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Update am Morgen - Warum will die Regierung Home-Testing?

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Wulf Schmiese

Guten Morgen,

jetzt sind also Corona-Schnelltests die große Verheißung. In der zweiten Welle wird vieles wieder angespült von dem, was in der ersten verworfen wurde.

Masken? Waren kein Thema in der ersten Welle. Da hieß es: zu teuer und bringen nichts außer Millionen Tonnen Sondermüll. Nach einer Phase von erst daheim genähten und später von clever-verzweifelten Textilfirmen produzierten Stoffbeulen mussten es dann ganz dringend und ausschließlich die staatlich verordneten OP- oder FFP2-Mund-Nase-Bezwinger sein, Einwegmasken natürlich und möglichst gratis. Und das, während gerade Trinkhalme und Einmal-Besteck EU-weit verboten wurden wegen des ganzen Plastikmülls.

Die Fragen nach dem Sinn von Tests für jedermann schienen auch längst beantwortet. Bayern wollte in der ersten Welle massenhaft einkaufen, doch der Bund war skeptisch. Wozu das ganze Geld ausgeben, wenn es nur für 24 Stunden Gewissheit gibt, dass vom Getesteten keine Gefahr ausgeht? Und der Getestete ja trotz Test sich weiter anstecken kann.

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sieht in einfachen Corona-Schnelltests einen "ganz wichtigen Baustein" um die Corona-Situation zu verbessern: Wichtig sei, Virenträger schnell ausfindig zu machen. Die Testergebnisse müssten aber "auch erfasst werden".

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Das gilt alles nach wie vor. Dennoch scheint der Bund nun bereit zu sein, mal eben eine halbe Milliarde auszugeben, um das Volk mit Selbsttests für daheim zu versorgen. "Zwar sind die Tests für zu Hause etwas Fehler-anfälliger als im Labor", heißt es in einem Beitrag dazu von Anna-Maria Schuck und Christian Ruffus bei uns im heute journal, "zumindest entfällt aber bei allen Selbsttests der tiefe, doch sehr unangenehme Nasen-Rachen-Abstrich."

Klingt also nach der Wohlfühlvariante: keine Kosten, keine Umstände und vor allem kein unangenehmes Nasenstäbchen-Popeln. Vater Staat kümmert sich - gaanz sanft. Aber vertrauenswürdiger als mit seiner Corona-App.
Nur: Wozu das Ganze so kurz vor der zugesagten Impfung? Mancher Selbsttest kostet etwa soviel wie eine Impfportion. Könnte sich die Lieferung und Verteilung der Dosen etwa weiter verzögern? Die Mutation gar alles aufhalten und umwerfen an Öffnungsplänen?

Jedenfalls scheint es so, als sollten sich die Menschen wenigstens etwas umsorgt und abgesichert fühlen. Doch darin liegt auch die Gefahr: falsche Sicherheit. Wer getestet ist, wagt sich weiter raus - und ran an andere. Selbst bei Falschanwendung und Fehlanzeige.

Die Pharmazie kennt das aus anderen Zusammenhängen: Tests sind keine Verhütung. In der Corona-Welt aber gibt es jetzt echten Schutz über Abstand, Händewaschen und Alltagsmaske hinaus: Impfung. Hier sollte sich die Regierung sputen. Doch jetzt kommt zum Homeoffice und Home-Schooling noch das Home-Testing.

Einen guten Tag wünscht Ihnen

Wulf Schmiese, Leiter heute journal

Was heute noch wichtig ist

Nato berät über Zukunft des Afghanistan-Einsatzes: Die Verteidigungsminister der Nato-Staaten wollen ab 14 Uhr über die Zukunft des Bündniseinsatzes in Afghanistan beraten. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, dass es dabei unter anderem darum gehen wird, wie man sich auf eine erhöhte Bedrohung der internationalen Truppen einstellt.

