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Update am Morgen - Impfstoff-Produktion: Hoffnung und Ungeduld

Datum:
Susanne Biedenkopf

Guten Morgen,

wo Hoffnung wächst, wächst auch die Ungeduld. Das gilt in diesen Tagen zuerst für die Corona-Impfungen. Sie stehen für die Hoffnung auf persönlichen Schutz vor der Pandemie und auf ihr absehbares Ende. Und mit der Ungeduld wächst der Druck auf die Unternehmen, die den Impfstoff produzieren. Sie haben in den letzten Monaten unter unglaublichen Anstrengungen in Rekordzeit den Hoffnungsträger entwickelt.

Vielleicht hat uns diese Leistung den Blick auf die Schwierigkeiten der Produktion verstellt. Denn den Aufbau einer Infrastruktur für einen hochkomplexen Impfstoff in dieser Geschwindigkeit und in dieser Menge hat es so noch nie gegeben. Seine Herstellung ist mit der Produktion eines schlichten Möbels nicht vergleichbar. Das wissen die Hersteller am besten, ist Jasmina Kirchhoff vom Institut der deutschen Wirtschaft überzeugt. "Die Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst", sagt sie mir im Interview.

Die Corona-Pandemie habe neue Dimensionen auch in der Zusammenarbeit der Forschung eingeleitet. So hätten sich im letzten Jahr 15 Unternehmen wechselseitig Zugang zu ihren Molekül-Datenbanken eröffnet, dem Herzstück jedes Forschungsunternehmens. Die Produktionskapazitäten würden über Kooperationen ausgebaut - und das seit vielen Monaten.

"Niemand hält sein Patent zurück, niemand geht keine Kooperation ein", so die auf den Pharmastandort Deutschland spezialisierte Ökonomin. Aber neben der Herausforderung, die Produktion von kleineren Mengen auf eine industrielle Produktion umzustellen, müsse vor allem der Technologietransfer bewältigt werden. Werke müssten umgebaut und umgerüstet werden. Das dauert. Aber auch wenn die Situation angespannt ist, zeigt sich Kirchhoff optimistisch. Schließlich erfolgen 80 Prozent der weltweiten Impfstoffproduktion in Europa. 80 Prozent davon sind für den Export bestimmt. Europa hat also alle Voraussetzungen. Jetzt brauchen wir nur noch ein wenig Geduld.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Susanne Biedenkopf, Leiterin der ZDF-Redaktion für Wirtschaft, Recht, Service, Soziales und Umwelt

Was heute noch wichtig ist

Moskauer Gericht entscheidet zum Fall Nawalny: Ein Moskauer Gericht will entscheiden, ob eine Bewährungsstrafe von Kremlkritiker Alexej Nawalny in eine richtige Haftstrafe umgewandelt wird. Nawalny war nach seiner Rückkehr nach Russland zunächst für 30 Tage inhaftiert worden - dagegen wird seit Tagen protestiert.

KfW bilanziert Geschäftsjahr 2020: Die staatliche Förderbank KfW spielt bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle. Das von Bund und Ländern getragene Institut stellt heute (10.00 Uhr) seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. 

"Anglizismus des Jahres" wird bekanntgegeben: Was war der Begriff des Jahres 2020? Eine Jury rund um den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin kürt heute (9.00 Uhr) zum elften Mal den ausdrücklich "positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes". Bisherige Anglizismen des Jahres waren:

  • Refugees Welcome (2015)
  • Fake News (2016)
  • Influencer (2017)
  • Gendersternchen (2018)
  • und …for future (2019)

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 2.232.429 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 11.160 dazu. Insgesamt sind 58.396 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 2.467.918 Corona-Impfungen verabreicht. Hier erfahren Sie, wie es in Ihrem Bundesland aussieht. (Quelle: RKI)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

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Ausführlich informiert

ZDF spezial: Zu wenig Impfstoff, zu viel Chaos bei der Terminvergabe, zu große Unsicherheit bei den Menschen. Ein Monat nach dem Start der Impfkampagne kommt die Corona-Impfung nicht voran. Was läuft schief beim Impfen? (41 Minuten)

Grafik des Tages

Rund 7,7 Milliarden Covid-19-Impfdosen wurden bislang weltweit bestellt. Mehr als die Hälfte geht an reiche Industriestaaten. Doch: Bei welchen Herstellern kaufen die armen Länder ein? In einer Datenstory hat ZDFheute-Faktenchecker Nils Metzger für Sie zusammengefasst, welche Hersteller welche Länder beliefern.

Grafik: Grafik: 7,7 Mrd. Corona-Impfdosen gekauft
Quelle: ZDF/iStock

Zahl des Tages

70: Heute ist internationaler Tag der Feuchtgebiete. Leider ist die Zahl des Tages alles andere als erfreulich: Die Fläche an Feuchtgebieten ist seit 1900 weltweit um 70 Prozent zurückgegangen - das geht aus einer aktuellen WWF-Studie hervor. Grund dafür seien unter anderem menschliche Einwirkungen wie die Trockenlegung von Mooren und Begradigung von Flüssen.

Gesagt

Nach dem Impfgipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Versprechen erneuert, bis zum Ende des Sommers allen Impfwilligen ein Angebot machen zu können.

Wir werden bis Ende des Sommers, also bis nach dem 21. September, jedem ein Impfangebot machen können, auch ohne Johnson & Johnson und Curevac.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin (CDU)

Weitere Schlagzeilen

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag bleibt es nur östlich der Elbe trocken. Sonst zieht ein Regengebiet von West nach Ost. Im Norden schneit es auch. Im Südwesten weht ein starker Südwestwind. Die Temperatur steigt auf Werte von 7 bis 14, im Norden 1 bis 6 Grad.

Vorhersage für Deutschland Dienstag, 02.02.2021
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Katharina Thode

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