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Update am Morgen - Der Schweizer Weg in der Corona-Krise

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Matthias Fornoff

Guten Morgen,

die Schweiz ist auf vielen Feldern Spitze. Die Berge so hoch, die Wirtschaft so stark, die Kliniken so gut. Seit ein paar Wochen ist das Land auch in einer traurigen Statistik weit vorn: bei der Zahl der Corona-Infizierten und -Toten.

Die zweite Welle hat tiefe Spuren hinterlassen: Mehr als 5.000 Menschen starben bislang mit dem Coronavirus, Hunderte allein in der vergangenen Woche. Doch trotz relativ gesehen doppelt so hoher Infektionszahlen wie in Deutschland setzt die Schweiz auf einen komplett anderen Weg: Locker statt Lockdown, so spotten Kritiker - zur Zeit sinkt die Zahl der Neuinfektionen.

Fakt ist: Nicht der Bund, sondern die 26 Kantone entscheiden über die Corona-Maßnahmen. Ein Flickenteppich. In der deutschsprachigen Schweiz sind Restaurants und Bars geöffnet, während die Genfer Uniklinik zeitweise an der Belastungsgrenze arbeitet. Martin Tramer ist der Leiter der dortigen Notfallmedizin und sagt: Dass ihre Wirtschaft rund läuft, ist den Schweizern heilig.

So sagt Finanzminister Ulrich Maurer in entwaffnender Offenheit:

Wir können uns keinen zweiten Lockdown leisten, dafür haben wir das Geld nicht.
Finanzminister Maurer

Auf 138 Milliarden Euro beziffert die "Neue Zürcher Zeitung" die Kosten der Pandemie für die Eidgenossen. Ebenso wichtig ist den Schweizern ihre individuelle Freiheit, die sich viele vom Staat nur ungern einschränken lassen.

Das hat die ZDF-Schweiz-Korrespondentin Eva Schiller vielfach erlebt, sei es im malerischen Appenzeller Dorf Schwellbrunn oder im Gespräch mit jungen Leuten aus Fribourg in der Westschweiz. Freiheit statt Lockdown - warum der Schweizer Corona-Kurs so viele Opfer fordert: ihre Reportage aus dem auslandsjournal:

In der Schweiz sind Krankenhäuser am Limit. Trotzdem setzt die Regierung auf Eigenverantwortung der Eidgenossen und Minimalmaßnahmen. Kann das gut gehen?

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Kommen Sie gut durch den Tag,

Matthias Fornoff, ZDF-Politikchef

Was heute noch wichtig ist

Bund und Länder verlängern Teil-Shutdown: Bei ihren Beratungen am Mittwoch haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen beschlossen, den Teil-Shutdown bis zum 10. Januar zu verlängern. Das gilt unter anderem für Restaurants, Museen, Theater und andere Freizeiteinrichtungen.

Die ganze Pressekonferenz sehen Sie hier:

Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder einigten sich auf eine Verlängerung der derzeitigen Corona-Maßnahmen. Diese sollen bis zum 10. Januar 2021 gelten.

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UN suchen Wege aus der Corona-Krise: Fast 100 Staatschefs und Dutzende Regierungschefs sollen bei einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung zur Bewältigung der Corona-Pandemie sprechen.

Wie wir armen Ländern Covid-Impfstoffe wegschnappen: Europa sichert sich Hunderte Millionen Covid-19-Impfdosen. Entwicklungsländer haben Sorgen, dass sie am Ende leer ausgehen. Laut Ex-Außenminister Sigmar Gabriel greife das "Meine-Nation-Zuerst-Virus" um sich.

Wie geht Europa mit der zweiten Welle um? Mehr als 400.000 Menschen sind in Europa mittlerweile an Corona gestorben. Die Länder reagieren ähnlich und doch verschieden. Meine Kollegin Jenifer Girke blickt nach Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und in die Niederlande - und zeigt, was die Maßnahmen dort gebracht haben.

