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Update am Morgen - Corona und der Ruf der Wildnis

Datum:
Ilka Brecht

Guten Morgen,

Raus in die Natur! Die Sehnsucht der Menschen, sich von frischer Luft den pandemiemüden Kopf durchpusten zu lassen, ist groß. So groß, dass unzählige Ausflügler sich auch dieses Wochenende wieder in ihre Autos setzten, in die Landschaft fuhren und den Waldrand zuparkten. So groß, dass dabei massenhaft Erkenntnis einsetzt. Denn das Virus zeigt den vielen Menschen, die seinetwegen draußen unterwegs sind, wie eng die Natur geworden ist.

Der Natur mehr Raum zu geben und sie zu schützen, davon redet die Bundesregierung seit Jahren. Vergangene Woche kassierte Deutschland aber eine Klage der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof, weil eine "bedeutende Anzahl von Gebieten immer noch nicht als besondere Schutzgebiete ausgewiesen" sei.

Und was ist aus dem Ziel geworden, wenigstens zwei Prozent der Landfläche als "Wildnis" der Natur zu überlassen? Das hatte sich die Bundesregierung in ihrer Nationalen Biodiversitätsstrategie bereits 2007 vorgenommen, aber eine Umfrage von Frontal21 bei den Bundesländern zeigt die wahre Natur dieses Versprechens. Demnach wurden statt zwei Prozent nur 0,6 Prozent erreicht, berichtet Frontal21 heute Abend, um 21 Uhr. Außerdem: Grün regierte Bundesländer sind im Vergleich mitnichten grüner, im Gegenteil.

Hessen, Königstein-Falkenstein: Am Boden liegende Äste und Baumstämme sind im Forst bei Königstein-Falkenstein am Taunus mit einer Schneeschicht überzogen.

Zu wenig Wildnis -
Deutschland scheitert beim Naturschutz
 

Zwei Prozent der Landfläche in Deutschland soll per Vorschrift Wildnis sein. Bundesweit sind es nur 0,6 Prozent. Eine Frontal21-Umfrage zeigt: Kein Bundesland erreicht die Vorgabe.

von Güven Purtul

Im vergangenen Jahr ist der Nationalpark Bayerischer Wald 50 Jahre alt geworden. Bei seiner Gründung 1970 gab es an der Idee, die Natur weitgehend sich selbst zu überlassen und nicht wirtschaftlich zu nutzen, viel Kritik. Der damalige Forstminister fürchtete einen "Wald der toten Bäume". Inzwischen genießen jährlich 1,3 Millionen Menschen die Artenvielfalt und folgen dem Ruf der Wildnis  - nicht nur beim Ausflug aus dem Pandemie-Alltag.

Herzliche Grüße aus Berlin und viel Spaß beim Weiterlesen
Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins Frontal 21

Was heute noch wichtig ist

Bund und Länder haben schnellere Impfungen für Lehrkräfte beschlossen: Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sollen schneller gegen das Coronavirus geimpft werden als bislang vorgesehen. Darauf verständigten sich Bund und Länder am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz.

Große Koalition zieht Bilanz ihrer "Wohnraumoffensive": Diese hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. So sollten 1,5 Millionen neue Wohnungen und Eigenheime geschaffen werden. Nach drei Jahren zieht die Bundesregierung Bilanz.

Steigende Mieten, zu wenige Sozialwohnungen und kaum bezahlbares Eigentum in Ballungsräumen – die Bundesregierung zieht heute bei der "Wohnraumoffensive“ Bilanz.

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Jahresbericht zur Lage der Bundeswehr: Die Wehrbeauftragte Eva Högl stellt ihren ersten Jahresbericht zur Bundeswehr vor. Mit Spannung wird erwartet, welche Auswirkungen Högl durch die Corona-Pandemie sowie die Debatte um Rechtsextremismus in den Reihen der Streitkräfte sieht.

Digitale Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz: Zu den Themen zählen der Reformprozess Synodaler Weg, die Welle von Kirchenaustritten und die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 2.399.513 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 7.560 dazu. Insgesamt sind 68.777 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 3.312.351 Menschen einfach gegen das Coronavirus geimpft, 1.756.478 Menschen erhielten die Zweitimpfung. Hier erfahren Sie, wie es in Ihrem Bundesland aussieht. (Quelle: RKI)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Grafik des Tages

Seit Monaten ist Großbritannien im Shutdown. Jetzt hat die britische Regierung für England einen Stufenplan zur Öffnung vorgestellt:

Grafik: So will England die Corona-Maßnahmen aufheben
Quelle: ZDF/iStock

Zahl des Tages

25 Millionen Euro. So viel Geld will der Betreiber des Hauptstadtflughafens BER jährlich einsparen durch die Schließung des Terminal 5. Dort ist nämlich ab heute erstmal Schluss mit Starten und Landen. Erst wenn es wieder mehr Passagiere gibt und sich der Betrieb rentiert, soll es wieder geöffnet werden. Durch die Corona-Pandemie sind die Fluggastzahlen stark gesunken. Zum Vergleich: Der Bau des BER hat sechs Milliarden Euro gekostet.

Weitere Schlagzeilen

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So wird das Wetter heute

Am Dienstag ist es vor allem im Südosten noch neblig. Dort, wo der Nebel verschwindet zeigt sich die Sonne. Sonst, in den anderen Regionen, scheint die Sonne ab den Frühstunden. Dazu ist es für die Jahreszeit weiterhin teils ungewöhnlich warm bei 12 bis 20 Grad.

Wettervorhersage für den 23. Februar 2021
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Jan Schneider.

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