corona-Maßnahmen. Abgeschottete Heime, ausgesetzte Kontrollen und überbelastetes Pflegepersonal sind eine fatale Kombination.

von Jörg Göbel und Michael Haselrieder

Denn um Ansteckungen zu vermeiden, waren viele Pflegeheime fast komplett von der Außenwelt abgeschottet. Dazu meinte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kürzlich im Rückblick, man werde "nicht noch mal Besuchsverbote brauchen in den Pflegeeinrichtungen". Das scheint aber für den öffentlichen Gesundheitsdienst oder den Medizinischen Dienst der Krankenkassen nicht zu gelten. Denn die Überprüfungen von Heimen vor Ort sind wegen der Corona-Krise ausgesetzt.

Insofern könnte es um fahrlässig viele Katastrophen weiter still bleiben. Das muss sich ändern, fordern jetzt die Helden. Frontal 21 berichtet heute Abend um 21 Uhr.

Bleiben Sie gesund und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen
Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins Frontal 21

Was heute noch wichtig ist

Autoindustrie weiter mit Gegenwind: Erst rissen die Lieferketten, dann standen die Bänder über Wochen still, nun stockt die Nachfrage: Es sind schwere Zeiten für Autobauer und deren Zulieferer. Die Autoindustrie trifft sich heute wieder auf einem Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Warum die Branche schon vor Corona mitten in einer Transformation steckte.

Belarussische Oppositionelle Kolesnikowa vermisst: Maskierte Männer sollen sie im Zentrum von Minsk entführt haben, berichtete eine Augenzeugin. Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte "große Sorge" um Kolesnikowa. Doch: Wer ist die Frau eigentlich, die zusammen mit Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo die Opposition gegen Präsident Lukaschenko anführt?

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Das Verschwinden von Maria Kolesnikowa werde die Demonstranten in Belarus nicht stoppen, sagt Nasta Reznikawa im heute journal up:date. Sie ist Journalistin bei einem regierungskritischen Fernsehsender in Minsk.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 253.626 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.200 dazu. Insgesamt sind 9.331 Menschen gestorben. (Stand: 8.9.2020 5:28 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Corona-Alarm in Spanien und Frankreich: In Spanien ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf mehr als 500.000 gestiegen. Und aus Südfrankreich melden die Krankenhäuser, dass freie Intensivbetten wieder knapp werden.

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Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Weitere Schlagzeilen

  • Reisen - wenn der Lockdown zum Knockout wird: Reisewarnungen hier, Quarantänevorschriften da - die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie machen der Wirtschaft das Leben schwer. Das gilt nicht nur für den Tourismus.
  • Julian Assange wehrt sich vor Gericht: Nach langer Verzögerung wegen Corona geht der Prozess gegen den Wikileaks-Gründer weiter: Julian Assange soll in die USA ausgeliefert werden - dort drohen ihm 175 Jahre Gefängnis.
  • Lange Haft- statt Todesstrafe für Täter: Wegen des Mordes an dem Journalisten Khashoggi geriet Saudi-Arabien scharf in die Kritik. Nun wandelte ein Gericht Todes- in Haftstrafen um. Khashoggis Familie hatte darum gebeten.

Grafik des Tages

Die Landkarte Europas ist im jeweiligen Land gekennzeichnet mit der Dauer eines durchschnittlichen "Arbeitslebens" in Europa. Die Dauer reicht von 31,8 Jahren in Italien (Kürzeste) bis 46,3 Jahre in Island (Längste).

Die arbeitswütigen Deutschen? Jein. Ein deutsches Arbeitsleben dauert zwar länger als der EU-Durchschnitt von 36,2 Jahren. Aber die europäischen Spitzen-Malocher leben woanders. Die Grafik zeigt die voraussichtliche Dauer des Arbeitslebens einer 15-jährigen Person. Über 2,8 Millionen Deutsche sind aktuell arbeitslos. Mit der Einführung von Hartz-IV sollten Arbeitslose auch "gefördert" werden. Doch hier spalten sich die Meinungen. Hat jeder damit das, was er zum Leben braucht? Oder reicht es hinten und vorne nicht? Die ZDFinfo Doku "Genug zum Leben? – Hartz IV auf dem Prüfstand" gibt Antworten.

Anderswo interessant

Der Tag der Deutschen Einheit jährt sich 2020 zum 30. Mal. Ob in Wirtschaft, Infrastruktur oder Familie: Die Unterschiede zwischen Ost und West, die in früheren Jahren noch deutlich hervortraten, verblassen zusehends. Jetzt passend dazu online: Das Deutschland-Quiz des Statistischen Bundesamtes. Es nimmt regionale Unterschiede unter die Lupe, indem es nach Ähnlichkeiten fragt.

Gesagt

Zitat des Schauspielers Mario Adorf: "Das Besondere am Beruf des Schauspielers ist, dass er im Gegensatz zu vielen Menschen ein zwar unsicherer aber frei gewählter und geliebter Beruf ist. Es ist ein Beruf, der es erlaubt, über die Kindheit hinaus ein Leben lang zu spielen."

Er hat in mehr als 200 Kino- und Fernsehfilmen mitgespielt: Mario Adorf, einer der beliebtesten deutschen Schauspieler, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Auch die Kollegen von der "Kulturzeit" gratulieren.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag ist es im Norden meist stark bewölkt und vereinzelt kann es etwas regnen. Nach Süden hin ist es sonnig. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 26 Grad.

Am Dienstag ist es im Norden meist stark bewölkt und vereinzelt kann es etwas regnen. Nach Süden hin ist es sonnig. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 26 Grad.

Zusammengestellt von Andreas Kronhart

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