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Das Gute zum Wochenende - Da geht was beim Artenschutz

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ZDFheute Good News

Guten Morgen,

mal wieder jede Menge Katastrophenmeldungen: Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht, alle 10 Minuten stirbt eine Spezies, dem Menschen drohen unwiderrufliche Verluste. So oder so ähnlich lauten die schlechten Nachrichten zum Thema Artenschutz, die in den letzten Tagen in den Schlagzeilen waren. Anlass der Berichterstattung war die weltweite Biodiversitätskonferenz in China, bei der die UN-Mitgliedsstaaten in dieser Woche virtuell über mehr Schutz für Tiere und Pflanzen beraten haben.

Bei dem ganzen Pessimismus geht unter, dass es bei diesem Thema in Deutschland durchaus Erfolge gibt: In unseren Wäldern leben wieder Wölfe, Luchse oder auch Wisente, Biber, die durch Flussbegradigungen fast ausgestorben waren, besiedeln wieder die Bachläufe. Junge Störe wurden an Oder und Elbe ausgesetzt, an Nord- und Ostsee hat sich der Bestand der Kegelrobben erholt und in der Luft fliegen wieder Seeadler, Kraniche und Bartgeier.

Gesellschaft | plan b - Zurück zur Wildnis 

Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht – und als Folge davon auch unsere Ernährung, sauberes Wasser und der Sauerstoff zum Atmen.

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29 min

Ein Tropfen auf den heißen Stein mögen viele denken, wenn beispielsweise Wildtiere, die der Mensch einst ausgerottet hat, mit großem Aufwand wieder angesiedelt werden. Aber was ist mit dem großen Ganzen? Darum ging es ja auf der Konferenz in China.

Für mich ist es eine gute Nachricht, dass sich die weltweite Staatengemeinschaft mal wieder trifft, um über Natur- und Artenschutz zu reden. Seit 1992 gibt es die Biodiversitätskonvention, ein völkerrechtlicher Vertrag, den mittlerweile 196 Staaten unterzeichnet haben, und sich gemeinsam zum Schutz der Arten bekennen. Auch wenn die Erfolge in den letzten Jahrzehnten doch eher bescheiden waren: In dieser Zeit hat sich die Wahrnehmung der Dringlichkeit des Themas verändert:

Fruchtbare Böden sind auf Kleinstlebewesen angewiesen, Pflanzen brauchen Bestäuber, die Medizin benötigt Heilpflanzen, die Fischerei Fische und das Risiko von neuen Pandemien steigt, wenn Wildtiere, die Erreger auf Menschen übertragen können, keinen geschützten Lebensraum mehr haben. Wie sehr das Thema international an Bedeutung gewonnen hat, kann man zum Beispiel auch daran sehen, dass nun auch China 200 Millionen Euro jährlich in einen Topf einzahlen will, der Entwicklungsländer darin unterstützen soll, ihre Artenvielfalt zu schützen.

Gesellschaft | plan b - Die Vogelretter 

Auf Deutschlands Feldern gibt es immer weniger Vögel. Allein bei Kiebitzen und Rebhühnern ist der Bestand in den vergangenen 40 Jahren um mehr als 90 Prozent zurückgegangen.

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30 min
von Torsten Mehltretter

Die Ergebnisse der Konferenz, in der "Erklärung von Kunming festgehalten, klingen ambitioniert: 30 Prozent der Landflächen und Meere sollen nach dem Willen vieler Staaten bis 2030 Schutzgebiete sein. Land- und Seenutzung müssten geändert werden, der Schutz von Ökosystemen verbessert, die Umweltverschmutzung verringert und Raubbau verhindert werden, heißt es darin. Auch müsse es wirksame Maßnahmen zur Umsetzung des Abkommens geben und überprüft werden, ob die Ziele auch eingehalten werden.

Im Frühjahr 2022 soll bei einem weiteren Treffen aus der Erklärung eine globale Vereinbarung werden, wenn die Staaten denn mitspielen. Doch selbst, wenn nur ein Teil umgesetzt wird, wäre das ein wichtiger Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Ob das Glas halbleer oder halbvoll ist, hängt von der Perspektive ab. Es tut sich was beim Artenschutz. Bleiben Sie optimistisch.

Und wenn Sie selbst gute Nachrichten haben, erreichen Sie uns unter der Mailadresse zdfheute-feedback@zdf.de.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.  

Ihr Steffen Bayer, Redaktion plan b  

Was noch gut war diese Woche

Bahn startet vollautomatische S-Bahn: In Hamburg haben die Deutsche Bahn und Siemens zum ersten Mal eine S-Bahn digital gesteuert vollautomatisch fahren lassen. Bahnchef Richard Lutz kündigte an, die Technologie werde schrittweise auf das gesamte S-Bahn-Netz der Hansestadt und später auch auf andere Netze in Deutschland ausgedehnt.

