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Update am Morgen - Wenn Integrations-Preise nicht genug sind

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Shakuntala Banerjee

Guten Morgen,

In Berlin vergibt Angela Merkel heute den "Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin". Geehrt werden Menschen, Organisationen und Kommunen für vorbildliche Integrationsarbeit. Den Preis erhält in diesem Jahr Bjeen Alhassan für ihre Facebook-Plattform "Lernen mit Bijin". Integrationsleistung anerkennen und honorieren – eigentlich ein guter Gedanke.

Doch leider reicht es nicht, in Sachen friedlichem Zusammenleben mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen auf nette Preise zu verweisen. Denn erstens jährt sich diese Woche der Anschlag von Halle und zweitens hat gestern wieder Jemand zugeschlagen: in Hamburg, mit einem Klappspaten, auf einen 26-Jährigen. Warum? Vielleicht, weil der Mann gerade das Gelände einer Synagoge betrat. Weil er dadurch zum Ziel wurde, für den mutmaßlichen Täter, der in der Hosentasche einen Hakenkreuz-Zettel bei sich getragen haben soll.

Antisemitismus und rechter Ungeist sterben nicht aus, im Gegenteil: Seit Jahren steigt die Zahl rechts motivierter Straftaten in Deutschland. Mehr als 22.000 zählte das Bundeskriminalamt 2019.

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Nach Halle gab es das Versprechen der Politik zu Hass, Hetze und Gewalt von rechts entgegenzutreten. Nun macht schon die Bestandsaufnahme mehr Arbeit, als sich manch einer hätte träumen lassen. Rechtsextremes Gedankengut, menschenverachtende Haltungen und demokratiefeindliche Einstellungen sind tief eingedrungen in den gesellschaftlichen Diskurs, in "die Mitte", in die Behörden, die solcherlei eigentlich bekämpfen und unterbinden sollten.

Mit einer Antwort darauf tut sich die Politik noch schwer. Vielleicht auch, weil nur wenige Betroffene mitreden. Nur acht Prozent der Bundestagsabgeordneten haben aktuell einen Migrationshintergrund, bei 26 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung. Jede Vierte von uns hat mindestens ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren wurde. Viele engagieren sich leidenschaftlich, zuhause, in der Gesellschaft, in der Politik. Die Auszeichnung der Kanzlerin für vorbildliche Migrantinnen ist lobenswert, doch letztlich ist sie nur ein kleiner Stein, in der großen Mauer, die Politik und Gesellschaft gegen Rassismus und Rechtsextremismus errichten müssten.

Kommen Sie gut durch die Woche

Shakuntala Banerjee, stellvertretende Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios

Was heute noch wichtig ist

Lehrerverbandspräsident sieht große Lernlücken bei Schülern: Die Corona-Pandemie hat das Leistungsgefälle unter Schülern stark vergrößert. Im ZDFheute-Interview spricht Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger über die heikle Lage und sagt: "Alle Schüler bringen Defizite mit".

EU-Parlament debattiert über Rechtsstaatlichkeit: Wie glaubwürdig kann die EU ihren Wertekanon vertreten, wenn sie Rechtstaatsprinzipien in ihren eigenen Reihen nicht durchsetzen kann? Darüber wird heute diskutiert.

Nachfolgekonferenz des Berliner Libyen-Gipfels: Die von Außenminister Heiko Maas initiierte Libyen-Konferenz galt als diplomatischer Coup, weil sie die Konfliktparteien an einen Tisch bringen konnte. Doch die beim Berliner Libyen-Gipfel im Januar festgelegte Beschlüsse wurden noch immer nicht umgesetzt. Deswegen kommt es heute auf Einladung der Vereinten Nationen und Deutschlands zu der Nachfolgekonferenz per Video.

Nobelpreis für Medizin wird vergeben: Heute startet die Nobel-Woche mit der Vergabe des Nobelpreises für Medizin. Danach folgen Auszeichnungen in den Kategorien Physik, Chemie, Literatur und Frieden.

