Sie sind hier:
Update

Update am Morgen - Wenn ein Profi weint

Datum:
Peter Frey

Guten Morgen,

spüren Sie auch so etwas wie Erleichterung über die gewohnte Geräuschkulisse aus den Fußballstadien der EURO 2020? Über das Signal, dass die Zeit des irgendwie aseptischen Rumgekickes jetzt vorbei ist? Heute ist das ZDF wieder dran, und wir hoffen auf spannende Begegnungen Kroatien-Tschechien (18 Uhr) und England-Schottland (21 Uhr).

Viele spüren diese Erleichterung, aber auch, dass Europa schon ein merkwürdiger Gastgeber ist. In Budapest sitzen mehr als 55.000 Menschen im Stadion, meist ohne Maske. Viktor Orbán will wiedergewählt werden und ist dafür offenbar bereit, die Gesundheit der Fans zu riskieren. In St. Petersburg sieht alles nach der im gewohnten UEFA-Design aufgeputzten Fußballarena aus, während - wie das "auslandsjournal" gerade gezeigt hat - Wladimir Putin seine Kritiker in der Metropole an der Newa bedrängt. Und Boris Johnson in London freut sich aufs Endspiel im Londoner Wembley-Stadion, eine Show für sein "global Britain", das er vom Kontinent immer weiter wegführt. Fußball als allerkleinster gemeinsamer Nenner. "Ach, Europa!", hat Hans Magnus Enzensberger schon vor Jahrzehnten geseufzt.

Wir Fernsehleute sind trotzdem froh, ein Stück Normalität bieten zu können - ein friedlicher Nationenwettbewerb, jenseits der politischen Verhältnisse. Ist es nicht ohnehin so, dass ein Robert Lewandowski mehr für die deutsch-polnische Nachbarschaft tut, als eine betont Deutschland-kritische polnische Regierung zerstören kann? Gemeinsame Helden verbinden auch über politisch schwierige Zeiten.

Gar um Leben und Tod ging es am vergangenen Samstag plötzlich beim Spiel Dänemark gegen Finnland. Ein Augenblick, auf den sich auch Profis nicht vorbereiten können. Als Notre Dame brannte, wurde uns vorgeworfen, den Brand nicht länger gezeigt zu haben. Jetzt fanden manche, selbst die zehn Minuten bis zur heute-Sendung seien zu viel gewesen. Ich bin anderer Meinung. Meine Kolleginnen und Kollegen reagierten intuitiv richtig.

Wir haben keine Naheinstellungen des am Boden liegenden Spielers gezeigt, dafür aber Aufnahmen einer solidarischen Mannschaft und eines schockierten Publikums. Der sonst wortgewaltige Béla Réthy schwieg minutenlang und ließ die Bilder wirken. Die Zuschauer wollten wissen, wie es dem Spieler geht und ob das Spiel weitergeht. Jochen Breyer und seine Experten im Studio ließen sich ihren Schreck anmerken und zeigten, ohne viele Worte, Anteilnahme und Mitgefühl - und das im immer noch männerdominierten Fußballgeschäft. Per Mertesacker hatte gar Tränen in den Augen. Für mich wird das eines der wichtigsten Bilder dieses Turniers bleiben.

Einen schönen Tag und viel Spaß beim Weiterlesen wünscht Ihnen

Peter Frey, ZDF-Chefredakteur

Was heute noch wichtig ist

Vor dem 80. Jahrestag des Überfalls von Deutschland auf die Sowjetunion: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet um 11 Uhr im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst mit seiner Gedenkrede gleichzeitig die Ausstellung "Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg". Die Veranstaltung zeigt ZDFheute im Livestream.

Weitere Entwicklung in der Corona-Pandemie: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler informieren um 10 Uhr über die Corona-Lage. Unter anderem geht es um die Einbindung der Betriebsärzte in die Impfkampagne.

Merkel empfängt Macron in Berlin: Es ist der erste Empfang eines ausländischen Gastes in diesem Jahr. Die Bundeskanzlerin und der französische Präsident treffen sich zum Abendessen im Kanzleramt. Neben europapolitischen Themen soll es vor allem um die deutsch-französische Abstimmung vor dem Europäischen Rat gehen, zu dem die Staats- und Regierungschefs der EU am 24. und 25. Juni in Brüssel zusammenkommen.

Vor dem Linke-Parteitag: Rund 100 Tage vor der Bundestagswahl präsentieren die Parteien nicht nur ihre Spitzenkandidaten, sondern auch ihr Wahlprogramm. Am Wochenende will die Linke ihre inhaltlichen Ziele beschließen:

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Aktuelle Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es 3.727.668 bestätigte Infektionsfälle. Im Schnitt kommen derzeit täglich 1.400 dazu. Insgesamt sind 90.831 Menschen gestorben. (Quelle: Risklayer). Hier erfahren Sie, wie die Corona-Impfungen in Deutschland vorankommen.

Weitere Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus weltweit finden Sie unter dem Link.

Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

Wissenswertes zur Fußball-EM

Zwei EM-Ergebnisse vom Abend haben wir noch für Sie: Dänemark gegen Belgien 1:2 und im Abendspiel trennten sich die Niederlande und Österreich 2:0. Und die Ukraine kann nach ihrem gestrigen Sieg über Nordmazedonien wieder auf den Achtelfinal-Einzug hoffen.

Einen Überblick über die Begegnungen des heutigen Tages im ZDF haben Sie ja schon weiter oben bekommen. Aber auch das erste Freitags-Spiel Schweden - Slowakei können Sie bei uns im Liveticker verfolgen.

Übrigens: Heute um 10 Uhr wird EM-Orakel und Elefantenkuh Yashoda im Tierpark Hagenbeck Hamburg den Ausgang des 2. EM-Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Portugal vorhersagen. Beim ersten Spiel gegen Frankreich lag sie schon mal richtig.

Weitere Schlagzeilen

Ein Lichtblick

Wang Yinji pflanzt in der Wüste in der chinesischen Provinz Gansu Bäume und gießt sie. Diese Renaturierung ist für ihn eine Lebensaufgabe.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Story des Tages

Wie stark der Klimawandel Migration beeinflusst, hängt davon ab, ob die weltweite Emissionen verringert werden können. Für manche Regionen ist es schon zu spät. Forschende gehen davon aus, dass manche Teile der Erde in einigen Jahrzehnten unbewohnbar sein werden. Gezwungene Anpassungen finden jetzt schon in vielen Teilen der Erde statt.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

Beitragslänge:
1 min
Datum:

So wird das Wetter heute

Am Freitag scheint zunächst fast überall die Sonne. In der Westhälfte gibt es aber schon am Vormittag auch einige Wolken, aus denen sich im Laufe des Tages einige heftige Gewitter entwickeln. Dann besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 28 und 37 Grad mit den höchsten Werten im Osten. Auf den Nordseeinseln werden 23 Grad erreicht.

Am Freitag scheint zunächst fast überall die Sonne. In der Westhälfte gibt es aber schon am Vormittag auch einige Wolken, aus denen sich im Laufe des Tages einige heftige Gewitter entwickeln. Dann besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 28 und 37 Grad mit den höchsten Werten im Osten. Auf den Nordseeinseln werden 23 Grad erreicht.

Zusammengestellt von Andreas Kronhart

Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Wir möchten unser Briefing für Sie noch nützlicher machen. Dafür brauchen wir Ihre Mithilfe: Schreiben Sie uns, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.