Züge könnten durch die neue Technik in deutlich engerem Takt fahren, eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität ohne zusätzliche Gleise sei möglich. Nach Angaben von Siemens-Chef Roland Busch sparen digitale S-Bahnen auch bis zu 30 Prozent Energie und sind pünktlicher.

Obst und Gemüse ohne Plastikverpackungen in Frankreich: Eingeschweißte Gurken und in Plastik gehüllte Paprika sind in Frankreich bald verboten. Etwa 30 Obst- und Gemüsesorten seien von dem Verpackungsverbot betroffen, teilte die französische Regierung in einem am Dienstag veröffentlichten Dekret mit. Als erstes dürfen unter anderem Lauch, Zucchini, Auberginen, Paprika, Möhren und Blumenkohl nur noch plastikfrei angeboten werden. Beim Obst sollen zunächst Äpfel, Birnen und Orangen ohne Plastikverpackung auskommen.

Leichter verderbliche Ware wie manche Tomatensorten, grüne Bohnen oder Weintrauben dürfen noch bis Mitte 2023 in Folie eingepackt werden. 2026 soll dann ganz Schluss sein mit Plastik bei Obst und Gemüse.

EU verlost 60.000 Interrail-Pässe für junge Leute: Die EU-Kommission vergibt 60.000 Interrail-Pässe an junge Europäerinnen und Europäer, damit sie ihren Kontinent erkunden können. Voraussetzungen sind ein Alter von 18 bis 20 Jahren und die Teilnahme an einem Quiz mit Fragen über die Europäische Union. Die Gewinner dürfen zwischen März 2022 und Februar 2023 für bis zu 30 Tage kostenlos mit der Bahn, aber auch mit Fernbussen und Fähren durch Europa reisen. Während der Corona-Pandemie hätten sich die jungen Leute "wahrhaft solidarisch gezeigt und dafür wertvolle und prägende Momente ihrer Jugend verpasst", erklärte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas bei der Bekanntgabe der Ausschreibung.

Zwölf Länder in fünf Wochen: Zwei Interrailer aus Berlin wollen Menschen begegnen und Europa auf den Zahn fühlen - ob im Pierogi-Kochkurs in Warschau oder an der Friedensmauer in Belfast.

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Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

In unseren Meeren schwimmen immer weniger Fische und Aquakulturen belasten unsere Ozeane. Der Konsum steigt trotzdem weiter. Ein besserer Umgang mit der Ressource Fisch ist nötig und möglich. Inzwischen raten Fischhändler vom Kauf gefährdeter Arten ab und bieten ihrer Kundschaft regionale Speisefische an. Innovative Lachszüchter verlagern ihre Bestände in Hallen an Land. Und gesunde Alternativen aus Gemüse könnten Fischgerichte sogar ganz ersetzen. Fisch essen mit gutem Gewissen: Wie geht das? Darüber berichtet die plan b Dokumentation "Ein guter Fang – vom anderen Umgang mit Fisch."

In unseren Meeren schwimmen immer weniger Fische, und Aquakulturen belasten unsere Ozeane. Der Konsum steigt trotzdem weiter. Ein besserer Umgang mit der Ressource Fisch ist nötig und möglich!

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Was diese Woche die Nachrichten sonst bestimmte

SPD, Grüne und FDP wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen: Fast drei Wochen nach der Wahl zeichnet sich eine künftige Ampel-Regierung ab. Worauf sich die drei Parteien bei den Sondierungen geeinigt haben, haben wir hier gesammelt.

Mehr Impfdurchbrüche wegen vieler Impfungen: Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist der Anteil der geimpften Corona-Patienten auf Intensivstationen angestiegen. Es liege aber - anders als auf den ersten Blick denkbar - nicht an einer sinkenden Schutzwirkung der Impfung, sondern hängt mit der höheren Impfquote zusammen.

Corona-Tests kosten nun Geld: Das kostenlose Bürgertest-Angebot entfällt seit Montag. Wie viel müssen die Bürger ab heute für einen Corona-Test bezahlen und welche Ausnahmen gelten? Mein Kollege Lukasz Galkowski hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

EEG-Umlage sinkt: Die Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien sinkt deutlich. Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage bei 3,7 Cent pro Kilowattstunde liegen. Strom könnte dadurch wieder billiger werden.

Wenn Sie sich aktuell informieren möchten:

  • Alle Zahlen und aktuelle Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus finden Sie unter diesem Link.
  • Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie jederzeit in unserem Liveblog.

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Zusammengestellt von Steffen Bayer und Jan Schneider.

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