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Update am Abend - Corona-Impfstoff: Fairness aus Eigeninteresse

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ZDFheute Update

Guten Abend,

wie soll eine gerechte Verteilung des Corona-Impfstoffs aussehen? Die Herausforderung, ein wirksames Vakzin überhaupt erst zu entwickeln, war das eine. Hier sind die Ergebnisse der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer sowie Moderna vielversprechend. Doch jetzt folgt die nächste Herausforderung: die logistische. Die Impfstoffe so zu verteilen, dass sie der Covid-19-Pandemie ein jähes Ende setzen.

Bis die ersten Impfdosen gegen das Virus verabreicht werden können, ist es in Europa nur noch eine Frage von Wochen. Der Haken daran: Zuerst bekommen wohl die entwickelten Länder den Zuschlag - sie sicherten sich bereits genügend Impfdosen, um die Bevölkerung im Laufe des kommenden Jahres durchimpfen zu lassen und möglichst schnell eine Herdenimmunität zu erreichen.

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Doch was ist mit dem Rest der Welt, vor allem mit den armen Ländern? Die Impfstoffe sind ein knappes und begehrtes Gut und Schätzungen zufolge decken sich die reichen Länder mit deutlich mehr Impfstoffen ein, als sie eigentlich benötigen. Das geht dann zu Lasten der Dritte-Welt-Länder, die Hilfsprogramme sind extrem unterfinanziert.

Doch armen Ländern nicht zu helfen, könnte am Ende auch Deutschland Milliarden kosten. Schließlich ist die Pandemie per definitionem ein globales Problem. "Die Pandemie wird erst dann vorbei sein, wenn sie für alle vorbei ist", betont Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen. Welche Probleme und Lösungsansätze bei der Verteilung des Corona-Impfstoffes in der Welt existieren, erklärt mein Kollege Nils Metzger ausführlich in seinem Text "Wie wir armen Ländern Impfstoffe wegnehmen".

Und noch ist die Pandemie auch in Europa nicht besiegt. RKI-Chef Lothar Wieler sieht in Deutschland weiterhin eine "sehr angespannte Lage" und erwartet "viele weitere Tote". Das gilt auch für viele EU-Länder.

Durch die Anti-Corona-Maßnahmen sehen wir beim Infektionsgeschehen in vielen Mitgliedsstaaten eine Stabilisierung der Situation, allerdings bewegen wir uns immer noch auf hohem Niveau

, sagt Andrea Ammon, Chefin der EU-Sechenbehörde im Interview mit ZDFheute.

Ein Aufkleber, der daran erinnert, Abstand zu halten in einer U-Bahn in Stockholm (Schweden), aufgenommen am 09.11.2020

EU-Seuchenbehörde - "Corona-Lage ist alles andere als entspannt" 

Die Arbeit der EU-Seuchenbehörde ist derzeit stark auf die Corona-Pandemie konzentriert. Chefin Andrea Ammon fordert in der Krise einen stärkeren Dialog mit den Bürgern.

Die Corona-Auflagen werden uns trotz der vielen positiven Impfstoff-Nachrichten der letzten Wochen also wohl noch weit ins Jahr 2021 hinein begleiten - egal wie hart der Shutdown ausfallen wird.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 1.114.839 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 17.430 dazu. Insgesamt sind 17.718 Menschen gestorben. (Quellen: Risklayer, Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Was sonst noch wichtig ist

"'Querdenken' greift die Demokratie an": Sie verbreiten bei ihren Demos gegen die Corona-Auflagen Verschwörungsmythen und bedienen sich dabei auch antisemitischer Rhetorik. Welches Gefahrenpotenzial steckt in der "Querdenken"-Bewegung? In Baden-Württemberg wird heute darüber beraten. Der Antisemitismusbeauftragte Blume findet im ZDF deutliche Worte.

Zu dem Thema senden wir ab 19.30 Uhr ein ZDFheute live. Wir sprechen live mit dem Rechtsextremismusforscher Matthias Quent sowie mit ZDF-Korrespondentin Eva Schiller in Stuttgart.

Corona-Schnelltests an Schulen: Bisher dürfen Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus nur vom medizinischen Personal durchgeführt werden. Das führte unter anderem dazu, dass Lehrkräfte an Schulen nur in festen Abständen getestet werden konnten, während sie dazwischen möglicherweise ansteckend waren. Doch jetzt wird das Testen einfacher: Bereits ab morgen sollen sie sich einer vorherigen Schulung selbst auf das Coronavirus testen können.

Corona-Schnelltest.
Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Studie zu Familie und Corona: Die Corona-Krise stellte Familien vor neue Herausforderungen. Stellte sie auch konservative Geschlchterbilder wieder her? Oder waren sie sogar nie verschwunden? Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung untersuchte, wie ob sich die Arbeit im Haushalt entlang dieser Rollenbilder verteilte.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Weitere Schlagzeilen

Lichtblicke

Noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft sind in Tschechien die Corona-Auflagen gelockert worden. Alle Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und Kneipen konnten heute wieder ihre Türen öffnen. Mit dem Übergang auf die dritte von insgesamt fünf Corona-Warnstufen der Regierung endete auch die nächtliche Ausgangssperre.

Begründet wurden die Lockerungen mit den sinkenden Neuinfektionszahlen. Die Behörden meldeten heute 4.563 Fälle innerhalb von 24 Stunden - ein Drittel so viel wie am gleichen Tag vor einem Monat.

Österreich, Wien: Menschen in der Innenstadt von Wien.

Fünf Länder, fünf Wege - Wie geht Europa mit der zweiten Welle um? 

Über 400.000 Corona-Tote in Europa: Länder reagieren ähnlich und doch verschieden. Wie streng sind europäische Corona-Maßnahmen? Und was bringen sie überhaupt? Fünf Beispiele.

von Jenifer Girke

Ein weiterer Lichtblick kommt aus Hanau und ist technischer Natur. Zwar gilt der ÖPNV nicht als Pandemietreiber, doch in überfüllten Bussen ist es recht schwierig, sich an die Abstandsregeln zu halten. In der hessischen Stadt wurde ein Lösungsansatz entwickelt, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus auch in solchen Situationen zu minimieren - dank UV-Lüftungsfiltern, die in 30 städtischen Bussen zum Einsatz kommen sollen und von einem Hanauer Unternehmen entwickelt wurden

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Gesagt

Diese Pandemie lebt nur von unserem Verhalten.
Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts

Streaming-Tipps für den Feierabend

True Crime in der Mediathek: Die ZDFInfo-Doku "Der Teenager-Killer - Familiendrama in Südafrika" rekonstruiert den Hergang der Tat am Ostermontag 2012 und begleitet Ermittler, Psychologen, Nachbarn und Angehörige während des Gerichtsprozesses.

Und hier etwas für die Praxis zum Thema Bauen: Angesichts horrender Mieten in den Innenstädten erscheint vielen das eigene Heim im Umfeld der Großstädte als attraktive Lösung. Doch für einige endet der Traum im Ruin, wie die Doku "Pfusch am Bau - vom Traumhaus zum Albtraum" beleuchtet.

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Lukasz Galkowski und das gesamte ZDFheute-Team

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