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Berlin muss jetzt ein Spagat gelingen

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Update am Morgen - Berlin muss jetzt ein Spagat gelingen

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Peter Frey

Guten Morgen,

diese Woche ist eine Zäsur in der deutschen Außenpolitik. Gleich bei zwei wichtigen Partnern hat die Bundesregierung die Tonart verschärft. Zuerst musste sich der chinesische Außenminister in Berlin Kritik zur Hongkong-Politik anhören. Einen Tag später griff die Bundeskanzlerin, mit dem Gewicht der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die russische Regierung im Fall Nawalny ungewohnt scharf an.

Dass es die Koalitionspartner gemeinsam sehr ernst meinen, zeigte ein paralleler Auftritt von Außenminister und Verteidigungsministerin. Vor allem SPD-Mann Maas dürfte bewusst sein, dass der Frontalangriff auf Putin einen Richtungswechsel in der sozialdemokratischen Russland-Politik bedeutet. Das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 mit Altbundeskanzler Schröder als gut bezahltem Oberlobbyisten könnte das erste Opfer des neuen Berliner Kurses werden. Bemerkenswert, dass die Opposition aus FDP und Grünen der Regierung schnell beisprang.

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Den Preis für die neue Außenpolitik könnten mitten in der Corona-Rezession die von China abhängige Automobil- oder Chemieindustrie zahlen. Oder die Verbraucher, wenn Putin in Versuchung gerät, Deutschland im Winter daran zu erinnern, wer am Gashahn sitzt. Berlin muss jetzt ein Spagat gelingen. Merkel hat nach langen Jahren mit zu viel Wegsehen klar gemacht, dass Verstöße gegen elementare Menschen- und Minderheitsrechte nicht um guter Geschäfte Willen ignoriert werden dürfen.

Wer das tut, endet, siehe Schröder, im Zynismus. Trotzdem wird Deutschland gerade in Trump-Zeiten als Säule für eine multilaterale globale Politik gebraucht. Russland und China müssen jetzt entscheiden, ob sie Globalisierung nur als gemeinsames Geschäftemachen verstehen oder die Kritik ertragen und zu Konsequenzen bereit sind.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Peter Frey, Chefredakteur des ZDF

Was heute noch wichtig ist

Immer noch viel Not in Beirut: Die verheerende Explosion in Beirut liegt knapp einen Monat zurück und der Libanon ist noch immer in Aufruhr. Die aktuelle Situation ist humanitär nach wie vor schwierig, auch politisch herrscht viel Ungewissheit. Die Aufarbeitung der Explosion dauert an, berichtet Florence-Anne Kälble.

Was Sie zur Grippeimpfung 2020 wissen müssen: Die neue Grippesaison steht bevor und die Corona-Pandemie ist noch immer nicht vorbei. Ändern sich die Empfehlungen für die Grippeschutzimpfung? Kevin Schubert liefert die wichtigsten Fragen und Antworten.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 248.840 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.200 dazu. Insgesamt sind 9.322 Menschen gestorben. (Stand: 4.9.2020 5:28 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

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Weitere Schlagzeilen

  • Biden setzt auf Versöhnung: Bei seinem Besuch in Kenosha versucht der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden alles anders zu machen als US-Präsident Trump zwei Tage zuvor.
  • Remis in letzter Sekunde: Zum Auftakt der Nations League hat die deutsche Nationalmannschaft nach langer Führung gegen Spanien 1:1 gespielt. Der Ausgleich fiel kurz vor dem Abpfiff.
  • Kinder klagen gegen Deutschland: Sechs Kinder aus Portugal haben gegen Deutschland und 32 weitere Länder Klage vor dem Gerichtshof für Menschenrechte wegen deren Klimapolitik eingereicht.

Zahl des Tages

3: Drei Frauen traten bei den Wahlen in Belarus für die Opposition an. Lukaschenko nahm sie nicht ernst - nun erheben sich Menschen im ganzen Land mit ihnen. Im Video stellen wir Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo vor. Mit Maria Kolesnikowa hat ZDFheute im Interview gesprochen.

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Gesagt

Es lebe Chile! Es lebe das Volk! Es leben die Werktätigen! Das sind meine letzten Worte, und ich habe die Gewissheit, dass mein Opfer nicht vergeblich sein wird.
Salvador Allende, kurz vor seinem Tod 1973

Heute vor 50 Jahren wurde Salvador Allende als erster linksgerichteter Politiker zum Präsidenten Chiles gewählt. Nur drei Jahre später wurde er - mit Unterstützung der USA - durch einen Militärputsch gestürzt und nahm sich das Leben.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Freitag überwiegen nördlich des Mains bei 19 bis 24 Grad die Wolken und es kann vereinzelt leicht regnen. Sonst scheint die Sonne und die Temperatur steigt auf Werte von 24 bis 30 Grad.

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Quelle: ZDF
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