Entwicklung der Corona-Lage in Deutschland: Um 10 Uhr können Sie das Pressebriefing des Robert-Koch-Instituts live in der ZDFheute App sehen.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 1.117.953 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 17.540 dazu. Insgesamt sind 17.659 Menschen gestorben. (Quellen: Risklayer, Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Ausführlich informiert

Die Impfungen gegen Corona rücken näher: Biontech und Pfizer sowie Moderna haben diese Woche die Zulassung in der EU beantragt. Infektionsforscher Till Koch hat in einem ZDFheute live die wichtigsten Fragen zum Corona-Impfstoff beantwortet: (42 Minuten)

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Schwerpunkt "Pressefreiheit" im ZDF-"Morgenmagazin": So ist die Lage in Hongkong

Ein Journalist, der in Hongkong von einer Demonstration berichtet, kann durch das sogenannte Sicherheitsgesetz eines Verbrechens beschuldigt werden. "Reporter ohne Grenzen" spricht vom Ende der Pressefreiheit in Chinas Sonderverwaltungszone. In einem Schwerpunkt zum Thema Pressefreiheit im ZDF-"Morgenmagazin" berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller heute live aus Perking.


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Gesagt

Sie haben Vieles falsch gemacht. Sie haben Verbrechen begangen.
Zhang Hai über Chinas Corona-Politik

"Zhang Hai ist ein Mensch, den man selten trifft", berichtet Ulf Röller, unser Korrespondent in Peking. Zhang Hais Vater ist an Corona gestorben. Anfang Januar war er in Wuhan, für eine Routineoperation. Damals wusste er noch nicht, dass das Virus dort schon wütete. Weil die Behörden die Gefahr verschwiegen, steckte sich sein Vater im Krankenhaus an.

"Zhang Hai will eine Entschuldigung von der Stadtregierung in Wuhan. Er will, dass sie zugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Deshalb hat er sie verklagt", berichtet Röller. Nur: Die Kommunistische Partei mache keine Fehler. "Schon gar nicht bei der Corona-Bekämpfung."

Zhang Hai führe einen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, sagt Röller, "aber er kann nicht anders. Er will Gerechtigkeit. Er wird bestraft werden. Vielleicht verschwinden. Unser Bericht wird ihm in China nicht helfen. Aber er will, dass jemand sein Schicksal und Leid wahrnimmt. Deshalb spricht er mit uns. Und wir berichten über seine Geschichte."

Zhang Hai, der schmächtige Mann, der das mächtige China herausfordert - lesen Sie seine Geschichte hier oder sehen Sie Ulf Röllers Bericht im Video (6 Minuten):

Chinas Regierung bemüht sich, die Bekämpfung der Pandemie als Erfolgsgeschichte zu verkaufen. Aber Betroffene aus Wuhan zeichnen jetzt ein ganz anderes Bild.

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Zahl des Tages

38,8 Prozent der Menschen mit schwerer Behinderung waren in der Corona-Pandemie bereits von Einsamkeit betroffen. Das geht aus einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtverbandes hervor. Zum Vergleich: Nur 15,8 Prozent der Menschen ohne Behinderung gaben an, oft oder eher oft einsam zu sein.

Insgesamt kommt der Paritätische Wohlfahrtverband in seinem Teilhabebericht zum Schluss: "Von gleichberechtigter Teilhabe kann keine Rede sein." Der Bericht wird heute anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung veröffentlicht.

Ein Lichtblick

Tierschützer transportieren eine Giraffe per Boot
Quelle: dpa

Arche Noah in Kenia: Tierschützer bringen die Giraffe Asiwa mit einem Boot aufs sichere Festland. Asiwa ist eine seltene Rothschild-Giraffe. Bislang hat sie zusammen mit anderen Giraffen auf einer Insel im Baringosee im Westen des Landes gelebt. Weil der Wasserpegel des Sees zuletzt um 15 Zentimeter pro Tag stieg, ist die Insel zuletzt immer kleiner geworden.

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag zeigt sich im Osten sowie am Alpenrand zeitweise die Sonne. Sonst bleibt es meist trübe und vor allem im Westen kann es leicht regnen oder schneien. Die Temperatur steigt auf Werte von minus 2 bis plus 6 Grad.

ZDFheuteWetter
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Kevin Schubert und Jan Schneider.

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