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Die Suche nach den Schuldigen

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Update am Abend - Die Suche nach den Schuldigen

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Guten Abend,

es ist schwer, eine Krise durchzustehen, ohne zu wissen, wer für sie verantwortlich ist. In den USA hatte Präsident Trump schon früh einfach pauschal China als Schuldigen für die Corona-Pandemie auserkoren, wohl aber eher, um von seinem eigenen Unvermögen, die Krise zu bewältigen, abzulenken.

In Deutschland beginnt die Suche nach den Schuldigen für die neu ansteigenden Infektionszahlen gerade erst: "Pandemietreiber sind im Moment vor allem private Feiern", sagt die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und will damit Hoteliers in Schutz nehmen und das neue Beherbergungsverbot kippen. Auch die Berliner Gastronomen schieben die Schuld auf die jungen Leute, die sich wegen der neuen Sperrstunden lieber privat zum Feiern treffen. Zuvor waren es die Reiserückkehrer, die das Virus nach dem vergleichsweise ruhigen Sommer mutmaßlich wieder neu eingeschleppt haben.

Ein Fall, bei dem sogar eine Expertenkommission einen klaren Schuldigen benennt, wurde heute Vormittag in Insbruck vorgestellt: Für den massenhaften Corona-Ausbruch im Tiroler Skiort Ischgl im Frühjahr machen die Experten in ihrem Untersuchungsbericht Bundeskanzler Sebastian Kurz und die Tiroler Behörden verantwortlich. Kurz habe die Isolierung der betroffenen Orte am 13. März "überraschend und ohne Vorbereitung" angekündigt. Daraufhin waren die Touristen überhastet und in völligem Chaos abgereist. Wegen der Ausreise habe es eine Reihe von Kommunikationsproblemen zwischen Bund und dem Land Tirol gegeben. Trotzdem, so die Kommission, sei kein generelles Versagen der Behörden und der Politik feststellbar. Die Suche nach einem Schuldigen an der aktuellen Situation wird also weitergehen.

Ischgl gilt als einer der Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus. Eine unabhängige Expertenkommission legt nun ihren Bericht zum umstrittenen Corona-Krisenmanagement vor.

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Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 326.497 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 3.530 dazu. Insgesamt sind 9.626 Menschen gestorben. (Stand: 12.10.2020 16:30 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

Was sonst noch wichtig ist

EU einig über neue Russland-Sanktionen: Die EU bringt nach dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny neue Russland-Sanktionen auf den Weg. Die Außenminister der EU-Staaten einigten sich am Montag bei einem Treffen in Luxemburg darauf, mit den notwendigen Vorbereitungen zu beginnen.

Wirtschaftsnobelpreis für Milgrom und Wilson: Der Nobelpreis für Wirtschaft geht an Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson. Die beiden wurden für Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindungen von neuen Auktionsformaten geehrt, hieß es von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm. So werden heute zum Beispiel Emissionshandel oder die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen nach ihren Konzepten durchgeführt.

Vorstellung des Welthunger-Index 2020: Hunger ist für Millionen Menschen weltweit tägliche Realität. Die traurige Wahrheit dabei: Dieser Zustand wird sich so schnell auch nicht ändern, schreibt unsere Autorin Florence-Anne Kälble.

Senats-Anhörung für Supreme Court-Kandidatin hat begonnen: Der Justizausschuss im US-Senat hat seine viertägigen Anhörungen der Kandidatin für den Obersten Gerichtshof der USA, Amy Coney Barrett, begonnen. Die Republikaner im Senat wollen die Nachfolgerin der verstorbenen Richterin Ruth Bader Ginsburg noch vor den Präsidentschaftswahlen am 3. November bestätigen. Wie der Supreme Court funktioniert und was er macht, erklärt meine Kollegin Petra Riffel in ihrem Grafikvideo:

Welche Macht hat der Supreme Court in den USA? Neun Richter*innen haben das letzte Wort bei Grundsatzfragen.

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ZDFheute live

Maskenpflicht, Sperrstunde oder Beherbergungsverbot. Die neuen Corona-Maßnahmen sind weiter umstritten - trotz steigender Fallzahlen. Wie sinnvoll sind sie wirklich? Um 19:30 Uhr geht ZDFheute live mit dieser Frage auf Sendung. Mit dabei als Experte ist der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit.

An den verschärften Corona-Maßnahmen gibt es weiter Kritik. Wie sinnvoll sind sie? Ein Check mit dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit.

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Grafik des Tages

So lüftet man richtig
So lüftet man richtig
Quelle: ZDF

Lüften wird vermutlich ein ganz zentraler Bestandteil des Lebens mit dem Coronavirus werden in diesem Winter. Nur so können Menschen aus verschiedenen Haushalten in Räumen zusammenkommen und das Infektionsrisiko eindämmen. Der Deutsche Philologenverband stimmt Lehrer und Schüler deshalb in den kommenden Monaten auf kalte Klassenzimmer ein.

Für die kalten Monate werden jetzt Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören.
Susanne Lin-Klitzing

Lehrer und Schüler müssten auf das "Zwiebelprinzip" setzen, um nach und nach dickere Kleidungsstücke ausziehen zu können, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing der "Bild"-Zeitung

Weitere Schlagzeilen

Gesagt

Der einzige Gewinner durch einen Konflikt während einer Pandemie ist das Covid-19-Virus selbst.
UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der Corona-Krise erneut zu einer weltweiten Waffenruhe aufgerufen.

Streaming-Tipps für den Feierabend

Im Oktober 1956 gehen die Menschen in Budapest auf die Barrikaden. Anfangs sind es Studenten, doch als Regierungstruppen auf Demonstranten schießen, weitet sich der Protest landesweit aus. Von diesen dramatischen Ereignissen in Ungarn erfahren Theo und Kurt aus der Wochenschau, als sie zu Besuch in Berlin sind. Schockiert überzeugt Kurt seine Klasse von der Idee, im Unterricht eine Schweigeminute einzulegen, "im Angedenken der gefallenen ungarischen Genossen". Der Eklat in der Schule ist programmiert: "Das schweigende Klassenzimmer" basiert auf Begebenheiten, die der Schüler Dietrich Garstka 1956 im brandenburgischen Storkow tatsächlich erlebt und 50 Jahre später in einem Buch verarbeitet hat.

DDR, Herbst 1956: Die Abiturienten Theo und Kurt sehen im Kino die "Wochenschau"-Bilder des Ungarn-Aufstandes. Der Kampf der jungen Menschen um Demokratie berührt Kurt.

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Mein zweiter Tipp für den Feierabend kommt von der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz: Die dritte Staffel "Babylon Berlin" steht in der ARD Mediathek bereit. In zwölf neuen Folgen können Sie ins Berlin der Weimarer Republik eintauchen und begleiten Kommissar Gereon Rath bei den Ermittlungen zu einer Mordserie am Rande der Dreharbeiten zu einem Revuefilm in den Filmstudios in Babelsberg. Und übrigens: mit Ihrem Zugang zur ZDF Mediathek können Sie sich auch bei den Kollegen der ARD einloggen.

Filmstill aus Babylon Berlin: eine Frau sitzt rauchend an einer Theke, im Hintergrund ist eine Bühne zu erkennen
Charlotte "Lotte" Ritter an der Bar des Tanzlokals "Moka Efti".
Quelle: dpa

Genießen Sie Ihren Abend!

Jan Schneider und das gesamte ZDFheute-Team

Jan Schneider ist Redakteur ZDFheuteCheck-Team. Auf Twitter: @Janatorium

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