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Update am Morgen - Corona-Strategie dringend gesucht

Datum:
Bettina Schausten

Guten Morgen,

pünktlich mit dem ersten Nach-Sommer-Sturm wird es offensichtlich: Uns steht ein ungemütlicher Corona-Herbst bevor. Die Pandemie ist da - was aber trotz steigender Infektionszahlen inzwischen abgenommen hat, ist die Furcht vor dem Virus. Keine hohen Todeszahlen, weil eher die Jüngeren sich infizieren, ausreichend Krankenhausbetten überall, da verschiebt sich das Empfinden von Verhältnismäßigkeit.

Auch die Hinweise auf die Unberechenbarkeit von Sars-Cov-2, die häufig schweren Spätfolgen einer Covid-Erkrankung, die Gefahr, dass die Jungen wieder die Alten anstecken könnten, genügt bei vielen nicht mehr zur Disziplinierung.

Eine Person lässt sich in einem Thüringer Schnelltest-Bus auf das Coronavirus testen.
Grafiken

Corona-Tests - Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen? 

Wer mehr testet, findet auch mehr Corona-Infektionen. Deshalb müsse man sich keine Sorgen wegen steigender Fallzahlen machen, heißt es immer wieder. Aber stimmt das?

von R. Meyer und M. Zajonz

Nicht falsch verstehen: Ich spreche hier nicht von den Aluhut-tragenden Zweiflern, die Corona für die Erfindung eines "tiefen Staates" halten. Ich spreche von denen, die erreichbar sind für Argumente und offen für verhältnismäßige Maßnahmen, diese aber nachvollziehbar erklärt haben wollen. Und da ist die Performance der Regierenden in Bund und Ländern derzeit - sagen wir freundlich: kontraproduktiv.

Der bisher viel gelobte Bundesgesundheitsminister Spahn läuft mit seiner Urlauber-Test-Strategie vor die Wand, gibt sich dafür jetzt aber umso entschlossener und kündigt ein "verstärktes Quarantäneregime" an: "Das ist keine Bitte, sondern eine staatliche Anordnung." Auch der bayerische Ministerpräsident Söder fordert eine "neue Stringenz bei Verstößen" und die Noch-CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer stellt eine "Maskenpflicht am Arbeitsplatz" in den Raum, obwohl sich dort vergleichsweise wenig Menschen infizieren.

Archiv: Jens Spahn am 04.06.2020 in Berlin
Jens Spahn mit Schutzmaske
Quelle: dpa

Was soll das? Bangemachen gilt nicht und wird nicht helfen, die Akzeptanz für notwendige Maßnahmen hoch zu halten. Im Gegenteil: Die neue staatliche Strenge wird die Zweifler in falsche Arme treiben. Also sollte Minister Spahn das Bitten besser noch nicht aufgeben und ohnehin die Politik nicht das Werben und Erklären ihrer Schritte.

Heute ist dazu Gelegenheit, nach dem Treffen der Länderchefs mit der Kanzlerin. Wir übertragen die Pressekonferenz live bei ZDFheute und im TV-Programm und bieten abends Erläuterung im ZDFspezial und Vertiefung bei "maybrit illner". Es wäre zu wünschen, dass vor dem Corona-Herbst eine Strategie erkennbar wird, die nicht jeden überzeugen muss, aber kann.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Bettina Schausten / Stellvertretende ZDF-Chefredakteurin

Was heute noch wichtig ist

Debatte um Absage der Berliner Corona-Demos: Wie ist die Entscheidung der Behörden juristisch zu werten und wie politisch einzuschätzen? Dazu ein Kommentar von ZDF-Redakteur Felix W. Zimmermann.

Treffen der EU-Außenminister: Die Außenminister der EU-Staaten beraten in Berlin über die geplanten Sanktionen gegen Belarus und mögliche Reaktionen auf die Entwicklungen im Erdgaskonflikt mit der Türkei. Nach Angaben von EU-Beamten könnten die geplanten Sanktionen gegen Belarus in einem ersten Schritt etwa 15 bis 20 Personen treffen, die an Wahlfälschungen und Repressionen beteiligt gewesen sind.

Hegels 250. Geburtstag: Georg Friedrich Hegel zählt bis heute zu den einflussreichsten Denkern der Philosophie. Heute wäre er 250 Jahre alt geworden. Er bleibt aktuell.

E-Sport in Corona-Zeiten: Heute startet die Video- und Computerspielmesse Gamescom - diesmal rein virtuell. Die Corona-Krise könnte eigentlich die ideale Zeit für den berührungsfreien Computersport sein. Doch trotz neuer Zuschauerrekorde leidet die Branche.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 239.010 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1350 dazu. Insgesamt sind 9.285 Menschen gestorben. (Stand: 27.8.2020 6:00 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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