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Update am Abend - Öffnungspläne mit mulmigem Gefühl im Bauch

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ZDFheute Update

Guten Abend,

28.223 Neuinfektionen hatte das Robert-Koch-Institut am 16. Dezember letzten Jahres vermeldet. Das war der Tag an dem die Schulen geschlossen wurden und der zweite große Corona-Shutdown in Deutschland begann. Heute meldete das RKI nur noch 4.369 Covid-19-Fälle, die 7-Tage-Inzidenz ist von 198,5 auf heute 61,0 gefallen. Noch deutlicher ist die Entwicklung der Pandemie an den gemeldeten Todesfälle zu sehen: gesunken von 733 Toten am Tag am 16. Dezember auf heute 62.

Diese Zahlen machen Hoffnung, wecken aber auch ein starkes Verlangen nach Lockerungen. Wann ist der Shutdown endlich vorbei und der Alltag zurück? Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich, wohl auch um diesem Verlangen vorzugreifen, heute detailierter zu ihren Öffnungsplänen geäußert: Angesichts der Sorgen vor einer dritten Corona-Welle und der bisher noch schwer einzuschätzenden Mutationen plädiert sie für eine vorsichtige, stufenweise Strategie der Lockerung. Als hätte sie bei allen Öffnungswünschen doch ein mulmiges Gefühl dabei.

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Stufenweise und vorsichtig gilt jedenfalls nicht für die Schulen und Kindertagesstätten. Die sind - trotz heftiger Kritik - seit heute wieder regulär geöffnet (Wo genau wie geöffnet wurde, lesen Sie hier). Um das Infektionsrisiko für Lehrer*innen und Erzieher*innen zu minimieren, fordert Familienministerin Franziska Giffey, diese Berufsgruppen früher zu impfen. Doch auch daran gibt es Kritik: Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, ist streng dagegen, Lehrkräfte höher zu priorisieren, da Ältere und Schwerkranke dann noch länger auf ihre Impfungen warten müssten.

Es werden auf jeden Fall noch einige Diskussionen geführt werden - ob prominent-medial oder am heimischen Küchentisch - bis am kommenden Mittwoch wieder ein Corona-Gipfel über den weiteren Kurs in der Pandemie entscheiden wird.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 2.395.881 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 7.560 dazu. Insgesamt sind 68.535 Menschen gestorben. (Quellen: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 3.312.351Menschen einfach gegen das Coronavirus geimpft, 1.756.478 Menschen erhielten die Zweitimpfung. Hier erfahren Sie, wie es in Ihrem Bundesland aussieht. (Quelle: RKI)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Was sonst noch wichtig ist

Welches Potential steckt in den kostenlosen Schnelltests? Es soll sie ab 1. März kostenlos für alle geben. Welche Tests es gibt, was sie können und welche Bedenken es beim Einsatz in der Pandemie gibt, hat meinen Kollegin Julia Klaus zusammengefasst.

Entscheidungen ohne Parlament? Mit jeder Debatte im Deutschen Bundestag über die Pandemiebekämpfung kommt der Vorwurf hoch, die Bundesregierung würde das Parlament systematisch ausbremsen. Ist das eigentlich so?

EU bringt Russland-Sanktionen auf den Weg: Die EU-Außenminister haben sich grundsätzlich auf neue Sanktionen gegen Russland geeinigt, hieß es aus Diplomatenkreisen. Grund ist der Umgang mit dem Regierungskritiker Nawalny.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Gesagt

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Politik nicht einfach nur Wissenschaft vollstreckt, sondern viel mehr ist. Politik muss abwägen, muss entscheiden. Und vor allen Dingen: Die Politik muss verschiedene Wissenschaftsdisziplinen hören. Nicht nur Virologen. Politik braucht ein breites, ein plurales Feld.
Udo di Fabio, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio warnt im ZDFheute-Interview davor, die Corona-Krisenpolitik alternativlos wirken zu lassen. Politische Entscheidungen sollten vielmehr als das kommuniziert werden, was sie sind: "Abwägungen in einem Vernunftkorridor."

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Lust auf einen Thriller? Eine minderjährige Prostituierte stirbt nach einer ausschweifenden Partynacht mit dem Parlamentsabgeordneten Filippo Malgradi, der aus Angst vor einem öffentlichen Skandal den Vorfall zu vertuschen versucht. Besonders, weil er gerade im Begriff ist, für den mächtigen Paten "Samurai" ein millionenschweres Bauvorhaben umzusetzen, das den Einfluss der Mafia in Rom endgültig zementieren könnte. Der Gangster will Roms Hafenmeile in ein neues Las Vegas verwandeln. Alle Paten der Region erklären sich bereit mitzumachen. Doch der Frieden hält nicht lange. "Suburra" ist ein hochklassiger Politthriller aus Italien von Regisseur Stefano Sollima, der auch für zehn Folgen der Mafiaserie "Gomorrah" verantwortlich war. (Video verfügbar bis 28.02.2021 von 22 bis 6 Uhr oder Jugendschutz-Code)

Oder etwas fürs Herz: "Beate Uhse - Das Recht auf Liebe" erzählt die Geschichte der deutschen Unternehmerin von 1945 bis 1972. Von der Gefangenschaft in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs über die ersten wirtschaftlichen Erfolge mit einem Verhütungs-Ratgeber bis zur Gründung des bis heute bekannten "Versandhaus Beate Uhse". Doch mit steigendem Umsatz wächst auch der gesellschaftliche Widerstand: Aufgrund des "Unzuchtsparagraphen" 184 wird Beate Rotermund immer wieder vor Gericht zitiert und die gesellschaftliche Ausgrenzung bedroht ihre Ehe und den Traum von einer glücklichen Familie.

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Jan Schneider und das gesamte ZDFheute-Team

Jan Schneider ist Redakteur im ZDFheuteCheck-Team. Auf Twitter: @janatorium

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