Wie weiter mit Corona? DIe Bundeskanzlerin kommt heute mit den zuständigen Ministern im Corona-Kabinett zusammen. Dabei soll es um die aktuelle Pandemielage in Deutschland gehen. Unter anderem werden die Einreiseregelungen Thema sein. Für Rückkehrer aus Risikogebieten soll ab Mitte Oktober eine neue Quarantäneregelung gelten. Die Details müssen noch festgelegt werden.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 301.573 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 2.140 dazu. Insgesamt sind 9.533 Menschen gestorben. (Stand: 5.10.2020 5:32 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

Die Bilder von Pflegeheimen, in denen das Coronavirus viele Opfer forderte, haben viele noch vor Augen. Gerade alte und kranke Menschen sind gefährdet. Teils durften die Menschen dort gar keinen oder kaum Besuch bekommen. Wie sich Pflegeheime derzeit rüsten, hat Anna Warsberg beobachtet:

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Grafik des Tages

Corona oder Grippe - die Symprome im Vergleich
Corona oder Grippe - die Symprome im Vergleich
Quelle: ZDF

Ausführlich informiert

Das Coronavirus bringt die Welt aus dem Gleichgewicht - vor allem die Reisebranche leidet.

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28 min
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Zahl des Tages

1.770.000 Geflüchtete lebten Mitte 2020 in Deutschland und damit etwa 62.000 weniger als noch Ende 2019. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Ein Lichtblick

Von Samos nach Syrien - Der Traum von einer Schule in Syrien  

Syriens Kinder gelten als verlorene Generation. Doch eine Lehrerin aus Italien hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Sie gründet eine Schule, damit sie eine Zukunft haben.

Videolänge
3 min
von Alexandra Hawlin

Gesagt

Ich habe versucht, die optimistische Haltung wiederzugeben, die der Präsident und sein Krankheitsverlauf an den Tag gelegt haben. Ich wollte keine Informationen geben, die den Krankheitsverlauf in eine andere Richtung lenken könnten. Und dabei kam es so rüber, als ob wir versuchen, etwas zu verbergen.
Trumps Leibarzt Sean Conley

Nach Unstimmigkeiten in den Aussagen zu Trumps Gesundheitszustand, versuchte sich der Leibarzt des US-Präsidenten, Sean Conley, am Sonntag mit einer Rechtfertigung. Tatsache sei aber, Trump gehe es "sehr gut".

Weitere Schlagzeilen

  • Trotz Corona: Trump grüßt Fans vom Auto aus: Der wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelte US-Präsident präsentierte sich seinen Anhänger vom Auto aus.
  • Flüchtlingszahl nimmt erstmals seit 2011 ab: Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist erstmals in diesem Jahrzehnt zurückgegangen, bestätigt das Bundesinnenministerium.
  • Verletzter nach Angriff vor Hamburger Synagoge: Ein jüdischer Student wurde angegriffen und schwer verletzt. Der Staatsschutz ermittelt - bilsnag spricht die Polizei noch nicht von einer antisemitischen Tat.
  • AFD versinkt in Skandalen und Konflikten: Die AfD macht derzeit vor allem mit internem Streit Schlagzeilen. Verschiedene Lager bekämpfen sich. Und der Ex-Sprecher der Partei sorgt für Skandale. In der AfD herrscht Chaos.

Ausblick in die Woche

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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2 min
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So wird das Wetter heute

An diesem Montag ist der Himmel meist stark bewölkt oder bedeckt. Regen fällt vor allem entlang des Rheins und an der Elbe, am Nachmittag an der Ostsee. Dort sind auch einzelne Gewitter möglich. Die Sonne zeigt sich am längsten an der Nordsee. Der Wind weht mäßig bis frisch aus Südwest bis Südost. Die Höchsttemperatur liegt zwischen zehn Grad im Saarland und 17 Grad an der Oder.

ZDFheuteWetter
Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Katja Belousova und Nicola Frowein

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