Beratungen über weiteres Vorgehen im Iran-Atomstreit: Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen gemeinsam mit den USA das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran besprechen. Außenminister Heiko Maas will dazu heute nach Paris reisen. Der Atomstreit hatte sich zuletzt noch einmal deutlich zugespitzt. Der Iran hat die neue US-Regierung aufgefordert, die harten Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land aufzuheben.

Draghi will sich zweiter Vertrauensfrage stellen: Italiens Ministerpräsident Mario Draghi will heute mit einem Vertrauensvotum in der Abgeordnetenkammer die letzte Hürde nach seiner Vereidigung nehmen. Ab 9 Uhr soll die Sitzung in der größeren der beiden Parlamentskammern starten. Nach der Debatte steht am Abend die Vertrauensabstimmung für Draghi und sein Kabinett auf dem Programm. Am Mittwoch hat er im Senat in einer programmatischen Rede über seine politische Agenda gesprochen.

Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien.
Quelle: Roberto Monaldo/LaPresse/AP/dpa

Daimler legt Zahlen für 2020 vor: Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler hat das Corona-Jahr 2020 weit besser überstanden als zeitweise befürchtet. Mit einem starken zweiten Halbjahr im Rücken kann Vorstandschef Ola Källenius nun die ersten Früchte seines rigiden Sparkurses ernten und zugleich die geplante Aufspaltung des Konzerns vorantreiben. Heute legt er die Bilanz für 2020 vor - die zweite seit seinem Amtsantritt im Mai 2019.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 2.362.386 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 7.250 dazu. Insgesamt sind 67.078 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer)

Bisher wurden in Deutschland 2.894.028 Menschen einfach gegen das Coronavirus geimpft, 1.525.943 Menschen erhielten die Zweitimpfung. Hier erfahren Sie, wie es in Ihrem Bundesland aussieht. (Quelle: RKI)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Grafik des Tages

Infografik: Großbritannien infiziert für Studie Freiwillige mit Corona

Story des Tages

Als erste Stadt weltweit wurde Wuhan von der Wucht des neuartigen Coronavirus getroffen. Ein Jahr nach dem Corona-Ausbruch kehren wir in unserer interaktiven Story zurück an die Orte, an denen alles begann:

Wir sehen im Hintergrund Umrisse der Stadtkarte der chinesischen Stadt Wuhan. Im Vordergrund sehen wir einen Mann im weißen Schutzanzug, der angesprüht wird.

Auf den Spuren des Virus - Wuhan: Urspungsort der Corona-Pandemie? 

Als erste Stadt weltweit wurde die chinesische Stadt Wuhan von der Wucht des Coronavirus getroffen. Viele Fragen zum Ausbruch sind nach wie vor unbeantwortet.

Ausführlich informiert

ZDFheute live: Astrazeneca - Impfstoff zweiter Klasse? (34 Minuten)

Gesagt

Wir fahren nach Norwegen, beziehungsweise nicht nach Norwegen, sondern nach Spanien.
Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß

Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß kommt beim Reise-Wirrwarr in der Europa League selbst durcheinander. Das Spiel gegen Molde FK heute Abend (21 Uhr) ist wegen coronabedingter Reisebeschränkungen von Norwegen ins spanische Villarreal verlegt worden. Im zweiten Spiel mit deutscher Beteiligung tritt Bayer Leverkusen im Zwischenrunden-Hinspiel bei den Young Boys Bern an (18.55 Uhr) und will sich eine gute Ausgangsposition für den Einzug ins Achtelfinale erspielen. 

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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag fällt in Mecklenburg-Vorpommern anfangs etwas Regen. Im Süden lösen sich einige Nebelfelder am Vormittag auf. Dann ist es überall wechselnd bewölkt, oft freundlich. Am Nachmittag werden die Wolken im Westen dichter, später beginnt es von der Nordsee bis zur Eifel zu regnen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 4 Grad auf Rügen und 16 Grad am Oberrhein.

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Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Lukasz Galkowski

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