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Update am Abend - Warten auf Weihnachten ist keine Option mehr

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ZDFheute Update

Guten Abend,

29.875 Neuinfektionen und 598 Todesfälle binnen eines Tages. Das sind die Zahlen, die das Robert-Koch-Institut heute am frühen Morgen vermeldet. Zwei Höchstwerte - zwei Wochen vor Weihnachten. Sie zeigen: Die Corona-Lage in Deutschland ist so ernst wie nie zuvor.

#LockdownJetzt ist hierzulande auf Twitter das meistgenutzte Hashtag des Tages. Gut möglich, dass die Politik am Wochenende genau das umsetzt, wenn die Ministerpräsident*innen einmal mehr mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über schärfere Regeln beraten könnten.

Zwar gibt es einige Ministerpräsidenten, die mit einer Verschärfung des aktuellen Teil-Shutdowns noch warten wollen. Tobias Hans (CDU) im Saarland etwa möchte einen harten Lockdown unmittelbar nach Weihnachten, Volker Bouffier (CDU) in Hessen hält frühestens das Wochenende vor Weihnachten für den richtigen Startpunkt harter Beschränkungen.

Doch immer mehr Länder drängen auf eine schnellere Reaktion - und handeln zum Teil bereits auf eigene Faust. Beispiel Baden-Württemberg: Im gesamten Bundesland gilt ab dem morgigen Samstag eine Ausgangsbeschränkung. Ab 20 Uhr dürfe man das Haus nur noch aus "sehr triftigen Gründen" verlassen, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im ZDF-Interview, etwa für Arztbesuche.

Das ganze Interview mit Ministerpräsident Kretschmann.

Beitragslänge:
4 min
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Oder Beispiel Bayern: Dort fordert Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein möglichst schnelles Herunterfahren des öffentlichen Lebens. "Wir können nicht erst nach Weihnachten anfangen", sagt Söder. Einen "schnellstmöglichen Lockdown in ganz Deutschland" will auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Und die Landesregierung von Michael Kretschmer (CDU) hat für Sachsen bereits härtere Maßnahmen ab Montag geschlossen, etwa geschlossene Kitas, Schulen und zum Teil auch Läden.

Es brauche jetzt "ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staates", sagt Kretschmer heute nach einem Besuch eines Krankenhauses. Anders sei die medizinische Versorgung nicht länger zu gewährleisten.

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, bestätigt das. Lange könne die Belastung auf den Intensivstationen nicht mehr gestemmt werden. Für ihn ist klar:

Ein Zögern und Warten auf Weihnachten ist schier unverantwortlich.
Uwe Janssens

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 1.284.927 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 20.240 dazu. Insgesamt sind 21.533 Menschen gestorben. (Quellen: Risklayer, Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Was sonst noch wichtig ist

Die Europäische Union verschärft ihr Klimaziel: Bislang wollte die EU ihre Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren - jetzt also um mindestens 55 Prozent. Das Zwischenziel für 2030 gilt als wichtige Etappe für das große EU-Ziel "Klimaneutralität bis 2050".

Grafik: EU: Treibhausgasemmissionen um 55 Prozent senken
Quelle: ZDF/colourbox.de

Aber reichen 55 Prozent?

Özden Terli, Redakteur und Moderator in der ZDF-Wetterredaktion, warnt in seinem Kommentar zum neuen EU-Ziel: "Nur Taten zählen. Und daran hapert es gewaltig." Die globale Temperaturerhöhung der letzten zehn Jahre sei beispiellos gewesen, schreibt Terli.

Wir sind Jahrzehnte zu spät dran.
Özden Terli

"55 Prozent Reduktion bis 2030", macht Terli deutlich, "wird nicht reichen, um bis Ende des Jahrhunderts unterhalb der 1,5-Grad-Marke zu bleiben".

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Grafik-Story des Tages

Hat sich die Luft im Shutdown verbessert? Mein Kollege Simon Haas hat sich angeschaut, wie stark der Corona-Effekt wirklich ist – und wie sich der Stillstand von Industrie und Verkehr unabhängig vom Wetter auf die Luftqualität deutscher Städte ausgewirkt hat.

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Nachrichten | Panorama -
So wirkt sich Corona auf die Luftqualität aus
 

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Weitere Schlagzeilen

Gesagt

Zitat: Alexander Kekulé
Quelle: ZDF

Virologe Alexander Kekulé warnt an Weihnachten vor gemeinschaftlichem Singen in der Kirche. Beim Singen gelangen nach verschiedenen Untersuchungen bis zu 6.093 Aerosole pro Sekunde in die Luft. Zum Vergleich: Beim Sprechen sind es nur 195 Aerosole pro Sekunde.

Streaming-Tipps für das Wochenende

Wintersport-Fans aufgepasst: Am Wochenende haben wir was für Sie! Was genau?

  • Alpiner Ski-Weltcup
  • Biathlon-Weltcup
  • Langlauf-Weltcup
  • Bob-Weltcup
  • Rodel-Weltcup
  • Skifliegen-WM

Insgesamt fast 16 Stunden Wintersport. Die Übertragung startet am Samstag um 10:20 Uhr und am Sonntag um 10:15 Uhr - live im ZDF oder direkt in der Mediathek.

Zum Start ins Wochenende sehenswert: Der Satire-Abend im ZDF - mit der heute show mit Oliver Welke (ab 22:30 Uhr) und dem ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann (ab 20 Uhr in der Mediathek, um 23 Uhr im linearen Fernsehen).

Genießen Sie Ihren Abend und das Wochenende!

Kevin Schubert und das gesamte ZDFheute-Team

Kevin Schubert ist Redakteur und Reporter bei ZDFheute. Auf Twitter: @waskevinsagt

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