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Update am Morgen - Dinge, die an Europa zerren

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Andreas Wunn

Guten Morgen,

so skurril es auch klingt: Als ich heute Morgen an Ursula von der Leyen dachte, kam mir das Zitat von John Lennon in den Sinn: "Leben ist das, was passiert, während Du andere Pläne machst." An Ursula von der Leyen dachte ich, weil die EU-Kommissionspräsidentin heute um 9 Uhr ihre erste Rede zur Lage der Union vor dem Europäischen Parlament halten wird. An das Lennon-Zitat dachte ich, weil von der Leyens große politische Pläne, mit denen sie im Dezember 2019 antrat, schnell von der Realität eingeholt wurden.

Denn eigentlich wollte sie die Klima-Präsidentin sein. Ihren "Green Deal" bezeichnete sie als Europas Mann-auf-dem-Mond-Moment. Ein klimaneutrales Europa bis 2050. Investitionen von vielen Hundert Milliarden Euro.

Doch dann kam Corona. Und die EU-Kommissionspräsidentin musste vom 13. Stock des Brüsseler Berlaymont-Gebäudes hilflos zusehen, wie die Staats- und Regierungschefs ihre Grenzen dicht machten. Halbwegs politisch erholt hat sie sich davon mit dem 750-Milliarden-Wiederaufbauplan, mit dem die EU-Kommission erstmals Schulden im großen Stil aufnehmen kann. Das bedeutet mehr Macht für von der Leyen.

In ihrer Rede zur Lage der Union wird sie heute wohl versuchen, die Klimapolitik wieder in den Vordergrund zu rücken. Doch es gibt andere Dinge, die ebenfalls an Europa zerren: die hilflose europäische Flüchtlingspolitik, die zähen Brexit-Verhandlungen, autoritäre Machtproben in Ungarn und Polen, Säbelrasseln in der Ägäis.

All dies muss von der Leyen neben dem "Green Deal" jetzt schleunigst angehen. Den politischen Gegenwind muss sie aushalten. In der Politik ist es wie im Leben: "Can’t Buy Me Love".

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Andreas Wunn, Leiter und Moderator des ZDF-Morgenmagazins und ZDF-Mittagsmagazins

Was heute noch wichtig ist

Diskussion über Umgang mit Migranten: Nach der Zerstörung des Flüchtlingslagers Moria leben Tausende Menschen auf der Insel Lesbos unter erbärmlichen Bedingungen. Gestern entschied die Bundesregierung, 1.533 Flüchtlinge aufzunehmen. Heute wird sich Innenminister Horst Seehofer (CSU) in einer Regierungsbefragung im Bundestag dazu äußern.

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Internationaler Tag für Schutz der Ozonschicht: Vor 33 Jahren hat sich die Weltgemeinschaft entschlossen, an einem Strang zu ziehen und ein Verbot des Ozonkillers Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) beschlossen - das Mittel war etwa in Spraydosen oder diente als Kältemittel. Was ist seitdem passiert? Mein Kollege Mark Hugo zieht Bilanz - und erzählt erfreulicherweise eine Erfolgsgeschichte.

US-Wahl und die Evangelikalen: Die Evangelikalen gehören zu Trumps wichtigsten Anhängern - doch durch die Glaubensgemeinschaft verläuft ein tiefer Graben. Meine Kollegin Franziska Müllers hat sich umgehört und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass sich immer mehr Gläubige von Trump abwenden.

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 265.014 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.370 dazu. Insgesamt sind 9.367 Menschen gestorben. (Stand: 16.9.2020 5:22 Uhr, Quelle: Johns-Hopkins-Universität)

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

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Ausführlich informiert

Hendrik Streeck gehört neben Christian Drosten und Alexander Kekulé zu den bekanntesten Virologen Deutschlands. Im ZDFheute-Livestream äußerte sich Streeck zum aktuellen Stand der Impfstoff-Entwicklung:

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Weitere Schlagzeilen

Zahl des Tages

25: Am 16. September 1995 startete eine Unterschriftenaktion für umfangreiche Reformen in der katholischen Kirche. Aus dieser Aktion ging die Reformbewegung "Wir sind Kirche" hervor, die heute Jubiläum feiert. Doch auch 25 Jahre nach ihrer Gründung sieht die Bewegung ihre Arbeit damit noch nicht getan: "Es ist enttäuschend, dass es im Umgang mit dem Missbrauchsskandal immer noch ein unendliches Zögern gibt", so der Sprecher der Bewegung, Christian Weisner.

Ein Lichtblick

Windräder bemalen schützt Vögel
Quelle: ZDFinfo

An Windrädern verunglücken immer wieder Vögel und Fledermäuse. Forscher vom "Norwegian Institute for Nature Research" haben jetzt eine Lösung dafür gefunden: Wenn eines der drei Rotorblätter der Windräder schwarz gefärbt ist, überleben mehr Vögel. Die Sterblichkeit der Tiere sinke sogar um 70 Prozent, heißt es in dem Fachblatt "Ecology and Evolution".

Gesagt

Europa steht vor einer Situation, in der wir sagen können: Die Imperien kommen zurück, die alten Imperien kommen zurück. Wir können sagen, es gibt mindestens drei: Russland, China und die Türkei.

Diese Worte wählte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell in der gestrigen Debatte über die Türkei-Politik im Europaparlament. Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei seien angesichts der Spannungen im östlichen Mittelmeer an einem Scheideweg. In der kommenden Woche wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über das Thema Türkei beraten.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

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So wird das Wetter heute

Am Mittwoch gibt es neben viel Sonnenschein auch einige Wolken. Im Südwesten und im Süden Bayerns kann es einzelne Schauer oder Gewitter geben. Der mäßig starke Wind dreht auf nördliche Richtungen und bringt dem Norden 20 bis 25 Grad. Sonst werden 25 bis 32 Grad erreicht.

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Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Katharina Meyer

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