Update am Morgen: Europa ganz groß

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    Update am Morgen:Europa ganz groß

    von Anne Gellinek
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    Anne Gellinek

    Guten Morgen,

    auf der Prager Burg ist heute EU-Gipfel. Besser gesagt: EU-Gipfel mit Sonder-Wumms. Eingeladen sind nämlich nicht nur die Staats- und Regierungschefs der 27-EU-Mitgliedsländer, sondern Europa im weitesten Sinne. 44 Premierminister, Präsidenten, Kanzler: darunter die ausgetretene Britin Liz Truss, der ehemals beitrittswillige, aber sich zunehmend von Europa entfernende Türke Recep Tayyip Erdogan, die Kandidaten im Wartestand vom Westbalkan genauso wie die untereinander verfeindeten Staatschefs von Armenien und Aserbaidschan. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird zugeschaltet.
    Was das soll? Die Idee stammt vom stets groß denkenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der von einer "europäischen politischen Gemeinschaft" träumt. Also einem weiteren Kreis von Ländern um die EU herum, die gleich oder zumindest ähnlich gesinnt sein könnten.
    Und damit das klappt, trifft man sich erstmal in Arbeitsgruppen - so können sich die Verfeindeten aus dem Weg gehen. Das Thema: Was bedeutet Russlands Krieg in der Ukraine für die Sicherheit und Stabilität in Europa? Dabei herauskommen könnte: grenzenloses Gelaber, vielleicht aber auch ein Auftakt für neuen politischen Dialog mit Europas Nachbarn.
    Am Freitag folgt dann der EU-Gipfel in Normalbesetzung zu 27. Kanzler Olaf Scholz (SPD) kann sich warm anziehen: Viele europäische Kollegen sind nicht begeistert vom 200-Milliarden-Rettungspaket. Erst hätten die Deutschen zu lange billiges russischen Gas gekauft, jetzt retteten sie - wettbewerbsverzerrend - die eigene Wirtschaft mit viel Geld, dazu seien sie auch noch gegen einen europäischen Gasdeckel, so die Kritik. EU-Harmonie ist also auch im "kleinen" Kreis nicht zu erwarten.
    Einen Tag ohne Streit wünscht Ihnen
    Anne Gellinek, stellvertretende ZDF-Chefredakteurin

    Was in der Nacht im Ukraine-Krieg passiert ist

    Kiews Erfolge und Moskaus Prioritäten: Die Ukraine gewinnt in den Regionen Charkiw und Cherson die Oberhand. Wohl auch, weil sie lange bestehende Schwächen der russischen Truppen auszunutzen weiß. Doch Russland setzt seine Donbass-Offensive fort - und das sagt wohl auch etwas über die Prioritäten des Kremls aus.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was heute noch wichtig ist

    IAEA-Chef Grossi in Kiew: Es geht bei dem Besuch von Rafael Grossi vor allem um das AKW Saporischschja, das sich unter russischer Kontrolle befindet. "Der Bedarf für eine nukleare Sicherheitszone um das Atomkraftwerk Saporischschja ist dringender denn je", schrieb der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde bei Twitter. Am Mittwoch hatte Kremlchef Wladimir Putin das Werk zum Besitz Russlands erklärt.
    Eurowings-Piloten streiken: Jeder zweite Eurowings-Flieger wird heute wegen des Pilotenstreiks am Boden bleiben, teilte die Lufthansa-Tochter mit. Ungefähr 30.000 Passagiere könnten von dem Streik betroffen sein. Fluggäste werden gebeten, sich vorab über den Status ihres Fluges zu informieren.
    Pflegeheime schlagen Alarm: Explodierende Energiekosten könnten viele in die Insolvenz treiben. Einzelne Heime verhandeln bereits mit den Pflegekassen über Zuschüsse. 06.10.2022 | 2:04 min
    Aktuelle Corona-Zahlen und -Grafiken zur Situation in Ihrem Landkreis, zum Stand der Impfungen und zur allgemeinen Lage in Deutschland und weltweit.
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    Champions League

    05.10.2022 | 2:59 min
    Neben Dortmund hat auch Leipzig am Mittwochabend in der Champions League gespielt.
    Hier finden Sie alle Spiele und alle Tore der UEFA Champions League sowie ausführliche Zusammenfassungen der Spiele mit deutscher Beteiligung.

    Ausführlich informiert

    ZDFheute live: Bricht Russlands Front zusammen? (38 Minuten)

    Zahl des Tages

    1.800 - auf diesen Rekordwert schraubt sich die Zahl der Neuheiten bei der Messe Spiel'22 in Essen. Das Interesse an Brettspielen ist nach Branchenangaben nach wie vor groß. Vier Tage lang können Fans die Angebote von 980 Anbietern aus 56 Ländern testen.

    Ein Lichtblick

    In Schottland wird die Erderwärmung mit Seegras bekämpft. Beim sogenannten "Seawilding" wird in den berühmten und malerischen Lochs Seegras gepflanzt, das CO2 binden soll.
    05.10.2022 | 2:12 min

    Weitere Schlagzeilen

    Die Nachrichten im Video

    Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden02.03.2024 | 1:36 min

    So wird das Wetter heute

    Am Donnerstag ist der Himmel zwischen Main und Donau zeitweise bewölkt. Auch an den Küsten gibt es Wolken, meist bleibt es aber trocken. Sonst scheint nach Auflösung einiger Nebelfelder häufig die Sonne. Der Wind weht mäßig bis frisch aus West, an der See mit stürmischen Böen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 16 Grad in den Mittelgebirgen und 22 Grad an Hochrhein und Bodensee.
    Wetterkarte: Vorhersage für den 13.10.2022
    Quelle: ZDF

    Zusammengestellt von Katrin Meyer
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